Evakuierung in Mauritz
Shuttlebusse bringen Menschen in Notunterkünfte

Die Stadt Münster bereitet sich auf die wohl größte Evakuierung in der Stadtgeschichte vor. 16.000 Münsteraner müssen am 20. September das Stadtviertel Mauritz verlassen. Die Stadt öffnet mehrere Notunterkünfte - und bietet auch einen Shuttle-Service an. 

Freitag, 11.09.2020, 14:15 Uhr aktualisiert: 11.09.2020, 14:44 Uhr
Evakuierung in Mauritz: Shuttlebusse bringen Menschen in Notunterkünfte
In diesen Tagen steht der Aufbau von Containern zum Schutz des Umfeldes der Verdachtspunkte an. Um sie so richtig stabil zu machen, werden sie zusätzlich mit Wasser gefüllt. Foto: Presseamt Münster

Vor einer möglichen Entschärfung von Blindgängern an fünf Stellen in Mauritz am 20. September (Sonntag) muss der Stadtteil evakuiert werden. Die Evakuierung findet zwischen 8 und 10 Uhr am Sonntagmorgen statt. "Die rund 16.000 Anwohner sollten sich auf einen Sonntag außerhalb ihres Stadtviertels vorbereiten", heißt es in einer Mitteilung der Stadt. Für die Bewohner von Mauritz, die gar keine Möglichkeit haben, ein Ziel außerhalb des Stadtteils anzusteuern werden Notunterkünfte eingerichtet.

Diese Notunterkünfte befinden sich im Pascal-Gymnasium sowie im Weiterbildungskolleg am Pascal-Gymnasium (Uppenkampstiege 17), Stadtwerke Münster (Hafenplatz 1), im Alt und Neubau des Hansa-Berufskollegs (Hansaring 80), im Ratsgymnasium (Bohlweg 7-11), LWL-Landeshaus (Freiherr-vom-Stein-Platz 1) und der Deutschen Rentenversicherung (Gartenstraße 194).

Shuttle-Service zu den Notunterkünften in Münster

Die Betreuungseinrichtungen Hansa-Berufskolleg, das Ratsgymnasium und das LWL-Landeshaus sind gut zu Fuß zu erreichen. Der reguläre Busverkehr wird im Sperrgebiet ab 7.30 Uhr am Sonntagmorgen eingestellt. Nähere Informationen zum veränderten Fahrplan sind im Laufe der kommenden Woche auf der Internetseite der Stadtwerke zu finden.

Zu den weiteren Notunterkünften wird am Evakuierungs-Sonntag ein Shuttle-Service mit Bussen der Stadtwerke Münster eingerichtet. Die Mauritzer können für die Zubringerbusse folgende Haltestellen nutzen: Zumsandestraße (Fahrtziel Deutsche Rentenversicherung, Gartenstraße), Hansa-Berufs-Kolleg, Bussteig D (Deutsche Rentenversicherung), Hohenzollernring, Bussteig D (Stadtwerke Münster, Hafenplatz), St. Franziskus-Hospital, Fahrtrichtung Wolbecker Straße (Stadtwerke), St. Franziskus-Hospital, Fahrtrichtung Warendorfer Straße (Pascal-Gymnasium, Uppenkampstiege), Manfred-von-Richthofen-Straße, Fahrtrichtung stadteinwärts (Pascal-Gymnasium), Albertstraße (Pascal-Gymnasium). Sie starten um 8 Uhr, 8.45 Uhr, 9.30 Uhr.

Corona-Regeln in den Notunterkünften

Die Anwohner sollten die nächstgelegene Notunterkunft aufsuchen, eine Zuweisung gibt es nicht. Sollte es aber zu einer Überlastung einzelner Einrichtungen kommen - dort müssen die Corona-Regeln eingehalten werden -, wird gegebenenfalls über einen Shuttleservice umverteilt. Am Tag der Evakuierung (20. September) können auch die Einsatzkräfte vor Ort nach der nächstgelegenen Betreuungseinrichtung gefragt werden.

In den Notunterkünften gelten Coronaregeln analog zur Gastronomie. Es herrscht Maskenpflicht auf dem Weg zu den Tischen, zudem werden die Menschen registriert, damit das Gesundheitsamt sie gegebenenfalls erreichen kann.

Woran die Anwohner denken sollten

In den Unterkünften sind keine Medikamente vorhanden. Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, muss seinen Tagesbedarf selbst mitbringen. Auch an Ausweisdokumente, Brille, Zahnersatz und persönliche Bedarfsartikel, aber auch warme Bekleidung sollte gedacht werden.  In den Unterkünften ist es nicht immer so warm wie im heimischen Wohnzimmer. Es können keine alten- oder krankenpflegerischen Leistungen erbracht werden. Spiele, Bücher und andere Unterhaltung müssen selbst mitgebracht werden. Haustiere können zum Schutz von allergieanfälligen Personen nicht mitgebracht werden.

In den Einrichtungen wird ab mittags Verpflegung ausgegeben. Darum sollte zu Hause gefrühstückt werden – oder Frühstück mitgebracht werden.  
Informationen zur Evakuierung und den möglichen Entschärfungen haben die anwesenden Helfer. Außerdem wird fortlaufend auf www.muenster.de/blindgaenger informiert. Auch via Twitter stellt die Stadt am 20. September Informationen bereit.

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