„Barzillus“ bis auf Weiteres geschlossen / Quarantäne an der Kreuzschule
Corona-Fälle in Kneipe und Klasse

Münster -

Die Zahl der Corona-Fälle steigt unablässig. An der Jüdefelder Straße wurde eine Kneipe geschlossen, weil es zu einem massiven Ausbruch kam. Außerdem hat die Stadt einige Grundschulklassen vorsorglich in Quarantäne geschickt.

Montag, 28.09.2020, 20:30 Uhr
Das Ordnungsamt hat die Kneipe „Barzillus“ geschlossen. Mehrere Gäste hatten sich offenbar bei einem infizierten Mitarbeiter angesteckt.
Das Ordnungsamt hat die Kneipe „Barzillus“ geschlossen. Mehrere Gäste hatten sich offenbar bei einem infizierten Mitarbeiter angesteckt. Foto: Matthias Ahlke

Das dynamische Corona-Infektionsgeschehen spitzt sich zu: 32 neue Corona-Fälle gab es am Wochenende in Münster. Betroffen sind nicht zuletzt die Gaststätte „Barzillus“ und die Kreuzschule.

Elf Infektionen nach Gaststätten-Besuch

Das Ordnungsamt hat am Montagmorgen die Kneipe an der Jüdefelderstraße bis auf Weiteres geschlossen: Hier sei nach aktuellem Kenntnisstand ein infizierter Kellner tätig gewesen, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Bislang habe man elf Infizierte ermitteln können, bei denen ein Zusammenhang zwischen Ansteckung und Bar-Besuch erkennbar sei. Die Ermittlungen durch das Gesundheitsamt dauerten an.

Der Fall erinnert an das Ausbruchsgeschehen zu Beginn der Pandemie im Frühjahr: Damals war das Coronavirus nicht zuletzt in Gaststätten verbreitet worden. Nach Auskunft von Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer stehe in diesem Fall „selbstverständlich auch die Verhängung von Bußgeldern auf der Tagesordnung. Außerdem werden wir die Kontrollen in anderen Gastronomien verstärken“. Der Krisenstabsleiter ruft die Bevölkerung angesichts der deutlich steigenden Corona-Zahlen zu einer strikten Einhaltung der bekannten Hygiene- und Abstandsregeln auf: „Nur so können wir die Ausbreitung des Virus eingrenzen und die Gesundheit schützen.“

Am Wochenende war das Gesundheitsamt nach Angaben der Stadt so sehr mit Neuinfektionen, Quarantänemaßnahmen und Reiserückkehrerberatungen befasst, dass nicht in allen Fällen eine zeitnahe Information der Kontaktpersonen möglich war. Das betrifft nicht zuletzt Schüler, Eltern und Kollegium der Kreuzschule, die es nun mit zwei Corona-Fällen zu tun haben: Ein Mitarbeiter des Offenen Ganztags (OGS) sowie eine Lehrerin sind mit dem Coronavirus infiziert. Die Lehrerin hatte zuvor in den dritten und vierten Klassen unterrichtet, der OGS-Mitarbeiter hatte Viertklässler betreut. Zu Kindern der Jahrgänge eins und zwei gab es offenbar keinen Kontakt.

Ein Wochenende voll bangen Wartens

Bereits am Freitag waren die Eltern von der Schulleitung über den Verdachtsfall OGS-Mitarbeiter informiert und um Vorsicht gebeten worden. Doch bis Montagmorgen gab es dazu keine näheren Informationen vom Gesundheitsamt. „Etliche Eltern hätten eine wichtige Benachrichtigung erwartet“, meint der Vater eines Viertklässlers. „Mal davon abgesehen, dass wir über das Wochenende überhaupt nicht wussten, wie damit umzugehen ist.“ Manche Eltern hätten vorsorglich Homeoffice vereinbart oder Urlaub genommen und sich auf Arztbesuche eingestellt.

Eine Lehrerin und ein OGS-Mitarbeiter an der Kreuzschule sind infiziert; das Gesundheitsamt hat die dritten und vierten Klassen deshalb vorsorglich in Quarantäne geschickt.

Eine Lehrerin und ein OGS-Mitarbeiter an der Kreuzschule sind infiziert; das Gesundheitsamt hat die dritten und vierten Klassen deshalb vorsorglich in Quarantäne geschickt. Foto: Matthias Ahlke

Der kommissarische Schulleiter habe schließlich die Initiative ergriffen und nach Rücksprache mit dem Schulamt am Sonntag die vierten Klassen, am Montag auch die dritten Klassen vom Unterricht befreit und die Eltern entsprechend unterrichtet. Diese Maßnahmen wurden inzwischen vom Gesundheitsamt bestätigt: Für die betroffenen Klassen sowie für einige Mitglieder des Kollegiums gilt nun eine 14-tägige Quarantäne.

Dieses Vorgehen – Vorabinformation durch die Schulleitung, offizielle Benachrichtigung am nächsten Werktag durch das Gesundheitsamt – sei „in solchen Fällen üblich“, teilte ein Stadt-Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion mit. Die Zusammenarbeit mit den Schulleitungen „soll noch verbessert werden“. Dem Vernehmen nach hatte auch der Schulleiter Schwierigkeiten, das Gesundheitsamt am Wochenende zu erreichen, obwohl nach Angaben von Gesundheitsamtsleiter Dr. Norbert Schulze Kalthoff 13 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Dienst waren. Die Arbeitsbelastung war offenbar zu groß.

Die Gesamtzahl labordiagnostisch bestätigter Corona-Fälle im Stadtgebiet ist auf 1057 gestiegen. Davon sind 965 (+3) Patienten wieder genesen. 13 Personen, die mit dem Coronavirus infiziert waren, sind gestorben. Aktuell gelten 79 Münsteranerinnen und Münsteraner als infiziert.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7607251?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F3814581%2F
Nachrichten-Ticker