Neubauten für Forschungscampus Ost
Uni-Medizin: Grundstein für 240-Millionen-Euro-Projekt gelegt

Münster -

Für 240 Millionen Euro entstehen am Coesfelder Kreuz zwei Neubauten für die münsterische Universitätsmedizin. Bei der Grundsteinlegung war am Freitag auch die Bundesforschungsministerin dabei.

Freitag, 23.10.2020, 19:00 Uhr aktualisiert: 23.10.2020, 19:21 Uhr
Neun Meter tief ist die Baugrube an der Domagkstraße, in der am Freitag von (v.l.) Prof. Frank Ulrich Müller (Dekan der Medizinischen Fakultät), Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, NRW-Staatssekretärin
Neun Meter tief ist die Baugrube an der Domagkstraße, in der am Freitag von (v.l.) Prof. Frank Ulrich Müller (Dekan der Medizinischen Fakultät), Bundesforschungsministerin Anja Karliczek, NRW-Staatssekretärin Foto: Oliver Werner

Seit dem ersten Spatenstich vor wenigen Monaten ist viel passiert. 170.000 Tonnen Bodenaushub wurden abgefahren, mittlerweile haben sich die Bagger am Coesfelder Kreuz auf einer gewaltigen Fläche von 80 mal 180 Metern bis zu neun Meter in die Tiefe gefressen. Der Neubau des „Medizinischen Forschungscentrums“ (MedForCe) und des Instituts „Body & Brain“ (BBIM) für die münsterische Universitätsmedizin ist aber nicht nur eines der größten Projekte in Münster und der Region – sondern mit einem Volumen von 240 Millionen Euro auch eines der teuersten. Am Freitag wurde der Grundstein gelegt, ab 2025 sollen hier 900 Wissenschaftler arbeiten.

205 Millionen Euro vom Land

„Die Pandemie zeigt uns, wie wichtig langfristig angelegte Investitionen in medizinische Versorgung und Forschung sind“, betonte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Ihr Ministerium steuert 34 Millionen Euro zu den Baukosten bei, weitere 205 Millionen Euro kommen vom Land. „Mit dem Medizinischen Forschungscentrum und dem Body & Brain-Institut entstehen in Münster zwei exzellente Einrichtungen für die Spitzenforschung in Bereichen wie Infektionsmedizin und Krebsforschung“, so Annette Storsberg, Staatssekretärin im NRW-Wissenschafsministerium. Die Baumaßnahmen seien nicht nur ein starkes Zeichen für die münsterische Universitätsmedizin, sondern auch für den Wissenschafts- und Forschungsstandort NRW.

Unter dem Dach des „MedForCe“ werden künftig drei Institute – Virologie, Hygiene und Medizinische Mikrobiologie – zusammenarbeiten. „Die Infektionsmedizin, schon seit Jahrzehnten eines der Aushängeschilder des Standortes, rückt damit buchstäblich enger zusammen“, betonte Prof. Frank Ulrich Müller, Dekan der Medizinischen Fakultät.

Auf 32 000 Quadratmetern, die sich über sieben Geschosse erstrecken, werden neben den Instituten auch Laborflächen untergebracht. Diese werden nicht fest an bestimmte Nutzer vergeben, sondern auf Zeit und in internen Auswahlverfahren – abhängig vom Thema und der wissenschaftlichen Exzellenz der Anträge. Durch diese Flexibilität will die Universität nach eigenen Worten in Sachen Forschung stets am Puls der Zeit sein.

Zehn Arbeitsgruppen untergebracht

Das BBIM soll sich nahtlos an das MedForCe anschließen. Hier werden zehn Arbeitsgruppen, die sich 2019 für die Beantragung des „Body & Brain Institute Münster“ zusammengefunden hatten, untergebracht. Im BBIM wollen Forscher aus Neurologie, Psychiatrie, Physiologie, Anästhesiologie, Dermatologie, Onkologie und Hygiene die Interaktion zwischen Körper und Gehirn untersuchen. Anhand der Erkenntnisse sollen neue Behandlungs- und Versorgungsstrategien für neurologische und psychiatrische Erkrankungen entwickelt werden, berichtet die Universität. Multiple Sklerose, Entzündungen des zentralen Nervensystems sowie Angststörungen sollen dabei als Modellerkrankungen dienen, um typische Ursachen und Prozesse zu erkunden.

„Fragestellungen, die im klinischen Bereich auftauchen, werden unmittelbar in die Forschung einfließen und erarbeitete Lösungen dem Patienten ohne Umwege zugute kommen“, so Prof. Dr. Hugo Van Aken, Ärztlicher Direktor des UKM.

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