Wenn die Diagnose Krebs junge Menschen trifft
Sebastians Sehnsucht nach Normalität

Münster -

Sebastian ist Medizinstudent, 26 Jahre alt, sportlich – das Leben steht vor ihm. Dann die Schock-Diagnose: Lymphdrüsenkrebs. Die Geschichte eines jungen Krebspatienten, der mithilfe von Spezialisten am Uniklinikum wieder positiv nach vorne blicken kann.

Mittwoch, 02.12.2020, 10:00 Uhr
Krebspatient Sebastian (l) fühlt sich von Prof. Georg Lenz und Dr. Andrea Kerkhoff „hervorragend“ beraten.
Krebspatient Sebastian (l) fühlt sich von Prof. Georg Lenz und Dr. Andrea Kerkhoff „hervorragend“ beraten. Foto: UKM/Wibberg

Wenn Sebastian von der Hüttentour auf dem Großglockner erzählt, steht ihm die Freude ins Gesicht geschrieben. Mit Freunden ist der 26-jährige Münsteraner im Sommer dort wandern gewesen. „Ein schöner Urlaub“, sagt er. Einzig der dauerhafte Reizhusten machte ihm zu schaffen. So richtig erklären konnte sich der sportliche Medizinstudent den ständigen Husten nicht. Also ging er zum Arzt.

„Die Diagnose war ein Schock“,sagt Sebastian, der seine Krankengeschichte nicht unter vollem Namen erzählen möchte. Festgestellt wurde ein besonderer Typ eines Lymphdrüsenkrebses –„das Hodgkin-Lymphom, benannt nach dem englischen Arzt Thomas Hodgkin, der die Krankheit 1832 zum ersten Mal beschrieben hat. Früher ist man daran gestorben, heute kann man das gut behandeln“, erklärt Prof. Dr. Georg Lenz , Klinikdirektor derMedizinischen Klinik A am Uniklinikum Münster .

„Hervorragende“ Behandlung am UKM

Dort befindet sich Sebastian derzeit in Behandlung. Drei von vier Zyklen seiner Chemotherapie hat er hinter sich gebracht. Laut Lenz hat Sebastian sehr gut auf die Behandlung angesprochen. „Mir geht es gerade verhältnismäßig gut, da diese Woche Chemo-Pause ist“, sagt der 26-Jährige.

Und überhaupt sei die Behandlung am UKM „durchweg hervorragend“. Schon nach dem Eingangsgespräch mit Lenz habe er sich gut aufgehoben gefühlt. „Es wurde keine Zeit verloren, was sehr wichtig ist“, wie der Medizinstudent im neunten Semester weiß. Die behandelnde Ärztin Dr. Andrea Kerkhoff , Leiterin der Onkologischen Tagesklinik, könne er jederzeit anrufen, das Pflegepersonal sei gleichermaßen professionell wie einfühlsam, betont er.

Als meine Haare wegen der Chemo-Therapie anfingen auszufallen, haben sich Freunde aus Solidarität mit mir zusammen die Köpfe rasiert.

Sebastian

Aufgefangen in der schweren Zeit wird Sebastian auch durch seine Familie und seine Freunde. „Als meine Haare wegen der Chemo-Therapie anfingen auszufallen, haben sich Freunde aus Solidarität mit mir zusammen die Köpfe rasiert.“

Vier Projekte, ein Konto

Vier Projekte stehen zur Auswahl: Jung mit Krebs, Krisenhilfe, Pro filia, Indien. Wer für ein bestimmtes Projekt spenden möchte, sollte das bei der Überweisung vermerken. Eine Spendenquittung wird ab 200 Euro automatisch ausgestellt, wenn die Adresse angegeben ist.

Namensnennung: Wenn Sie mit der Nennung Ihres Namens in der Zeitung einverstanden sind, tragen Sie bitte bei der Überweisung beim Verwendungszweck den Code 2020 in der zweiten Zeile oder unter „Veröffentlichung?“ ein.

Konto: Sparkasse Münsterland Ost; IBAN: DE 43 4005 0150 0000 0088 88

Datenschutz: Ihre personenbezogenen Daten verwenden wir, soweit keine darüber hinausgehende Einwilligung vorliegt, zur Abwicklung des der Erhebung zugrundeliegenden Zwecks. Nähere Informationen zum Umgang mit personenbezogenen Daten erhalten Sie unter www.wn.de/Service/Datenschutz

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Mit dem Ende der Chemo-Therapie Mitte Dezember ist jedoch nur ein Teil des Weges zurück in die Normalität geschafft. In einem ersten Gespräch mit Sozialarbeiterin Lisa Schmidt vom UKM-Sozialdienst wurde er über mögliche Reha-Maßnahmen informiert. In der Langzeittherapie müsse beobachtet werden, ob die Chemotherapie andere Organe beschädigt hat, erklärt Kerkhoff. Später rückten eventuell Themen wie Familienplanung und Beruf in den Fokus. „Es kann sein, dass später einmal psychoonkologische Unterstützung nötig wird“, so Kerkhoff.

Angebote für junge Krebskranke

In Zukunft will das Team des WTZ (Westdeutsches Tumorzentrum) Netzwerkpartners Münster, der zentralen Einrichtung am UKM zur fachübergreifenden Behandlung von Krebspatienten, mit dem Projekt „Jung mit Krebs – mitten im Leben“ ein besonderes Betreuungs- und Beratungsangebot für Patienten wie Sebastian anbieten.

„Was wir mit Sebastian gemacht haben, ist ein großer Kraftakt“, sagt Lenz. Um die Hilfe für junge Krebspatienten weiter zu optimieren, wäre Hilfe bei der Finanzierung von Patientenlotsen, die im Rahmen des Projektes vorgesehen sind, hilfreich, betont Lenz. Sein Ziel sei es, so Lenz, den Patienten, deren Welt plötzlich zusammengebrochen ist, wieder Normalität zu bieten. Nichts wünscht sich Sebastian sehnlicher.

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