Schmelzender Schnee unter dem Dach
Wenn es plötzlich aus Wänden und Steckdosen tropft

Münster -

Nicht wenige Münsteraner erleben in diesen Tagen eine böse Überraschung. Plötzlich tropft Wasser aus der Decke oder der Steckdose. Des Rätsels Lösung liegt auf dem Dachboden und ist weiß.

Samstag, 13.02.2021, 14:00 Uhr
Paul Everding, Hausbesitzer Paul Pannenberg und Dachdecker Norbert Fieke (v.l.) appellieren an Hausbesitzer, ihre Dachböden zu kontrollieren.
Hausbesitzer sollten kontrollieren, ob auf ihren Dachböden Schnee liegt. Foto: Frank Zimmermann

Plötzlich kommt Wasser aus der Wand oder den Steckdosen. Auf den ersten Blick ist kein Grund zu ermitteln, wie auch Familie Pannenberg feststellen musste. Also wurde ein Dachdecker gerufen – und der hatte das Rätsel schnell gelöst: „Das liegt am Schnee“, so Holzbauunternehmer Norbert Fieke .

Was Familie Pannenberg widerfuhr, ist kein Einzelfall. „Durch den Wind wurde in dieser Woche der sehr leichte Schnee unter die Dachpfannen geschoben, der ist wirklich in jede Ritze hineingekommen“, sagt Fieke. Gerade bei älteren Gebäuden sei das ein großes Problem. „Der Schnee sammelt sich auf dem Speicher, wenn es keine Plastikbahn unter den Schindeln gibt.“ Dort schmilzt der Schnee, es entsteht ein massiver Wasserschaden. „Jeder Hausbesitzer sollte jetzt den Speicher kontrollieren, um eventuell Schnee zu entfernen, bevor Schlimmeres passiert.“

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Paul Everding, Hausbesitzer Paul Pannenberg und Dachdecker Norbert Fieke (v.l.) appellieren an Hausbesitzer, ihre Dachböden zu kontrollieren. Foto: Claus Röttig

Schäden „von keiner Versicherung gedeckt“

Familie Pannenberg bewohnt ein neues Haus, gedämmt und mit einer Unterspannbahn. Doch auch dann können Probleme auftreten. Es braucht nur ein kleines Loch in der Bahn, schon dringt Wasser ein.

Der Schaden könne massiv sein, bis hin zu Schimmel und morschen Balken. „Austrocknen im Sommer bringt leider nicht viel: Denn zum einen ist der Dämmstoff eventuell so durchnässt, dass er nicht trocknen kann, oder das Wasser hat schon großen Schaden angerichtet“, betont Fieke.

„Ein solcher Schaden ist von keiner Versicherung gedeckt“, betont Versicherungsmakler Paul Everding. Denn auch eine Elementarversicherung greife nicht. „Es handelt sich nicht um einen Schaden durch Schnee, sondern um Schmelzwasser. Die Kosten müssen die Hausbesitzer tragen.“

Schneelast oft unterschätzt

„So ein Schaden ist kein Einzelfall, in den kommenden Wochen rechne ich mit einigen Anrufen dieser Art“, so der Dachdeckermeister Fieke. Denn die Verwehungen würden oft unterschätzt, ebenso wie das Gewicht des Schnees . „Zum Vergleich: Wir mussten eine Biogasanlage mit 22 Metern Durchmesser vom Schnee räumen. Das waren am Ende rund 30 Tonnen Schnee.“

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