PSD-Bürgerprojekt
Welthandballer Schirmherr beim Bürgerprojekt der PSD-Bank

Mittwoch, 19.05.2010, 21:05 Uhr

Münster - Den Welthandballer Daniel Stephan kennen viele, den sozial engagierten Menschen Daniel Stephan nur wenige. Aktuell hat er die Schirmherrschaft beim Bürgerprojekt der PSD-Bank übernommen, bei dem die Westfälischen Nachrichten als Medienpartner fungieren. Unser Redaktionsmitglied Wolfgang Kleideiter und Jürgen Juchtmann sprachen mit dem Ausnahmesportler.

Was treibt Sie an, Gutes zu tun?

Daniel Stephan: Ich habe durch meinen Sport sehr viele positive Dinge erlebt und konnte merken, dass man damit etwas bewegen kann. Ich habe als Profi ein sehr schönes Leben gehabt, auch Geld damit verdient, aber das stand nicht an erster Stelle. Mit der Steigerung des Bekanntheitsgrades kann man einiges bewegen. Ein bisschen habe ich mich immer schon engagiert, unter anderem bei der Aktion Lichtblicke, weil ich das für eine sehr gute Organisation halte.

Was ist Lichtblicke?

Stephan: Lichtblicke ist eine Aktion der privaten Radiosender in NRW. Die Spenden gehen direkt an Bedürftige. Das sind Sozialprojekte, bei denen man nachvollziehen kann, was mit dem Geld geschieht. Darüber hinaus haben meine Handballkameraden Henning Fritz und Markus Bauer mit mir den Verein AVWF gegründet, das steht für Audiovisuelle Wahrnehmungsförderung.

Was genau ist das?

Stephan: Es ist eine Musik-Therapie, die der Lerntherapeut Ulrich Conradi in Blomberg entwickelt hat, eine Art Neuro-Coaching, Stress-Abbau mit Musik. Das führt zu Leistungsförderung und kann Kindern und Jugendlichen wie Erwachsenen oder Leistungssportlern helfen. Ulrich Conradi macht viel mit Kindern, die Konzentrationsprobleme haben, die schlecht in der Schule oder sozial unverträglich sind. Mein Vater hatte vor einiger Zeit Probleme mit dem vegetativen Nervensystem. Auch ihm hat die Therapie geholfen.

Zahlen das die Krankenkassen?

Stephan: Nein, das ist im Normalfall ziemlich teuer. Aber Henning Fritz, Markus Bauer und ich haben mit Uli Conradi den Verein gegründet, um Geld zu sammeln und damit Projekte in Schulen und Kindern eine Therapie zu ermöglichen.

Jetzt engagieren Sie sich als Schirmherr beim Bürgerprojekt der PSD-Bank?

Stephan: Ich mache generell nur Sachen, mit denen ich mich identifizieren kann. Bei der PSD-Bank, bei Lichtblicke und bei AVWF ist das so. Als die Anfrage der Bank kam, habe ich mich mit dem Thema Umweltschutz auseinandergesetzt. Ich glaube, das ist eine sehr gute Sache, so wie es aufgezogen wird, dass man Vereinen oder Personen, die etwas Nachhaltiges für den Umweltschutz tun, mit einem Geldbetrag hilft. Es ist ja nicht so, dass das ganze Projekt zu 100 Prozent von der PSD-Bank finanziert ist, vor allem Eigeninitiative ist gefragt. Dieses Projekt unterstütze ich gerne als Schirmherr.

Es engagieren sich längst nicht alle Profisportler im sozialen Bereich. Hängt ihr Einsatz mit ihrer Herkunft zusammen? Sie sind in Rheinhausen groß geworden und nicht in Düsseldorf an der Kö.

Stephan: Ja klar, ich war damals auch auf der Straße, als Krupp das Stahlwerk dicht gemacht hat. Wir hatten nur eine kleine Mietwohnung, ich habe mir mit meinem Bruder ein Zimmer geteilt. Es war eine authentische Kindheit, an die ich mich gerne erinnere. Die Menschen in Rheinhausen sind ehrlich und direkt. Man darf nicht vergessen, wo seine Wurzeln sind. Ich bin stolz darauf, aus Rheinhausen zu kommen.

Ihr persönliches Vorbild im Sport ist Michael Jordan. Fühlen Sie sich heute schon selbst als Vorbild?

Stephan: Das ist ein Entwicklungsprozess. Am Anfang will man es gar nicht wahrhaben, aber mittlerweile hat man eine Vorbildfunktion. Die zählt nicht nur auf dem Platz, sondern auch außerhalb. Ich glaube, wenn man normal auftritt, kommt man auch gut an. Gerade habe ich in Gevelsberg - da lebt mein Bruder - ein Handballcamp besucht und zwei Stunden trainiert. Die Kids haben Riesenaugen gemacht. Da sieht man natürlich, dass die Freude sehr groß ist, das macht mir dann auch wieder viel Freude.

Wie sieht Ihre weitere berufliche Zukunft aus?

Stephan: Es gibt mit zwei Vereinen - einer ist die HSG Düsseldorf - intensive Gespräche über eine Verpflichtung für die nächste Saison im Management oder als Trainer, spruchreif ist aber noch nichts. Ich bin zum Glück in der Lage, nicht sofort das nächste Angebot annehmen zu müssen. Der Wiedereinstieg muss sicherlich gut gewählt werden. Ich wünschte mir, in Lemgo wohnen zu bleiben. Jetzt bin ich einfach frei, habe Zeit, Freunde zu besuchen und habe im November angefangen, Golf zu spielen.

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