Prinzipalmarkt
Gute Stube mit bewegter Geschichte

Münster -

Im Zweiten Weltkrieg wurde der Prinzipalmarkt völlig zerstört. Aus den Ruinen wurden die Gebäude im „altmünsterischen Baustil“ wiederhergestellt – mit strengen Vorgaben. Nur ein Kapitel in der bewegten Geschichte von Münsters „guter Stube“.

Freitag, 23.02.2018, 21:02 Uhr

Beim Wiederaufbau: Diese Aufnahme vom Prinzipalmarkt entstand im September 1949 – links im Hintergrund Ruinenreste des Rathauses.
Beim Wiederaufbau: Diese Aufnahme vom Prinzipalmarkt entstand im September 1949 – links im Hintergrund Ruinenreste des Rathauses. Foto: Stadtarchiv

Die Bezeichnung Prinzipalmarkt für die Geschäftsstraße mit den prägenden Giebelhäusern östlich der Domburg gibt es seit Anfang des 17. Jahrhunderts. Die Entwicklung als bürgerliche Marktstraße begann aber bereits im 12. Jahrhundert. Der architektonisch so prägende Bogengang entstand an der Wende vom 13. zum 14. Jahrhundert, als die Kaufleute ihre Obergeschosse in den Straßenraum schoben, um mehr Platz zu bekommen.

Die Parzellenstruktur und die Gebäudeanzahl blieb bis auf wenige Ausnahmen seit etwa 1500 bis heute erhalten. Die reich gestalteten Bürgerhäuser, die größtenteils im 16. und 17. Jahrhundert gebaut wurden, waren Ausdruck des politischen Selbstbewusstseins der Bürgerschaft. Das letzte Gebäude im 17. Jahrhundert entstand 1657 (Haus-Nr. 37/ heute Harenberg).

Im Zweiten Weltkrieg wurden die meisten Gebäude völlig zerstört. Beim Wiederaufbau machte die Stadt strenge Vorgaben, um die historische Giebelhauszeile und deren „altmünsterischen Baustil“, wie ihn die Denkmalschützer nannten, wiederherzustellen. Allerdings gab es auch harte Auseinandersetzungen mit Bauherren, die nicht gewillt waren, die Material- und Gestaltungsvorgaben umzusetzen und beispielsweise rotes Ziegelmauerwerk statt der teuren Sandsteinprofile verwenden wollten. Schon Anfang des 20. Jahrhunderts machte Münster einen bemerkenswerten Versuch, das historische Stadtbild zu sichern. Im Jahre 1904 wurden in Ergänzung der Bau-Polizei-Ordnung Vorgaben „zur Vermeidung einer Verunstaltung“ der Straßenhäuser an Prinzipalmarkt, Roggenmarkt und Bogenstraße gemacht.

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