Juwelier Osthues zeigt Lesern die Schmuckherstellung
Eine Werkstatt zum Verlieben

Münster -

Wertvolle Edelsteine und seltene Einblicke in die hohe Goldschmiedekunst gewährte Juwelier Nico Osthues seinen Gästen bei einer Werkstattführung im Rahmen der Prinzipalmarkt-Serie unserer Zeitung.

Sonntag, 29.04.2018, 08:00 Uhr

Juwelier Nico Osthues (r.) demonstriert den Besuchern die Werkzeuge der Goldschmiede, vorn Auszubildende Lydia Rohe.
Juwelier Nico Osthues (r.) demonstriert den Besuchern die Werkzeuge der Goldschmiede, vorn Auszubildende Lydia Rohe. Foto: Matthias Ahlke

Der geheimnisvoll funkelnde, tiefblaue Tansanit zieht die Gäste der exklusiven Leserführung im Rahmen der Prinzipalmarkt-Serie unserer Zeitung in seinen Bann. Und als Juwelier Nico Osthues den 25 000 Euro teuren Stein einer Dame vorsichtig zwischen Ring- und Mittelfinger legt, werden Kameras gezückt. „Die Verarbeitung von Edelsteinen ist unsere Spezialität“, erklärt Osthues, der die Leserinnen und Leser über schwere Eichenstufen mitnimmt in die Keimzelle der edlen Schmuckherstellung – in die Juwelierwerkstatt im dritten Stock.

Werkstattführung bei Juwelier Osthues

1/15
  • Wie extravagante Ringe mit wertvollen Edelsteinen entstehen, erlebten ausgewählte Leser bei einer exklusiven Führung hinter die Kulissen bei Juwelier Osthues. Foto: Matthias Ahlke
  • Wie extravagante Ringe mit wertvollen Edelsteinen entstehen, erlebten ausgewählte Leser bei einer exklusiven Führung hinter die Kulissen bei Juwelier Osthues. Foto: Matthias Ahlke
  • Wie extravagante Ringe mit wertvollen Edelsteinen entstehen, erlebten ausgewählte Leser bei einer exklusiven Führung hinter die Kulissen bei Juwelier Osthues. Foto: Matthias Ahlke
  • Wie extravagante Ringe mit wertvollen Edelsteinen entstehen, erlebten ausgewählte Leser bei einer exklusiven Führung hinter die Kulissen bei Juwelier Osthues. Foto: Matthias Ahlke
  • Wie extravagante Ringe mit wertvollen Edelsteinen entstehen, erlebten ausgewählte Leser bei einer exklusiven Führung hinter die Kulissen bei Juwelier Osthues. Foto: Matthias Ahlke
  • Wie extravagante Ringe mit wertvollen Edelsteinen entstehen, erlebten ausgewählte Leser bei einer exklusiven Führung hinter die Kulissen bei Juwelier Osthues. Foto: Matthias Ahlke
  • Wie extravagante Ringe mit wertvollen Edelsteinen entstehen, erlebten ausgewählte Leser bei einer exklusiven Führung hinter die Kulissen bei Juwelier Osthues. Foto: Matthias Ahlke
  • Wie extravagante Ringe mit wertvollen Edelsteinen entstehen, erlebten ausgewählte Leser bei einer exklusiven Führung hinter die Kulissen bei Juwelier Osthues. Foto: Matthias Ahlke
  • Wie extravagante Ringe mit wertvollen Edelsteinen entstehen, erlebten ausgewählte Leser bei einer exklusiven Führung hinter die Kulissen bei Juwelier Osthues. Foto: Matthias Ahlke
  • Wie extravagante Ringe mit wertvollen Edelsteinen entstehen, erlebten ausgewählte Leser bei einer exklusiven Führung hinter die Kulissen bei Juwelier Osthues. Foto: Matthias Ahlke
  • Wie extravagante Ringe mit wertvollen Edelsteinen entstehen, erlebten ausgewählte Leser bei einer exklusiven Führung hinter die Kulissen bei Juwelier Osthues. Foto: Matthias Ahlke
  • Wie extravagante Ringe mit wertvollen Edelsteinen entstehen, erlebten ausgewählte Leser bei einer exklusiven Führung hinter die Kulissen bei Juwelier Osthues. Foto: Matthias Ahlke
  • Wie extravagante Ringe mit wertvollen Edelsteinen entstehen, erlebten ausgewählte Leser bei einer exklusiven Führung hinter die Kulissen bei Juwelier Osthues. Foto: Matthias Ahlke
  • Wie extravagante Ringe mit wertvollen Edelsteinen entstehen, erlebten ausgewählte Leser bei einer exklusiven Führung hinter die Kulissen bei Juwelier Osthues. Foto: Matthias Ahlke
  • Wie extravagante Ringe mit wertvollen Edelsteinen entstehen, erlebten ausgewählte Leser bei einer exklusiven Führung hinter die Kulissen bei Juwelier Osthues. Foto: Matthias Ahlke

Unzählige Feilen und Zangen, selbst Dentalbohrer, hängen fein säuberlich aufgereiht im Halbkreis um die Spezialtische der Goldschmiede. Davor dünne Tierhäute, die den feinen Gold- und Silberstaub auffangen, der beim Feilen nach unten rieselt. „Im Jahr kommen rund 500 Gramm zusammen, die wieder eingeschmolzen werden“, erzählt Werkstattleiterin Ursula Twenhöven , die den Gästen Schritt für Schritt die Entstehung eines Schmuckstücks erklärt.

Auszubildende Lydia Rohe bringt mit Lungenkraft den Lötbrenner auf Temperatur und lässt ein Stück Silber schmelzen. „600 bis 800 Grad sind dafür nötig“, erklärt Twenhöven, bei Gold sind es 1200 Grad. Das edle Rohmaterial wird anschließend gewalzt oder mit dem Zugeisen zu Drähten gearbeitet. Goldschmiede sind Meister des Biegens, Sägens, Feilens, Lötens und Hämmerns. „Und bis jemand richtig Feilen gelernt hat, vergehen Jahre“, sagt Inhaber Nico Osthues. Die Ausbildung zum Goldschmied dauert übrigens dreieinhalb Jahre.

Im Schnelldurchgang erleben die Werkstattgäste, wie aus Edelmetall-Stangen und Platten zunächst Ringrohlinge entstehen, wie die Einfassungen für Edelsteine gearbeitet und feine Muster eingefeilt werden. Und auch, mit welchen Methoden ein Goldschmied alte Ringe weitet oder enger arbeitet. Leserin Iris Becker nutzt die Gunst der Stunde und zeigt einen mitgebrachten Ring. Doch leider, so die Expertenmeinung, ist ein Weiten bei dem aufwendig gestalteten Exemplar nicht möglich.

Dafür gibt es Goldschmiedetricks, damit sich Ringe mit schwerem Stein nicht beim Tragen nach unten drehen. Ursula Twenhöven demonstriert kleine eingearbeitete Erhöhungen – kaum spürbar, aber sehr effektiv.

Am Nachbararbeitsplatz zeigt Heinz Lömke restaurierte Kirchen-Kelche. Der erfahrene Goldschmied hat hier bereits vor der Übernahme von Juwelier Schmitt durch Osthues vor 20 Jahren Schmuckstücke erschaffen.

Vor allem die weiblichen Gäste haben so viele Fragen, dass sie sich kaum aus der Werkstatt verabschieden mögen. „Ich könnte den ganzen Tag zuschauen“, gibt Silke Ebert freimütig zu.

Dabei kommt das Schönste noch. Unten im Verkaufsraum zeigt Nico Osthues seine größten Schätze, die er unter anderem auf der weltgrößten Schmuck- und Uhrenmesse in Basel erstanden hat. Rote und kräftig grüne Turmaline aus Afghanistan, Aquamarine und Blautopase, Saphire, Rubine und besagten tiefblauen Tansanit aus Tansania. Woran man die Steinqualität erkennt? Osthues: „Man darf nicht hindurch auf die Hand sehen können. Der Stein muss volles Feuer bringen.“

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5694700?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F5553793%2F
„Wir erleben ein Wunder“
Frühstücksgespräch: Die Stornos beim Interview in der Küche von unserem Redaktionsmitglied Stefan Werding.
Nachrichten-Ticker