Blick hinter die Kulissen bei Schnitzler
Vom Weizen über Schirme zur Mode

Münster -

Von der Warenannahme im Keller bis in die lichtdurchflutete Chefetage mit herrlichem Blick auf Dom und St. Lamberti führte Inhaber Andreas Weitkamp Leser im Rahmen der Prinzipalmarkt-Serie unserer Zeitung.

Samstag, 19.05.2018, 14:56 Uhr

Um die Geschichte der beiden Schnitzler-Prinzipalmarkthäuser zu erzählen, bat Inhaber Andreas Weitkamp (5. v. l.) die Teilnehmer der Führung zunächst auf die Straße.
Um die Geschichte der beiden Schnitzler-Prinzipalmarkthäuser zu erzählen, bat Inhaber Andreas Weitkamp (5. v. l.) die Teilnehmer der Führung zunächst auf die Straße. Foto: Oliver Werner

Die Teilnehmer der exklusiven Prinzipalmarkt-Führung im Modehaus Schnitzler haben keinen Drang zur Eile. Auf der großen Dachterrasse neben dem Mitarbeiterraum genießen sie den herrlichen Blick auf St. Lamberti, die Rückseite der alten Prinzipalmarkthäuser und die überbauten Innenhöfe, wo hinter der ehemaligen Landeszentralbank sogar ein Fleckchen Garten sichtbar wird. Inhaber Andreas Weitkamp lässt am Donnerstag ein Stück Prinzipalmarkt-Geschichte lebendig werden und erzählt von den alten Dom-Gärten, von der Bedeutung des Familienwappens und zeigt, wie hinter den Kulissen des Modeunternehmens ein Rad ins andere greift.

Seine Urgroßeltern, Schirmfabrikanten aus Osnabrück, entdeckten auf ihrer Hochzeitsreise trotz des Regens – oder vielleicht gerade deswegen – ihre Liebe zu Münster, eröffneten zunächst auf der Salzstraße ein Schirmgeschäft und kauften 1911 das Prinzipalmarkthaus Nummer 40. Erst 1991 kam Nummer 43 hinzu.

Hinter den Kulissen bei Schnitzler

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  • Eine exklusive Führung hinter die Kulissen des Modehauses Schnitzler bot Inhaber Andreas Weitkamp Zeitungslesern im Rahmen unserer Prinzipalmarkt-Serie.

    Foto: Oliver Werner
  • Eine exklusive Führung hinter die Kulissen des Modehauses Schnitzler bot Inhaber Andreas Weitkamp Zeitungslesern im Rahmen unserer Prinzipalmarkt-Serie. Foto: Oliver Werner
  • Eine exklusive Führung hinter die Kulissen des Modehauses Schnitzler bot Inhaber Andreas Weitkamp Zeitungslesern im Rahmen unserer Prinzipalmarkt-Serie. Foto: Oliver Werner
  • Eine exklusive Führung hinter die Kulissen des Modehauses Schnitzler bot Inhaber Andreas Weitkamp Zeitungslesern im Rahmen unserer Prinzipalmarkt-Serie. Foto: Oliver Werner
  • Eine exklusive Führung hinter die Kulissen des Modehauses Schnitzler bot Inhaber Andreas Weitkamp Zeitungslesern im Rahmen unserer Prinzipalmarkt-Serie. Foto: Oliver Werner
  • Eine exklusive Führung hinter die Kulissen des Modehauses Schnitzler bot Inhaber Andreas Weitkamp Zeitungslesern im Rahmen unserer Prinzipalmarkt-Serie. Foto: Oliver Werner

Im zweiten Stock im ehemaligen Wohnzimmer der Familie befindet sich heute die Ideenschmiede für die Schaufenster- und Ladendekoration mit sechs Mitarbeitern, darunter zwei Auszubildende, die den Beruf des Gestalters für visuelles Marketing erlernen. „Wir wollen dem Kunden den Reiz geben, stehen zu bleiben“, sagt Weitkamp und zeigt, wie an der Pinnwand die Gestaltungsideen in Anlehnung an münsterische Großveranstaltungen Formen annehmen.

Weiter geht es in den hinteren Gebäudeteil, der 1962 entstand und in dem sich unter anderem die Kinderabteilung und die Änderungsschneiderei befinden. 14 Mitarbeiter sitzen hier in einem lichtdurchfluteten Raum, den sie einer Aufstockung des Gebäudes verdanken, die zunächst mit einem Fiasko begann. Während der Abrissarbeiten für den alten Giebel setzten vor fünf Jahren Arbeiter ahnungslos eine Dämmschicht in Brand, die laut Weitkamp aus Stroh und Zeitungen bestand. Das neu entstandene Dachgeschoss mit Panorama-Scheiben hat eine Wohlfühl-Atmosphäre, „die man unten von der Straße aus nicht vermuten würde“, sagt Führungsteilnehmerin Bärbel Schwarz, während sie auf der Geschäftsführungsetage den Blick durch riesige Panoramascheiben zwischen Dom und Lambertikirche hin und her schweifen lässt.

Ungewöhnliche Perspektiven auf den Prinzipalmarkt

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  • So kennen wir den Prinzipalmarkt: Arkaden, Giebel und heimelige Beleuchtung. Doch wir wagen einen Blick auf die unbekannten Seiten von Münsters „guter Stube“.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Auf der Rückseite der repräsentativen Giebelfront der Prinzipalmarkt-Häuser schließen sich Lager- und Verkaufsräume an, die über Flachdächer miteinander verbunden sind. Manche Häuser mit zwei Giebeln an Münsters Guter Stube verjüngen sich wegen der tortenförmig gestalteten Grundstücke zu einem Giebel an der Rückseite. Bei exklusiven Führungen im Rahmen unserer Prinzipalmarkt-Serie können Leser auch den Turm von St. Lamberti aus ungewöhnlicher Perspektive sehen.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Apropos Lambertikirche: Die sah 1870 noch ganz anders aus.

    Foto: Friedrich Hundt
  • Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die zerstörten Häuser am Prinzipalmarkt nach strengen Vorgaben wiederhergestellt.

    Foto: Stadt Münster/Sammlung Stadtarchiv
  • Hinter den prächtigen Prinzipalmarkt-Giebeln verbergen sich einige Geheimnisse.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Thomas Zumnorde klettert in einem Schacht, der auf den Bürgersteig des Prinzipalmarkts führt.

    Foto: hö
  • Bei den exklusiven Führungen bekommen unsere Leser beispielsweise einen Einblick in die Werkstatt bei Juwelier Osthues.

    Foto: hö
  • Um Karten für die Führungen zu gewinnen, müssen ab dem 10. März Bilderrätsel gelöst werden.

    Foto: Matthias Ahlke

Rummelig geht es indes im Kellergeschoss zu, wenn über Rollbügel und ein Schienensystem neue Ware angeliefert wird. Die Lagermengen halten sich allerdings in Grenzen, seitdem parallel auch das Online-Geschäft floriert, so Weitkamp. Ob Verkauf vor Ort oder Online-Handel – am Prinzipalmarkt arbeiten 130 Mitarbeiter Hand in Hand. Weitkamp: „Wir wollen schließlich nicht zum Heimatmuseum werden.“ Die historischen Wurzeln sind dennoch unübersehbar – auf dem Familienwappen mit den zwei Weizenähren am Giebel –, „die Weitkamps kamen von einem Bauernhof und bauten Weizen an“. Vom Weizen über Schirme zur Mode – ein langer Weg in der über 125-jährigen Firmengeschichte.

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