Bürgerumfrage für Münster-Barometer
Hindenburg im Hintertreffen

Münster -

Kurz vor dem Bürgerentscheid zeichnet sich eine Mehrheit für die Schlossplatz-Befürworter ab. Bei der repräsentativen Befragung von 1147 wahlberechtigten Münsteranern im Münster-Barometer der Forschungsgruppe „bema“ der Universität Münster bevorzugten 54 Prozent den Namen Schlossplatz.

Samstag, 08.09.2012, 07:09 Uhr

Schlossplatz oder wieder Hindenburgplatz? Münster kämpft um den richtigen Namen für seinen größten zentralen Platz – am 16. September entscheiden die Bürger. Bei der repräsentativen Befragung von 1147 wahlberechtigten Münsteranern im Münster-Barometer der Forschungsgruppe „bema“ der Universität Münster im Auftrag der Westfälischen Nachrichten zeichnet sich eine Mehrheit für die Schlossplatz-Befürworter ab. Bei der telefonischen Befragung zwischen dem 20. August und dem 3. September bevorzugten 54 Prozent der Münsteraner den Namen Schlossplatz, 46 Prozent möchten, dass der Platz wieder nach dem ehemaligen Reichspräsidenten Hindenburg benannt wird. 73 Prozent der Wahlberechtigten gaben an, am Bürgerentscheid teilnehmen zu wollen.

Nur in der Gruppe der Befragten über 65 Jahren zeichnet sich eine knappe Mehrheit von rund 51 Prozent für den Namen Hindenburgplatz ab. Ähnlich umstritten ist die Frage bei den jungen Wählern unter 30, die mit knapper Mehrheit zum Namen Schlossplatz neigen. In den am stärksten in der Bevölkerung vertretenen Gruppen der 30- bis 64-Jährigen allerdings gibt es eine deutliche Tendenz zum Namen Schlossplatz.

Münsteraner, die angaben, bei der Kommunalwahl die CDU wählen zu wollen, bevorzugen eher den Namen Hindenburgplatz (54,5 Prozent), in den Lagern der SPD- und Grünen-Wähler gibt es eine deutliche Präferenz für den Schlossplatz, auch Frauen entscheiden sich mit deutlicherer Mehrheit für den Schlossplatz als Männer.

Die Art, wie es zu dem umstrittenen Ratsbeschluss kam, nach dem der frühere Hindenburgplatz in Schlossplatz umbenannt wurde, stößt vielen Münsteranern auf. Rund 51 Prozent sagten, die Bevölkerung sei nicht ausreichend beteiligt gewesen.

Rund die Hälfte der Münsteraner stimmt der Aussage zu, dass der Hindenburgplatz nicht hätte umbenannt werden sollen. Diese Gruppe ist allerdings nicht komplett identisch mit denen, die beim Bürgerentscheid dafür stimmen wollen, dass der alte Name wiederkehrt. Etliche, die diese Meinung teilen, sind aber trotzdem dafür, dass es nun beim Namen Schlossplatz bleiben und nicht zu einer Rückbenennung kommen soll.

Der wichtigste Beweggrund für die Schlossplatz-Befürworter am Bürgerentscheid teilzunehmen, ist es, die erneute Umbenennung in Hindenburgplatz zu verhindern.

Die Debatte um den Namen des Platzes würde auch das Wahlverhalten der Münsteraner beeinflussen, wenn nun Kommunalwahlen wären.

Die CDU verliert gegenüber den Umfragen der vergangenen zwei Jahre an Zuspruch, CDU-Oberbürgermeister Markus Lewe, der sich offensiv für den Namen Schlossplatz starkgemacht hat, erhält spürbar weniger Zustimmung im eigenen Lager als bisher.

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