Vor dem Bürgerentscheid
Mehr als 40.000 haben schon ihr Kreuz gemacht

Münster -

Hindenburgplatz oder Schlossplatz? Schon jetzt ist eine hohe Wahlbeteiligung beim Bürgerentscheid abzusehen. Am Freitagabend hatten bereits 10.000 Briefwähler mehr ihr Kreuz gemacht als beim Bürgerentscheid zur Musikhalle vor vier Jahren.

Samstag, 15.09.2012, 06:09 Uhr

Vor dem Bürgerentscheid : Mehr als 40.000 haben schon ihr Kreuz gemacht
Muss die neue Straßenbeschilderung wieder rückgängig gemacht werden? Foto: Matthias Ahlke

Hindenburgplatz oder Schlossplatz – das ist die große Frage, auf die es am Sonntag nach jahrzehntelanger und am Ende hoch emotionaler Debatte endgültig eine Antwort geben wird. 237.727 Münsteraner ab 16 Jahren, darunter 8000 EU-Ausländer, sind beim vierten Bürgerentscheid der Stadtgeschichte zur Abstimmung aufgerufen. Gestern Abend zeichnete sich eine hohe Wahlbeteiligung ab. 40 314 Bürger haben bereits ihr Kreuz gemacht. Das sind gut 10.000 Briefwähler mehr als beim Bürgerentscheid in der Musikhallenfrage vor vier Jahren.

Wer morgen in eines der 66 Abstimmungslokale geht, muss gut überlegen, wo er sein Kreuz macht. Wer mit Ja stimmt, möchte dass der Ratsbeschluss über die Umbenennung aufgehoben wird und die zweitgrößte innerstädtische Freifläche Europas Hindenburgplatz heißt. Wer Nein ankreuzt, spricht sich für den vom Rat beschlossenen Namen Schlossplatz aus. Setzt sich diese Bezeichnung durch, bleiben die aktuellen Schilder hängen. Will die Mehrheit den Hindenburgplatz, kommen die seit Frühjahr auf dem Bauhof des Tiefbauamtes eingelagerten Schilder zurück. 24 Häuser bekämen eine neue/alte Adresse.

Stimmzettel Bürgerentscheid

Stimmzettel Bürgerentscheid

Bei einer vor einer Woche veröffentlichten Umfrage der Forschungsgruppe Bema, in Auftrag gegeben von unserer Zeitung, zeichnete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Von den 1147 repräsentativ befragten, wahlberechtigten Münsteranern sprachen sich 54 Prozent für den neuen Namen Schlossplatz und 46 Prozent für den alten Namen Hindenburgplatz aus.

Nicht nur die Geschichte des Platzes, sondern auch die Geschichte des Namens beschäftigt die Historiker seit Jahren. Angelegt wurde der Platz als Esplanade. Gemeint ist damit ein freies Schussfeld vor den Toren der Stadt. Ab dem 18. Jahrhundert bürgerte sich der Name Neuplatz ein. 1927 beschloss Münsters Magistrat, den Platz zu Ehren des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg umzubenennen. Obwohl Hindenburg nach dem Zweiten Weltkrieg von den Alliierten als „Militarist“ eingestuft wurde und eine Rückkehr zum alten Namen erfolgen sollte, blieb der alte Namen bestehen.

Der Beschluss des Rates vom 21. März zum neuen Namen Schlossplatz geht zurück auf einen Antrag der SPD aus dem Jahr 2008. Zuvor hatte die Stadtverwaltung für die Jahre 1965 bis 2007 insgesamt 14 Anträge auf Umbenennung registriert, die aber allesamt von den politischen Parteien nicht aufgegriffen wurden.

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