Datenschutz setzt enge Grenzen
Schülerfotowettbewerb 2018 fällt aus

Münster -

Das Jahresthema 2018 „Unser Münster“ stand schon fest, mit Beginn der Ferien wären die ersten Beiträge zum Schülerfotowettbewerb eingetroffen. Doch die Veranstalter setzen den Wettbewerb nun aus; die neuen Datenschutzvorschriften setzen zu enge Grenzen.

Freitag, 29.06.2018, 14:14 Uhr

Die Jury des vergangenen Jahres bei der Bewertung der eingereichten Fotos. Der Datenschutz erschwert künftig das Sammeln und Archivieren von Bildern und Urheberinformationen.
Die Jury des vergangenen Jahres bei der Bewertung der eingereichten Fotos. Der Datenschutz erschwert künftig das Sammeln und Archivieren von Bildern und Urheberinformationen. Foto: Oliver Werner

An dieser Stelle hätte eigentlich eine weitere Einladung zum Schülerfotowettbewerb 2018 veröffentlicht werden sollen. Thema und Einsendeschluss stehen seit einigen Wochen fest – und mit Beginn der Sommerferien treffen für gewöhnlich die ersten Bilder in der Redaktion ein.

Aber dazu kommt es nicht. Der Schülerfotowettbewerb, der von den Westfälischen Nachrichten , dem städtischen Schulamt und der Sparkasse Münsterland-Ost seit 36 Jahren gemeinsam veranstaltet wird, muss in diesem Jahr ausfallen. Die Redaktion hat in letzter Minute die Reißleine gezogen – als feststand, dass sich der Wettbewerb nicht rechtssicher durchführen lässt. Die „Europäische Datenschutzgrundverordnung“ steht im Weg.

Das Problem: Der Fotowettbewerb richtet sich an Schülerinnen und Schüler, naturgemäß also fast ausschließlich an Minderjährige. Seit einigen Jahren werden die Beiträge digital eingereicht – mit Angaben wie Name, Anschrift, Geburtstag und Schule. Dies ist ohne ausdrückliche Einwilligung der Eltern nicht zulässig, wobei die Veranstalter nun verpflichtet sind, nicht nur die Zustimmung selbst, sondern auch die Echtheit der Zustimmung zu überprüfen – und zwar bevor überhaupt Bilder und Urheberinformationen gesammelt werden.

Bislang hat sich kein Verfahren finden lassen, dies sowohl rechtssicher als auch praktisch umzusetzen. Bei einigen Hundert Einsendungen wäre der Mehraufwand in jedem Fall groß; auch für die jungen Teilnehmer, die bei jeder Anmeldung zusätzliche Formalitäten zu erledigen hätten. Dabei war es gerade das fast barrierefreie Anmeldeverfahren, das in den vergangenen Jahren konstant hohe Teilnehmerzahlen sicherte.

Der Wettbewerb wurde 1982 gegründet, zu einer Zeit, in der solche Hürden praktisch keine Rolle spielten. Konflikte um die Zustimmung von Erziehungsberechtigten oder Urheberrechte hat es in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Die Veranstalter hoffen deshalb, dass der Schülerfotowettbewerb eine Zukunft hat – und dass im nächsten Jahr Klarheit darüber herrscht, wie sich der Gesetzgeber die Umsetzung der von ihm formulierten Anforderungen vorstellt. Dann hat vielleicht auch das ursprünglich vorgesehene Jahresthema „Unser Münster – Stadtteil, Viertel, Nachbarschaft“ eine zweite Chance.

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