Kunstförderung
Rickert setzt Hotel „unter Wasser“

Münster-Hiltrup -

Ein Kanal. Ein Hotel. Ein Künstler. Wie das zusammengeht zeigt Michael Rickert ab dem 28. Oktober. Das Element Wasser steht im Fokus der ersten Werkschau des neuen Hauskünstlers im Hotel & Restaurant „Zur Prinzenbrücke“.

Freitag, 11.09.2015, 17:09 Uhr

Wasser ist ihr Element: Der Hiltruper Künstler Michael Rickert (M) hat in Petra und Udo Schüssler (Hotel & Restaurant „Zur Prinzenbrücke“) feste Kuratoren gefunden.
Wasser ist ihr Element: Der Hiltruper Künstler Michael Rickert (M) hat in Petra und Udo Schüssler (Hotel & Restaurant „Zur Prinzenbrücke“) feste Kuratoren gefunden. Foto: Peter Sauer

Zwölf Meter tief tauchte der bekannte Künstler und KvG-Kunsterzieher Michael Rickert noch in den 1990er-Jahren nach Korallen am Mittelmeer. Das urwüchsige Element Wasser lässt ihm seitdem keine Ruhe. „Wasser übt auf mich eine enorme Faszination aus, ist ein lebensspendendes Element, ein reinigendes, ein verbindendes Element für Kommunikation und ein entschleunigendes.“

Ab 28. Oktober (Vernissage um 18 Uhr) setzt Rickert nach eigenen Worten, das Hotel und Restaurant „Zur Prinzenbrücke“ am Osttor 16 „unter Wasser“. Natürlich nur im übertragenen Sinne. Eine Starkregenkatastrophe wie vom 28. Juli 2014 braucht niemand ein zweites Mal.

Rickert setzt vielmehr aktuell auf Wasser-Exponate und hat in den Hotelinhabern Petra und Udo Schüssler echte Fans gefunden. Künftig werden sie in ihrem Haus nur noch Rickert-Werke zeigen. Vorbei ist die Zeit der Wechselausstellungen. Und was ist mit dem Nachwuchs? Die beliebten und von Rickert im Hotel initiierten Schüler-Ausstellungen könnten möglicherweise künftig in der Jugendkirche „effata“ in der City gezeigt werden. Die Entscheidung steht noch aus.

In seiner ersten großen Werkschau im Hotel „Zur Prinzenbrücke“ greift Rickert nach den Herbstferien mit Bildern der vergangenen fünf Jahre die räumliche Nähe zum Dortmund-Ems-Kanal. Auch wenn es dort keine Korallen gibt, so übt auch hier das Wasser, etwa wenn es – wie in diesen Tagen – so schön in der spätsommerlichen Nachmittagssonne glitzert, auf Rickert eine ähnlich beseelende und initiatorische Inspiration aus wie damals am Mittelmeer. Dann greift der 62-Jährige nicht nur zu Pinseln, Ölfarben und wasserabweisende Tusche, sondern verarbeitet allerlei Fundstücke aus dem alltäglichen Leben, wie Sande, Metalle, Holzspäne.

Seine mehrschichtigen und lasierten Bilder funkeln wie leuchtende Gesteine mit geheimnisvollem Schimmer. Ihr mehrschichtiger Farbaufstrich zeigt ähnliche Risse wie bei Porzellan oder archaischen Landschaften.

Wie sich das Wasser der Flüsse, Kanäle oder Meere vom purpurblau bis tiefem Grün von der Natur (und durch menschliche Einflüsse) stetig verändert, nutzt Rickert bei seinen Wasser-Bildern ein Farbspektrum vom lichten Grün, über Türkisblau bis zum Dunkelblau. Beispielhaft sind seine Bilder aus der Serie „Panta rhei“, mit sand- und wellenförmigen Sujets. Manche Werke erscheinen so plastisch, man könnte meinen sie wären noch unfertig und nass. Entscheidend ist für Rickert „nicht die Maltechnik, sondern die Fähigkeit, zu sehen und das Gesehene sichtbar zu machen”.

Dabei sieht er sich in der Tradition von Max Ernst, Ernst-Ludwig Kirchner und Udo Scheel. Das kuratierende Hotel-Ehepaar Petra und Udo Schüssler sieht in Rickerts Werken den kongenialen künstlerischen Rahmen zum räumlichen Ambiente ihres Hauses. Ihr Interesse an seinen Werken ist so groß, dass Rickert diese in zwei Bullis verpacken musste. Man kann sich also auf abwechselnde Ausstellungen gefasst machen – abseits des ästhetischen Mainstreams, mit viel Tiefe und Fantasie und handwerklicher Brillanz. und stets mit Blick auf den Kanal.

Zum Thema

Vernissage am 28. Oktober im Hotel „Zur Prinzenbrücke“, 18 Uhr. Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt wird die Eröffnungsrede halten.

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