Insel-Lektüre
Eine Insel sucht einen Mörder

MÜNSTER-ALBACHTEN -

Gute Nachbarschaft ist wichtig. Und im Strandkorb sitzen alle gerne. Vor allem, wenn man in guter Nachbarschaft einen Krimi schreibt, der auf einer geheimnisvollen Insel spielt.

Dienstag, 26.04.2016, 17:04 Uhr

Stilecht im Strandkorb präsentieren die Albachtener Autoren Andrea Timm und Christhard Lück ihren Inselkrimi „Der Mond ist aufgegangen .
Stilecht im Strandkorb präsentieren die Albachtener Autoren Andrea Timm und Christhard Lück ihren Inselkrimi „Der Mond ist aufgegangen . Foto: ans

Den alten Pastor brachten sie erst später um. Monate vorher entdeckten Andrea Timm und Christhard Lück bei einem Grillabend in der Nachbarschaft , dass sie denselben Traum hatten: Sie wollten einen Krimi schreiben. Die beiden taten sich zusammen. Ihr Erstlingsmord erscheint jetzt als Roman unter dem Titel „Der Mond ist aufgegangen ...“ ( St. Benno-Verlag , Leipzig , ISBN 978-3-7462-4600-0).

Im Spätsommer 2014 hatten sie gegrillt, danach schmiedeten sie Pläne, verwarfen Ideen und schufen schließlich eine kleine Welt. Sie dachten sich die Insel „Möwewind“ aus, die die gelernte Architektin Timm ebenso akribisch wie liebevoll zeichnete – eine Landkarte des mörderischen Geschehens. Das Autoren-Duo schickte Heldin und Ingwer-Orange-Tee-Trinkerin Svea Norden zur Kur auf das Eiland irgendwo vor der norddeutschen Küste. Dann ließen die beiden Albachtener den Inselseelsorger Ansgar bei Mondschein sterben und die Handlung nahm Fahrt auf.

Um dabei den Kurs zu halten, mussten die Autoren eng zusammenarbeiten. Als sehr praktisch erwies es sich, dass Timm und Lück direkte Nachbarn an der Straße Kleine Breikamp in Albachten sind. Unbedingt nötig wäre das aber wohl nicht gewesen, denn viele Texte wurden per Mail ausgetauscht. Lück schrieb nämlich nachts und Timm morgens. „Wir haben uns fast nie gesehen“, erinnern sich die Autoren.

Natürlich blieb das Krimi-Projekt auch den Bewohnern der umliegenden Häuser nicht verborgen. Immer wieder wurde das Duo darauf angesprochen.

„Uns ist wichtig, dass es kein Kirchenkrimi ist“, sagt Lück. Es kämen schließlich auch viele Menschen außerhalb der Kirche vor. „Es geht um Schuld und Vergebung“, so Lück weiter. Neben Elementen des Psychothrillers sowie der Beziehungs- und Familiengeschichte böte „Der Mond ist aufgegangen“ auch „lebensweltliche Geschichten rund um den christlichen Glauben“, schreibt der Verlag.

Eben diese Lebenswelt ist dem Autoren-Duo sehr vertraut: Architektin Andrea Timm arbeitete auch jahrelang in der katholischen Kirche als Jugendgruppenleiterin in der Gottesdienstvorbereitung und Kommunionkatechese. Und Protestant Christhard Lück ist Professor für Religionspädagogik am Seminar für Evangelische Theologie der Uni Wuppertal. Beide haben schon Kurzgeschichten geschrieben. Beim WN-Kurzgeschichten-Wettbewerb reichten sie Beiträge ein: Timm gewann den dritten Preis.

Inselfans sind die Albachtener aber auch, daher wählten sie diesen abgeschlossenen Raum als Bühne für ihre Ideen. Einige der insgesamt 50 angeschriebenen Verlage hätten lieber eine reale Insel als Vorbild gehabt. Auf Norderney oder Rügen zum Beispiel wollten sich die Albachtener Autoren aber nicht festlegen und so bleibt der Krimi ohne geografische Einschränkungen in den Strandkörben an Nord- und Ostsee gleichzeitig lesbar. Drei Verlage waren schließlich noch interessiert. Die Leipziger (St.Benno-Verlag) machten das Rennen.

Wie geht es weiter? Timm und Lück arbeiten schon mit Hochdruck an einem Nachfolgeband. Der wird wieder auf „Möwewind“ spielen. „Weißt du wie viel Sternlein stehen?“ soll der neue Krimi heißen. Es geht um ein Abi-treffen nach 20 Jahren. 70 Seiten sind bereits fertig. Mindestens eine neue Leiche dürften Timm und Lück also schon wieder auf ihren Gewissen haben.

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