Gesellschaftliches Leben
Wie geht es den Jugendlichen?

Münster-Hiltrup -

Was machen junge Leute in Hiltrup, Berg Fidel und Amelsbüren? Wie geht es ihnen? Wie verläuft die Integration mit gleichaltrigen Flüchtlingen? Nur drei Fragen die beim ersten großen Treffen von Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt mit den Leitern der hiesigen Jugendeinrichtungen umfangreich erörtert wurde.

Donnerstag, 07.12.2017, 08:12 Uhr

Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt (v.l.) unterhielt sich mit Bezirksverwaltungsleiter Dieter Tüns, Susanne Löde und Dominik Kleine-Finke (beide VSE), Wolfgang Strunk (Evangelische Kirchengemeinde), Berthold Götte (Stadtteilhaus Lorenz-Süd), Helmut Koenen (Jugendheim St. Clemens), Susanne Decker (Jugendzentrum Black Bull) sowie Bernd Gaußelmann-Reinhardt (37 Grad).
Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt (v.l.) unterhielt sich mit Bezirksverwaltungsleiter Dieter Tüns, Susanne Löde und Dominik Kleine-Finke (beide VSE), Wolfgang Strunk (Evangelische Kirchengemeinde), Berthold Götte (Stadtteilhaus Lorenz-Süd), Helmut Koenen (Jugendheim St. Clemens), Susanne Decker (Jugendzentrum Black Bull) sowie Bernd Gaußelmann-Reinhardt (37 Grad). Foto: pesa

Die gute Nachricht: nicht wenige junge Mädchen aus Hiltrup und Amelsbüren haben sich in der Vergangenheit im Umfeld hiesiger Jugendtreffs in gleichaltrige Flüchtlinge verliebt. Zudem sind gute Freundschaften entstanden. Die schlechte Nachricht: Rund um das Schulzentrum, die Stadthalle und neuerdings auch vor dem neuen Edeka treffen sich multikulturelle Jugendcliquen, die dort an festen Stellen ihre Revier markieren. Es kommt häufig zu Sachbeschädigungen. Einige Jugendliche kommen, so Dieter Tüns von der Bezirksverwaltung, ihrer Schulpflicht nicht nach.

„Wir müssen den jungen Leuten ins Gewissen reden, sonst versauen sie sich ihre ganze Zukunft“, antwortete Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt . Er hatte die Leiter der hiesigen Jugendtreffs am Dienstag erstmals zu einer mehrstündigen Sitzung eingeladen.

Streetworkerin Susanne Löde (VSE) sagte: „Wir überprüfen regelmäßig den Bereich am Schulzentrum. Wir gehen auf die jungen Leute zu.“ Löde berichtete von einer steigenden Wohnungslosigkeit bei jungen Leuten: „Wir begleiten die Jugendlichen unter 18 Jahren zum Haus der Wohnungslosenhilfe, gehen auch mit jungen Obdachlosen zum Jugendamt und Jobcenter, damit sie was zu essen bekommen.“ Susanne Decker (Black Bull) weiß, dass junge Mädchen das Sleep-In nutzen.

Bürgermeister Schmidt will auch wissen wie die Integration verläuft. Einen großen Zulauf an jungen Flüchtlingen verzeichnete nicht nur das 37 Grad im ersten Halbjahr 2017. „Nach den Sommerferien kamen kaum noch Flüchtlinge. Die meisten leben jetzt in eigenen Unterkünften in der Innenstadt“, sagt Leiter Bernd Gaußelmann-Reinhardt. Eine ähnliche Entwicklung bestätigten Susanne Decker, Helmut Koenen (Jugendheim St. Clemens) und auch Wolfgang Strunk (ev. Jugendzentrum): „Eigentlich schade, dass die Flüchtlinge nun woanders wieder neu anfangen müssen.“ Wie ist es mit der sprachlichen Kompetenz? Wolfgang Strunk antwortete: „Sie ist durch Deutschkurse und unsere Arbeit besser geworden – das ist aber Einzelfall-bedingt. Über Drei-Wort-Sätze hinaus wird es schwierig.“ Oft würden Flüchtlingskinder als Dolmetscher für ihre Eltern agieren, ergänzten die Kollegen, was manche Eltern aber gar nicht gut fänden.

„Unser Kindertreff wird an sechs Tagen gut genutzt“ sagte Berthold Götte (Lorenz-Süd), für viele sind wir zu einer zweiten Familie geworden.“ Götte kritisierte, dass Bewerbungen junger Roma trotz guter Zeugnisse keinen Erfolg hätten, weil für viele Firmen die Adresse Trautmannsdorffstraße ein Ausschlusskriterium sei. Dort steht ein Übergangs-Wohnheim.

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