ÖPNV
Ziel: Barrierefreiheit in Amelsbüren

Münster-Amelsbüren -

Nicht nur Rollstuhlfahrer haben es am Bahnhaltepunkt Amelsbüren bislang nicht gerade einfach. Jetzt soll sich endlich etwas tun, in Sachen barrierefreier Ausbau. Aber auch trotz Vordringlichkeit – es gibt erneut Handicaps bei der Planung. Am 27. Juni will der Verkehrsausschuss der Stadt eine Entscheidung treffen.

Mittwoch, 12.06.2019, 06:00 Uhr
Der Ausbau des Haltepunktes durch die DB und der städtische Bau einer zusätzlichen Rampe beschäftigt weiterhin die Gremien.
Der Ausbau des Haltepunktes durch die DB und der städtische Bau einer zusätzlichen Rampe beschäftigt weiterhin die Gremien. Foto: Grottendieck

Der barrierefreie Ausbau des Bahnhaltepunktes in Münster-Amelsbüren wird erst im Zuge des zweigleisigen Ausbaus der Strecke durch die DB AG weiterverfolgt. So der Beschlussvorschlag des Amtes für Mobilität und Tiefbau, der am 6. Juni in der Bezirksvertretung Hiltrup erörtert wurde. Die abschließende Entscheidung trifft am 27. Juni (Donnerstag) der Ausschuss für Stadtplanung, Stadtentwicklung, Verkehr und Wohnen.

Die BV nahm die Ergebnisse der „Machbarkeitsstudie zum barrierefreien Ausbau der Bahnhaltepunkte in Sprakel, Albachten und eben Amelsbüren“ zur Kenntnis. Aber wie ist nun konkret die Ausgangslage?

Der Haltepunkt Amelsbüren liegt an der zwischen Münster und Lünen in weiten Teilen nur eingleisig ausgebauten Schienenstrecke Münster-Lünen-Dortmund. Am Haltepunkt Amelsbüren ist sie zweigleisig, das östliche Gleis dient als Bahnsteiggleis Richtung Münster und als Überholgleis. Ein barrierefreier Zugang zum Bahnsteig ist nicht vorhanden. Der Zugang zum Mittelbahnsteig erfolgt nur über eine Treppe am nördlichen Bahnsteigende, die in eine Personenunterführung führt. Diese endet an einer weiteren Treppe in Höhe der Fahrradständer.

Das soll sich ändern: der Umbau der Verkehrsstation Amelsbüren soll neuen Schwung bekommen, da er Bestandteil der Planung zum zwei-gleisigen Ausbau der Bahnstrecke Münster-Lünen ist – als Projekt des vordringlichen Bedarfs im Bundesverkehrswegeplan 2030. Allerdings jetzt doch nur eingeschränkt, wie das Bundesverkehrsministerium Ende April bestätigte.

Demnach wird die beschädigte Strecke zwischen Münster und Lünen konkret nur auf einer Länge von sechs Kilometern ausgebaut. In diesem Abschnitt zwischen Ascheberg und Davensberg soll ein zweites Gleis gebaut werden. Wegen zu hoher Kosten wird die restliche, eigentlich mit gleicher Vordringlichkeit bedachte Strecke nicht berücksichtigt.

Grundsätzlich ist die DB AG für die Barrierefreiheit an den Gleisen verantwortlich, die Stadt sichert die barrierefreie Erreichbarkeit des Haltepunktes aus dem öffentlichen Straßennetz.

Alte Überlegungen der DB AG sehen den Einbau eines Aufzuges zwischen beiden Gleisen sowie eine dafür zwingend erforderliche Verlängerung und Verbreiterung des Bahnsteiges vor. Der Aufzug liegt demnach gegenüber der vorhandenen Treppe. Auf Bahnsteigebene werden die Reisenden (in den Plänen) westlich an der Treppe vorbei zu den Zügen geführt. Der erforderliche Mindestabstand beträgt 2,50 Meter zwischen Treppe und Bahnsteigkante. Derzeit sind es nur 1,20 Meter Breite. Diese Verbreiterung löst weitere umfangreiche Anpassungen der Gleisabstände mit Angleichungen der Weichen, Oberleitungen, Signaltechnik sowie der Telekommunikationsanlagen aus.

Im Zugangsbereich soll die vorhandene Treppe auf 1,70 m Breite zurückgebaut und auf der Restbreite – dann von der Stadt – eine rund zwölf Meter lange Rampe zwischen Zuwegung und Personenunterführung errichtet werden. Die Stadt kann aber erst die mit 58 600 Euro berechnete Rampe bauen, wenn die DB den Haltepunkt Amelsbüren barrierefrei ausbaut. Und das ist derzeit noch ziemlich offen.

Daher suchte die Stadt nach einer Interimslösung und schlug eine höhengleiche Querung des Überholgleises mittels eines Reisendenüberweges vor. Das ist aber laut DB-Richtlinien derzeit nicht zulässig, da das Überholgleis mit einer zulässigen Geschwindigkeit von 60 Stundenkilometer in beide Richtungen befahren wird.

Fazit: Ein barrierefreier Ausbau der Bahnstation Münster-Amelsbüren ist ohne konkretere Planungen zum Ausbau der Gesamt-Strecke Münster-Lünen nicht möglich. Für die Zukunft ist wichtig, dass die Planungen der DB AG mit den städtischen Planungen rechtzeitig abgestimmt und synchronisiert werden – so die Vorlage der Verwaltung.

Aufgrund der aktuellen Aufgabendichte und der mangelnden Personalkapazitäten ist eine kurzfristige Bearbeitung der Bahnhaltepunkte allerdings nicht möglich. Für die weitere Bearbeitung wird eine zusätzliche halbe Ingenieursstelle benötigt.

Es obliegt nun den Politikern, die Ausbaupläne bei der DB zu beschleunigen und das zweite Gleis über die sechs Kilometer (zwischen Ascheber und Davensberg) hinaus einzufordern. Nächste Gelegenheit dazu wäre am 27. Juni – beim Verkehrsausschuss der Stadt.

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