Entertainment
Drei Damen haben den Swing

Münster-Albachten -

Sie sind jung und attraktiv, setzen aber nicht auf zeitgemäßen Rap oder Rock. In wunderbaren Kostümen halten die Zucchini-Sistaz eine ganz besondere Musik-Vergangenheit jung. Mit ihrem wunderbaren 20er-bis40er-Swing in zeitgemäßen Arrangements, sowie ihren eigenen Songs, wie „Fräulein Flunker“ oder „Schweinehund“, bieten sie eine unverwechselbare und faszinierende Show – so auch am 28. Juni in Albachten.

Montag, 01.07.2019, 18:02 Uhr aktualisiert: 04.07.2019, 13:18 Uhr
Für tolle Stimmung sorgten (v.l.) Sinje Schnittker, Jule Balandat und Tina Werzinger.
Für tolle Stimmung sorgten (v.l.) Sinje Schnittker, Jule Balandat und Tina Werzinger. Foto: Annegret Lingemann

Eine Bühnendekoration brauchen sie nicht. Die Zucchini Sistaz sind schon für sich eine Augenweide – grün wie das Gemüse, nach dem sie sich benannt haben. Sie tragen fantasievolle Kleider in grünlichen Schattierungen, an den Ohren klimpert es grün und auf den Köpfen haben sich schmetterlingsgleiche Blütengebilde niedergelassen.

Mit ihrem Programm „Falsche Wimpern“ ernteten die drei Zucchini Sistaz in Albachten bei etwa 350 Besuchern im Haus der Begegnung geradezu frenetischen Beifall. Es war ein Abend der Extraklasse. „Das Highlight der Saison“, urteilte denn auch Manfred Rösmann vom Albachtener Kultur-Freitag.

Bei diesem grünen Gemüse saß einfach jeder Ton und jede Geste. Auch wenn alles leicht und spielerisch wirkte, so war das Zusammenspiel perfekt und hoch professionell. Kaum ein Blasinstrument, das Sinje „Schnittchen“ Schnittker nicht spielte: Trompete, Flügelhorn, Posaune, Melodica und „Schwarzwurzel“ – nein: Klarinette, dazu Xylofon und Perkussionsinstrumente, um nur einige zu nennen.

Jule Balandat bedient den „Rumpelbass“, und Tina „La“ Werzinger spielt Gitarre und „Schnukulele“ wie sie ihr kleinstes Instrument nannte. Dazu singen alle und leiden gemeinsam an einer ansteckenden Berufskrankheit: an Ohrwürmern.

Auch die Zuhörer wurden infiziert, denn der jazzige Sound der 40er-Jahre, mit dem sie bekannte Stücke wie Variationen aus „Carmen“, den „Säbeltanz“ von Chatschaturjan, „Night and Day“ von Cole Porter, „Rum and Coca-Cola“ von den Andrews Sisters oder „Männer“ von Herbert Grönemeyer darboten, wirkten spannend verfremdet, aber der bis auf den allerletzten Platz besetzte Saal swingte und groovte.

Auch etliche eigene Stücke mit witzigen Texten hatten sie im Gepäck. „Wir spielen im Big-Band-Stil, obwohl wir keine Big Band sind und wir spielen Jazz ohne Schlagzeug aber mit einer Gitarre. Das ist ganz untypisch, ergibt aber reizvolle Effekte und einen speziellen Sound“, sagte Werzinger.

In ihrer musikalischen Gemüseküche werden immer wieder neue Rezepturen ausprobiert, musikalische und auch kulinarische.

Derzeit sammelt das Trio Rezepte für ein Zucchini-Kochbuch, Vorschläge erwünscht. Das Publikum des „musikalischsten Stadtteil Münsters“ durfte sogar bei einer Song-Uraufführung im Repertoire abstimmen: „Blue Skies“ erntete auf Anhieb Begeisterung.

Einen „Ohrwurm to go“ gab es zum Schluss auch noch. Im Parkett, unmittelbar bei den Zuhörern, dankten die „Zucchinetten“ ihrem Publikum mit einer einschmeichelnden Version von „It´s a lucky day“.

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