Klassik 2.0.
Mozart mit Verve und Esprit

Münster-COERDE -

Klassische Musik und junge Menschen muss kein Widerspruch sein. Nachwuchsmusiker aus Rumänien zeigten jetzt in Coerde, wie zauberhaft sie Mozart spielen können.

Mittwoch, 17.07.2019, 09:00 Uhr
Die jungen Nachwuchsmusiker kamen durch Vermittlung von Lavinia Dragos (3.v.r. am Klavier) nach Coerde und begeisterten das Konzertpublikum.
Die jungen Nachwuchsmusiker kamen durch Vermittlung von Lavinia Dragos (3.v.r. am Klavier) nach Coerde und begeisterten das Konzertpublikum. Foto: Claus Röttig

Den Zuhörer stockte schon nach den ersten Tönen der Atem: „Das ist ja unglaublich“, entfuhr es einer Seniorin in der dritten Reihe im Andreas-Kirchenzentrum. Denn am Klavier wurde Mozart gegeben, genauer zwölf Variationen von „Ah, vous dirai-je, Maman“. So mancher kennt die Melodie auch als „Morgen kommt der Weihnachtsmann“.

Doch mit dem bekannten Kinderlied hatte das, was die Besucher bei dem Benefiz-Konzert zu hören bekamen, nur wenig zu tun. Virtuos gespielt, echte Konkurrenz für jeden Berufsmusiker. Aber: Am Klavier saß ein Junge aus Rumänien, der bei dem diesjährigen „Résonnance-Sommercamp“ in Coerde mitgemacht hatte.

Erstklassig: Paul Alexandru Ilie.

Erstklassig: Paul Alexandru Ilie. Foto: Claus Röttig

Das Programm war gespickt von Nachwuchstalenten, die die Zuhörer in blankes Erstaunen versetzen. Mehr als anspruchsvoll, von Schubert über Grieg bis Chopin, ging die Reise durch die Klassik. Dabei waren die Nachwuchspianisten gerade mal zwischen elf und 14 Jahren alt. Pfarrer André Sühling und Pfarrer Frank Beckmann erklärten das System hinter dem Résonnance-Camp.

„Die Kinder kommen alle aus Rumänien, sind hochbegabt.“ So weit so gut, doch durch die finanzielle Situation der Eltern sei den Kindern der Zugang zur Musik einfach nicht möglich. „Da springt die Résonnance-Stiftung Rumänien ein, finanziert solchen Unterricht und auch die Reisen wie nach Münster oder in andere Länder“, so Sühling.

In diesem Jahr sind die Kinder durch Lavinia Dragos nach Coerde gekommen, das Sommercamp findet sonst jedes Jahr in einer anderen europäischen Stadt statt. Lavinia Dragos ist die Frau von Alexandru Dragos, der sich im Bistum Münster um die rumänischen Christen kümmert – und selber brillante Musikerin und Teil der Résonnance-Stiftung. „Das Ziel ist es, Kindern den Weg zur Musik zu ermöglichen“, so die erklärenden Worte der Künstlerin vor dem Konzert. 1998 sei die Stiftung in der Schweiz gegründet worden, habe in verschiedenen europäischen Ländern nun einen Sitz und veranstalte im Jahr rund 400 klassische Konzert.

Hinzu kommen zehn Meisterklassen, was die Besucher des Konzertes auch deutlich merkten. „Wir wollen begabte Kinder einfach unterstützen, die einfach sonst kein Geld für Klavier hätten.“

Nun machte das Sommercamp, ein Teil des Programms der Résonnance-Stiftung Station in Coerde. Unterricht in der Thomas-Morus-Schule, eine Woche intensive Proben in der Meisterklasse von Dragos, am Ende ein Konzert, dessen Erlös der Stiftung zugute kommt. „Da muss man Musik wirklich lieben“, war sich ein Ehepaar, das vor Staunen kaum ruhig sitzen konnte, einig. Es sei einfach beeindruckend gewesen, welche Töne der Nachwuchs dem Klavier entlocken könne.

Auch diese junge Mädchen überzeugte am Klavier.

Auch diese junge Mädchen überzeugte am Klavier. Foto: Claus Röttig

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