Ein Foto sagt mehr als 1000 Worte
„Hoffnung“-Foto wird in Berlin prämiert

Münster-Wolbeck -

Was kann eine einzige Fotografie bewirken – gerade in Zeiten medialer Reizüberflutung und neuen Aufrüstens? Mehr als man glaubt, wenn man sich auf das Wesentliche fokussiert. So geschehen bei der Fotografie „Hoffnung“ des Wolbecker Fotografen Ferdinand Jendrejewski. Am 1. November wird sie in Berlin prämiert.

Montag, 14.10.2019, 16:40 Uhr aktualisiert: 14.10.2019, 17:44 Uhr
Fotografiert hat Ferdinand Jendrejewski das prämiierte Foto auf dem Hawerkamp-Gelände in Nähe der Sputnik-Halle.
Fotografiert hat Ferdinand Jendrejewski das prämiierte Foto auf dem Hawerkamp-Gelände in Nähe der Sputnik-Halle. Foto: Peter Sauer

Als Kleinkind erlebte Ferdinand Jendrejewski den Zweiten Weltkrieg , als junger Mann den Mauerbau und kalten Krieg. Inzwischen ist der Wolbecker Fotograf 79 Jahre alt. Die Sorgen wegen Krieg und Terror sind für ihn nicht geringer geworden, ganz im Gegenteil. „Gerade die drohenden Kämpfe zwischen türkischen und syrischen Truppen in Nordsyrien machen eine Sache immer wichtiger: die Hoffnung.“

Deshalb betitelte er auch seine neue Fotoarbeit so. Sie zeigt, wie sich Stacheldraht um eine Absperrung schlängelt. Ein kleines Bäumchen mit farbenfrohem Laub an den dünnen Ästen scheint mühelos aus dem Stacheldraht hervorzuwachsen. Diese Bild-Komposition erweckt nicht nur Assoziationen an die Berliner Mauer, sondern auch an die Mauern zwischen den Kulturen und in den Köpfen der Menschen. Solch ausführliche Assoziationen will Fotograf Ferdinand Jendrejewski dem Betrachter gar nicht mit auf den Weg geben, auch weil er ein sehr unprätentiöser und bescheidener Mann ist.

Der frisch gebackene Meister der Deutschen Verbandes für Fotografie wird jetzt für seine Fotoarbeit „Hoffnung“ mit dem vierten Platz der Norddeutschen Fotomeisterschaft 2019 geehrt. Am 1. November in Berlin.

Ferdinand Jendrejewski

Ferdinand Jendrejewski

Entstanden ist „Hoffnung“ in der urwüchsigen Kulisse des Hawerkamps. „Ich war mit meiner Wolbecker Fotogruppe dort“, sagt er im Gespräch mit dieser Zeitung. „Nahe der Sputnikhalle erblicke ich mein Motiv mit diesem brutal wirkenden Stacheldraht und dem wunderbaren farbigen Zweig.“ Das war er mit seiner Panasonic GH3 bei Blende 8 einfing erinnerte den Wolbecker an aktuelle Kriege und das Schicksal geflüchteter Menschen. Jendrejewski entfernte das „Drumherum“ des Bildes. „Das war nicht so spannend.“ Er konzentrierte sich auf Stacheldraht, Absperrung und Laubzweig – das Lebens ausschnittshaft reduziert auf das Wesentliche als pars pro toto. Um seine Bedeutung zu unterstreichen: „In Zeiten von Krieg und Terror wird die Hoffnung immer wichtiger.“

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