Kabarettist auf hoher See
Ist denn schon Weihnachten?

Münster-angelmodde -

In den Supermärkten stehen Domino-Steine, Spekulatius und Lebkuchenherzen schon seit einiger Zeit wieder unübersehbar in den Regalen. Auch wenn die Temperaturen immer noch gut über die 20 Grad-Grenzen gehen zeigt sich – Weihnachten kommt! Und der Angelmodder Kabarettist hat dazu nicht nur ein Bühnenprogramm auf die Beine gestellt, sondern jetzt auch einen Prosa-Text in einer renommierten Anthologie veröffentlicht. Auftritte dazu bereitet er gerade mitten auf dem Atlantik vor.

Dienstag, 15.10.2019, 14:14 Uhr
Nah an der Freiheitsstatue von New York hat Kabarettist Carsten Höfer aus Angelmodde bereits sein Weihnachtsprogramm im Kopf und im Programmplaner.
Nah an der Freiheitsstatue von New York hat Kabarettist Carsten Höfer aus Angelmodde bereits sein Weihnachtsprogramm im Kopf und im Programmplaner. Foto: privat

Er traf Krokodile auf Jamaika und umkurvte Eisberge in Grönland: Der Angelmodder „Gentleman“-Kabarettist Carsten Höfer tritt noch bis 26. Oktober auf der Aida Luna auf, während das Kreuzfahrtschiff bei gemächlichen 18 Knoten von New York über Nassau/Miami nach Norfork fährt. Am heutigen Mittwoch erreicht Höfer auf der Luna den Hafen von Hamilton, der Hauptstadt der Bermuda-Inseln mit ihrem rosafarbenen Schimmer.

Beim Seetag findet der Angelmodder Zeit für ein Gespräch mit unserer Zeitung. Die Aida-Bühne erinnert ihn an seine Heimat: „Sie ist fast so groß wie das Große Haus in Münster.“ Es gibt aber einen großen Unterschied. „Die Zuschauer sitzen im 180-Grad-Halbkreis um mich herum und es gibt Laufpublikum.“

Auf einem kleineren Schiff war das Theater im Bug. „Da merkt man den höheren Wellengang als erstes und sehr intensiv.“ So fragte ihn der Entertainment-Manager eines anderen Schiffes mal vor einem Auftritt, ob er sich geschminkt hätte. Carsten Höfer verneinte. „Nun, dein Gesicht ist so grün“, erwiderte der Manager. Trotzdem zog der kreuzfahrende Kabarettist sein Programm durch. „Die Zuschauer waren begeistert, dass vor ihnen ein seekranker Künstler auf der Bühne stand, der sie zum Lachen brachte.“ Menschlich halt und bodenständig – eine der Stärken des Angelmodders.

New York inspirierte Carsten Höfer sehr.

New York inspirierte Carsten Höfer sehr.

Da er jetzt auf der Aida Luna nur vier Shows hat – die restlichen Tage sind Proben, Durchläufe, Besprechungen und Freizeit mit seiner Frau und seinem Sohn, hat er genügend Zeit sich auf seine diesjährige Festland-Saison als „Weihnachtsversteher“ vorzubereiten, die ihn vom 21. November bis Heiligabend fest einspannt. „Dann stehe ich fast jeden Tag auf der Bühne.“

In dieser sehr empfehlenswerten rororo-Anthologie, Ausgabe 2019, ist der erste Prosa-Text von Carsten Höfer zu finden. Zahlreiche satirische Texte widmen sich dem Fest der Feste.

In dieser sehr empfehlenswerten rororo-Anthologie, Ausgabe 2019, ist der erste Prosa-Text von Carsten Höfer zu finden. Zahlreiche satirische Texte widmen sich dem Fest der Feste. Foto: rororo

Auch um seinen ersten Prosa-Text zum Thema vorzustellen. Der Herausgeber der augenzwinkernden Anthologie „Was macht der Mann da unterm Baum“ im Rowohlt Taschenbuch Verlag, Dietmar Bittrich, fragte Höfer, nachdem er ihn auf der Bühne gesehen hatte. „Das Schwierigste war bei meinem Prosa-Debüt, dass ich nicht fiktive Figuren, wie bei meinen eigenen Büchern, verwenden konnte, sondern ich sollte autobiografisch aus meinem Künstleralltag rund um mein Weihnachtsversteher-Bühnenprogramm eine Kurzgeschichte formulieren.“

Auf der Bühne des Schiffs gibt Carsten Höfer unter anderem den „Ehemän“.

Auf der Bühne des Schiffs gibt Carsten Höfer unter anderem den „Ehemän“. Foto: privat

Das Ergebnis ist sehr unterhaltsam und bringt den harten Touralltag sehr pointiert nahe: So erinnert sich Höfer an einen Veranstalter, der ihm nach einem Auftritt in einer Allgäuer Kleinstadt ein Nachtlager so anbot: „Das Bett wird dir gefallen, da haben schon alle drin geschlafen, sogar Ingo Appelt hat da reingeschwitzt.“ Im Zimmer angekommen grüßt von der Kommode ein Plastikweihnachtsmann. „Es riecht nach einer gesunden Mischung aus grünem und schwarzem Schimmel.“ Und Höfer führt weiter aus, bezogen auf alle Künstler, die hier vor ihm geschlafen haben: „Ja, ich kann sie riechen. Ich kann sie hören, wie sie die Matratze mit Gasen gefüllt haben. Alle! Jetzt eine Kerze daneben angezündet, und das Allgäu fliegt in die Luft.“

Zum Thema

Carsten Höfer wird am 2. Dezember um 19.30 Uhr bei Buchfink in Wolbeck (Münsterstraße 11) seine Kurzgeschichte "Der Weihnachtsversteher" vorstellen. Dann auch mit "deleted scenes".

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