Prominent besetztes Konzert der Musikhochschule Münster in der Christuskirche
Mit einfühlsamer Virtuosität

Münster-Wolbeck -

„Bekenntnis und Leidenschaft“ war das Konzert betitelt, das Studierende und Absolventen der Musikhochschule Münster am Freitagabend in der Christuskirche in Wolbeck gaben.

Sonntag, 20.10.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 22.10.2019, 18:06 Uhr
Yuki Takeno, Olha Vasylieva, Vasil Topalov, Chanho Park, Noel Araya und Chi-An Huang empfangen ihren verdienten Applaus.
Yuki Takeno, Olha Vasylieva, Vasil Topalov, Chanho Park, Noel Araya und Chi-An Huang empfangen ihren verdienten Applaus. Foto: anh

Professor Eberhard Hüppe führte ein in die Werkgeschichte. Die Musizierenden waren international wie vielleicht noch nie: Chanho Park, Noel Araya, Chi-An Huang, Yuki Takeno, Olha Vasylieva und Vasil Topalov stammen aus Korea, Eritrea, China, Japan, der Ukraine und Bulgarien. Die Musikhochschule, so Hüppe, zähle unter ihren 350 Studierenden 65 Nationen. Vielfalt werde das Konzertprogramm prägen, versprach er. Auf dem Programm stand viermal Franz Liszt .

Chi-An Huang führt an den See von Wallenstadt, ans Ufer einer Quelle, ihr energisches Tastenspiel klingt zunächst erquickend und labend, dann bricht ein Gewitter auf die Hörer nieder, gewaltig, durchblitzt und von Dauer – es ist ein gewaltiger Energieausbruch, den die junge Pianistin aus den Tasten holt. Das Stück stammt aus Liszts „Pilgerjahren“.

Und mit Liszt geht es weiter, aber ganz anders. Inspiriert und geprägt von Johann Sebastian Bachs Kantate „Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“ überführt Liszt – 1862 in Rom weilend – diese in eine Fantasie. Die spielt Yuki Takeno innig, versunken und mit spürbarer Anteilnahme. Es ist an diesem Abend ausdrucksstarker Stücke das am stärksten bewegende. Einfühlsame Virtuosität im Dienste des Ausdrucks.

Dabei hatten Park und Araya die Messlatte schon hochgelegt mit Liszts „Bénediction de Dieu dans la solitude“, einem Stück, das ein Gedicht des Romantikers Alphonse de Lamartine verklanglicht, und mit Beethovens Sonate Nr. 5 c-Moll op. 10 Nr. 1. Mitreißend ist Arayas selbst beim prestissimo nicht in Verlegenheit kommendes Spiel. Bis hierher hat sich Liszt, der Salieri-Schüler, in seinem Ideen-Reichtum zeigen können, auch als Abbé, als dem Religiösen Verbundener.

Das fünfte und letzte Stück des Abends lässt auf andere Weise eine neue Klangwelt aufblühen: César Francks Sonate für Piano und Geige fügt dem tadellosen Klavierspiel von Vasil Topalov die helle Geige von Olha Vasylieva hinzu. Nebenbei ist das Duo ein Lehrstück für perfektionierten Gleichklang. Die beiden Interpreten werden vom Publikum zweimal wieder auf die „Bühne“ applaudiert. Heidemarie Markenbeck dankt für den Verein Kultur-Vor-Ort den Instrumentalisten und dem Mittler Hüppe, darin unterstützt vom Publikum. Das Konzert vorzubereiten, hatte ein dreiviertel Jahr beansprucht.

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