Verkehrsüberwachung
Autofahrer passen sich offenbar an

Münster-Roxel -

Zweifelsohne – Navis im Auto haben ihre guten Seiten, aber sie finden nun auch wirklich jeden Schleichweg heraus. Das freut nicht jeden Anwohner und Anlieger, wenn da immer häufiger Autos über Wege wie die Altenroxeler Straße rollen und dann auch noch zu schnell unterwegs sind. Insgesamt drei Mal wurde dort 2018 und 2019 gemessen. Das jüngste Ergebnis liegt jetzt vor.

Mittwoch, 04.12.2019, 03:00 Uhr aktualisiert: 05.12.2019, 16:56 Uhr
Verkehrsüberwachung: Autofahrer passen sich offenbar an
So hing der SR4-Kasten zuletzt vom 25. September bis 8. Oktober an der Altenroxeler Straße. Foto: sch

Er wirkte wie ein verlassener Briefkasten auf weiter Flur, der an einem Pfahl hängt. In Wirklichkeit diente der Kasten nahe der Einmündung Zur Landwehr aber der Verkehrskontrolle.

So war der silberne Seitenradar-Kasten (Modellnummer SR4) an der Altenroxeler Straße vom 25. September bis 8. Oktober wieder im Einsatz. Bereits zum dritten Mal an dieser Stelle nahm er rund um die Uhr Messungen vor, wie schnell hier gefahren wurde. Mittels eines Spezialprogramms am Computer wurde alles ausgewertet. Jetzt liegen die Ergebnisse der automatischen Messungen vor.

Erlaubt ist auf der Altenroxeler Straße Tempo 50. „Rund 85 Prozent der überprüften Fahrzeuge waren nicht schneller als 57 oder 58 Stundenkilometer“, sagte Patrick Sroka vom Ordnungsamt der Stadt, Sachgebietsleiter Technik des städtischen Ordnungsamts, auf Nachfrage dieser Zeitung.

Die restlichen 15 Prozent der überprüften Autofahrer hielten sich nicht ans Tempolimit.“ Darunter gab es den einen oder anderen Ausreißer nach oben“, sagte Werner Schulik , von der Straßenverkehrsbehörde im städtischen Ordnungsamt. Der Maßstab für die Behörden liegt aber bei 85 Prozent. Dieser Orientierungswert wurde erreicht. Wenn sich weniger als 85 Prozent an das vorgeschriebene Tempo 50 gehalten hätten, hätte die Behörde Handlungsbedarf gesehen.

Insgesamt sind die meisten Verkehrsteilnehmer an dieser Stelle zehn Stundenkilometer langsamer gefahren, als noch bei der vorherigen Messung im April. „Bei ihnen verringerte sich die Geschwindigkeit von 69 auf 58 und in der Gegenrichtung von 65 auf 57 Stundenkilometer. Das ist fast schon angepasste Geschwindigkeit“, sagte Schulik.

Da sich nunmehr 85 Prozent der überprüften Autofahrer ans Tempolimit gehalten hätten, gebe es auch keinen Handlungsbedarf für Radar- oder verstärkte Polizeikontrollen, verdeutlichte Werner Schulik. Er sieht einen Hauptgrund der angepassten Geschwindigkeiten in dem Aufstellen von vier weiteren Tempo-50-Schildern und in den regelmäßigen und offen publizierten Messungen.

Die Stadt hatte den „SR4-Radarkasten“ in den Jahren 2018 und 2019 insgesamt drei Mal aufgestellt, weil Bürger wiederholt von gefährlicher Raserei auf der Altenroxeler Straße berichtet hatten.

Dabei ist die Altenroxeler Straße eigentlich dem Anliegerverkehr und der Zufahrt zu den dort ansässigen Betrieben (Gärtnerei Orschel, Reitschule Hippo-Fun, Jacques‘ Wein-Depot, Hofladen Wildermann) vorbehalten. Eigentlich. In der Realität wird sie – trotz verengter Fahrspur und regelmäßigem landwirtschaftlichen Verkehr – von ortsfremdem Autofahrern als beliebter Schleichweg genutzt – was nicht erlaubt ist.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7108554?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F
Hochsaison für die Königin der Weihnachtsbäume
Ein Tag mit Laura Stegemann: Hochsaison für die Königin der Weihnachtsbäume
Nachrichten-Ticker