Hiltrup-Ost: Grüne wollen Ökosiedlung
Pro Wohneinheit ein Nistkasten

Münster-Hiltrup. -

Das künftige Baugebiet Hiltrup-Ost bewegt in der Politik die Gemüter. Jetzt kommen die ersten Anträge auf den Tisch. Die Grünen wollen sogar Nistkästen verpflichtend vorschreiben.

Mittwoch, 02.12.2020, 09:34 Uhr aktualisiert: 02.12.2020, 16:49 Uhr
Nistkästen sollen Standard werden.
Nistkästen sollen Standard werden. Foto: Stiftung Westfälische Kulturlandschaft

Bis in Hiltrup-Ost die ersten neuen Häuser gebaut werden, werden noch einige Jahre ins Land ziehen. Schon jetzt gibt es konkrete Vorstellungen, wie nördlich des Osttores gebaut werden soll. Die Grünen gehen bereits regelrecht ins Detail. Sie wollen die künftige Siedlung nach ökologischen Kriterien ausrichten.

Einen entsprechenden Antrag werden die Grünen am Donnerstag zur Sitzung der Bezirksvertretung (ab 17 Uhr in der Stadthalle) einbringen. Auch die CDU wartet mit einem Antrag zum künftigen Baugebiet auf.

Sie möchte demnächst einen detaillierten Bericht zum Planungsstand erhalten. „Online-Information ersetzt nur zum Teil den notwendigen Dialog zwischen Bezirksvertretung und Planungsverwaltung“, heißt es zur Begründung. In der vergangenen Woche hatte die CDU-Fraktion bereits deutlich gemacht, dass sie die Abholzung der Finnenbüsche ablehnt und der Ansiedlung der russisch-orthodoxen Gemeinde am Parkplatz vor dem TuS-Sportplatz skeptisch gegenübersteht.

Julia Burkhardt erläutert in einer Pressemitteilung den Antrag der grünen BV-Fraktion wie folgt: „Wir wollen mit möglichst geringer Flächenversiegelung auskommen, viel regenerative Energien einsetzen und die Dächer mit Photovoltaik-Anlagen ausstatten. Ein großer Bestand an unverbauten Grünflächen sichert das urbane Mikroklima und eine klimagerechte Entwicklung. Dazu gehört auch der Verzicht auf Schottergärten in Neubaugebieten.“

Carsten Peters , ebenfalls Sprecher der Grünen-Fraktion ergänzt: „Wir wollen die Entwicklung durch ein umfassendes Quartierskonzept für Hiltrup-Ost unterstützen, das kleinteilige Nahversorgung und Einzelhandel fördert und für ältere Menschen den Verbleib in der gewohnten Umgebung sichert. Bezahlbarer Wohnraum soll durch das Konzept der sozial gerechten Bodennutzung gesichert werden.“ Auch den Verkehr wollen die Grünen neu denken: „Wir müssen weg vom 08/15-Neubaugebiet auf der grünen Wiese. Ein Teil der Siedlung soll autofrei werden und, um weniger Fläche zu versiegeln, wollen wir die Möglichkeit zur Errichtung einer Quartiersgarage prüfen“, sagt BV-Vertreterin Magdalene Bröckers. Peters fordert ein Verkehrskonzept für den gesamten Bereich. „Den Ausbau des Albersloher Weges lehnen wir nach wie vor ab.“

Die Grünen wollen noch mehr ökologische Vorgaben über den Bebauungsplan regeln. Einiges teilen sie in ihrer Pressemitteilung mit, anderes steht lediglich im Antragstext: So heißt es dort: „Die Ökosiedlung ist mit Nisthilfen auszustatten.“ Es sollten Nistmöglichkeiten für einheimische Tierarten geschaffen werden. „Pro Wohneinheit soll mindestens eine Nisthilfe errichtet werden. Die Wahl der Nisthilfe (Nistkästen oder Nistkörbe für Vögel, Fledermauskästen, Insektenhotels) steht dem Grundstückeigentümer frei.“

 

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