Albachten
Albachtener reisen in die Vergangenheit

Montag, 30.07.2007, 23:07 Uhr

Münster-Albachten. Der Onkel von Volker Wilmsen heißt Albert Tebbe. Er wohnt am Möselhook 171. Früher hieß die dortige Adresse Oberort 31 – und es war der Hof Horstmann. Schon allein diese Kette von wechselnden Familiennamen und Ortsbezeichnungen ist für den Laien verwirrend, doch Volker Wilmsen wollte es noch genauer wissen. Vor zwölf Jahren begann er mit der Erforschung seiner Vorfahren, die er inzwischen bis zum Jahr 1600 recherchiert hat. Nun kann er die Reihe seiner Ahnen zwölf Generationen weit in die Vergangenheit verfolgen.

Diese Arbeit brachte ihn in Kontakt mit Josef Häming , dem Schatzmeister der Westfälischen Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung. Gemeinsam spannten sie den Bogen noch weiter und sind nun dabei, ein Häuserbuch für ganz Albachten zu erstellen. Volker Wilmsen ist jetzt Geschäftsführer der Gesellschaft. Beide werden am 8. August um 20 Uhr im Pfarrheim St. Ludgerus mit einem Bildervortrag ihr Projekt vorstellen, denn sie hoffen, dass die heutigen oder ehemaligen Bewohner des Stadtteils ihnen noch Unterlagen, Zeichnungen und Fotos für das geplante Buch zur Verfügung stellen. Der Zeitraum bis 1940 soll abgedeckt werden. Das Buch erscheint rechtzeitig vor Weihnachten in einer Reihe des Stadtarchivs.

Detektivischen Spürsinn und große Sorgfalt mussten die beiden Autoren entfalten, um der Geschichte der rund 170 ursprünglichen Häuser Albachtens und ihrer Bewohner auf die Spur zu kommen, die auf einer Fläche von 13 Quadratkilometern verstreut lagen.

Die früheste heute bekannte urkundliche Erwähnung Albachtens findet sich in der Gründungsurkunde von Schloss Hohenholte aus dem Jahr 1142. Darin wird „Terra Albukten“ erwähnt, erläutert Josef Häming. Das war der Hof Embsmann, heute Billermann, gelegen an der Weseler Straße 939.

Zu den ältesten Höfen gehören Schulte Albachten (1970 von der Feuerwehr kontrolliert abgebrannt worden), Schulte Wierling (heute Schulze Blasum), Hof Wesselmann und Hof Brirup. Haus Wiek war einst ein Rittergut.

Bis etwa 1700 gab es auf Albachtener Gebiet nur wenig Bautätigkeit. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts kamen einige Kotten hinzu. „Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts siedelten sich durch den Bau der Bahnlinie Eisenbahner und Handwerker an“, berichtet Häming. Einige Spieker und Backhäuser wurden zu Wohnungen umgewandelt. „Später wurde die Fluktuation größer, aber die Zahl der Hausstätten vermehrte sich bis 1940 nicht gewaltig.“

In das Häuserbuch aufgenommen werden auch die Anwesen, die heute zu Mecklenbeck gehören, aber vor dem Bau der Autobahn zu Albachten zählten. Weitere Informationen erteilt Josef Häming, 0 25 36/67 82.

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