Albachten
„Gestaltete Umbrüche“

Donnerstag, 25.10.2007, 23:10 Uhr

Münster-Albachten. „Wir müssen die veränderte seelsorgliche Situation in unserem Bistum auch in baulicher Hinsicht als Chance betrachten.“ Für Thomas Frings , Pfarrer der Albachtener St.-Ludgerus-Gemeinde, ist diese Maxime alles andere als eine Leerformel: „Gestaltete Umbrüche – Kirchen im Bistum Münster zwischen Neugestaltung und Umnutzung“ – so lautet der Titel seines jetzt im Dialogverlag erschienenen Erstlingswerkes, das den studierten Kunsthistoriker und Archäologen als Kenner seines Faches ausweist: Als Vorsitzender der Kunstkommission porträtiert Frings zwölf Kirchen im Bistum Münster, die in jüngster Vergangenheit mit großem Aufwand umgestaltet worden sind.

Dazu zählen unter anderem die Heiligkreuzkirche in Münster sowie in der näheren Umgebung die St.-Bonifatius-Kirche in Freckenhorst und die Dülmener Heiligkreuzkirche. Am Beispiel der St.-Bonifatius-Kirche in Münster, inzwischen Stammsitz des Dialogverlages, sowie der St.-Konrad-Kirche in Marl, heute eine Urnenbegräbnisstätte, beschreibt der Buchautor ferner erfolgreiche Umnutzungen ehemaliger Gotteshäuser.

Die baulichen Veränderungen betrachtet Frings als besondere Herausforderung: „Die Kunst besteht darin, einen Kompromiss zu finden zwischen historischer Architektur und neuer Liturgie.“ Zumal die Gotteshäuser für die heutige Liturgie nicht errichtet wurden: Eine 400 Jahre geltende Gottesdienstform wurde beim Zweiten Vatikanischen Konzil einer nachhaltigen Modernisierung unterworfen, die nicht nur die Geistlichen vor neue Herausforderungen stellte.

Augenfälligstes Beispiel notwendiger Umgestaltungen ist nach Einschätzung des Autors die Dülmener Heiligkreuzkirche. Heute überrage der Altar den Kirchenraum nicht mehr um 14 Stufen, sondern nur noch um eine. „Früher sprachen die Kinder, wenn sie zum Altar kamen, immer davon, sie würden sich wie auf einer Bühne fühlen“, weiß Frings, „heute begegnen sich Pfarrer und Gemeinde fast auf Augenhöhe.“

Sein Buch versteht der Albachtener Pfarrer zugleich als Beitrag zur Debatte um die Finanzmisere: Die Umbauten bewiesen, dass die „Diözese keineswegs nur spart, sondern auch schwerpunktmäßig investiert“.

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