Albachten
Drei junge Reiter-Talente

Sonntag, 03.08.2008, 22:08 Uhr

Münster-Albachten. Die Konkurrenz besteht überwiegend aus Mädchen. Trotzdem behauptet sich in der ländlichen Reitturnierszene zurzeit ein Jungentrio gegen die weibliche Übermacht. Nils Ohmen (zehn Jahre), Linus Holkenbrink (elf Jahre) und Philipp Schulze Topphoff (neun Jahre) traten in Albachten im E-Springen und in einem kombinierten Wettbewerb an.

Die drei sind Springreiter mit Leib und Seele. Sie lieben es, ihre Ponys über die Sprünge zu reiten. Nicht ohne den notwendigen Ehrgeiz. Sie wollen genauso wie die vielen natürlich ebenfalls sportlich ambitionierten Mädchen Leistung zeigen und sich möglichst weit vorne platzieren. Den Jungs geht es aber nicht so sehr darum, ihr Pony mit Leckerchen zu verwöhnen, es stundenlang zu bürsten und ihre Freizeit mit dem Vierbeiner im Stall zu verbringen.

Natürlich kümmern sich die Jungen auch um das Wohl und die Pflege ihrer Pferde. Denn dass sie ohne ihren vierbeinigen Sportkameraden nichts werden können, wissen sie auch. Philipp wäscht seinen Schimmel Navidad regelmäßig, damit er auch wirklich blitzblank zum Turnier geht. Aber übertreiben wollen sie dabei nicht. Fürs Zöpfe in die Mähne flechten hat das Trio seine Mütter engagiert – diese Aufgabe überlassen sie gerne dem weiblichen Geschlecht.

Linus Holkenbrink hat erst vor gut einem Jahr seine Begeisterung fürs Reiten entdeckt. Zuvor waren Trecker seine große Leidenschaft. Auf einem Turnier hat er sich – nur so zum Spaß – auf ein Pony zum Schrittreiten gesetzt. Das sah die Albachtener Vereinsreitlehrerin Ulla Körtel und nahm Linus sofort unter ihre Fittiche.

Mit Pony Inge absolvierte er daraufhin seine ersten Reitstunden. Von seiner Schwester Anna übernahm Linus später den erfahrenen Daddy Cool. Mit ihm startet Linus jetzt erfolgreich in Springprüfungen.

Philipp Schulze Topphoff erinnert sich nicht mehr an seine ersten Reiterfahrungen. Er habe immer mal wieder auf dem Pferd gesessen. Sein Vorbild ist Vater Bernd Schule Topphoff, bei dem er regelmäßig trainiert. Fast täglich sitzt Philipp auf seinem Pony, weil ihm Reiten einfach rundum Spaß macht.

Nils hat vor knapp zwei Jahren mit dem Sport begonnen und strebt ebenfalls eine Karriere im Springsattel an.

Dass sie auf Turnieren zumeist Mädchen begegnen, stört das Trio nicht: „Wenn wir dann im Parcours die Schleifen abräumen“, sagt Philipp, „dann geht das schon in Ordnung.“ Für die Jungen ist der Start in den unteren Klassen nur eine Übergangszeit – und in den höheren Bereichen wird die Springreiterszene ohnehin wieder von Männern beherrscht.

Der Albachtener Springreiter Gerd Könemann, der erst mit 15 Jahren seine Premiere im Sattel feierte, freut sich über den männlichen Nachwuchs: „Da kommen drei Talente, von denen sicher noch viel Gutes zu hören sein wird.“

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