Albachten
Identitätsstiftende Schafherde

Montag, 24.11.2008, 23:11 Uhr

Münster-Albachten. Der Bann war gebrochen: Das gesamte Kirchenschiff von St. Ludgerus schien erfasst vom pulsierenden Rhythmus und den zu Herzen gehenden Melodien des Gospel-Gesangs. Klatschend und singend erhoben sich die mehr als 250 Konzertbesucher von ihren Plätzen. Als wäre es der biblische Auszug ins gelobte Land, tanzte die 150-köpfige „ Schafherde “ von „God’s Black Sheep“ zu guter Letzt jubilierend in Richtung Ausgang, allen voran der Chorleiter und selbst ernannte „Leithammel“ Gerrit Tepe .

Gemeindepfarrer Thomas Frings hatte Recht behalten: „Sie haben nicht nur unsere Köpfe und Herzen erreicht, sondern den gesamten Körper!“ Noch konsequenter als bei der Premiere in 2007 setzten die begeisternden Vokalisten diesmal auf choreografische Akzente und ausgefeilte Arrangements im afroamerikanischen Call- und Response-Muster.

Immer wieder schritt Tepe, der seine Gospel-Leidenschaft schon während des Studiums in Dresden entdeckte, singend und klatschend durch die Kirche, um das Publikum zur Mitwirkung zu animieren. Unterstützt wurde er – ganz in der Tradition der Vorsänger – von seinem Bruder Linus, der sowohl moderierte als auch solistisch glänzte. Bis auf zwei Stücke präsentierte das um etliche Neuzugänge gewachsene Ensemble komplett neues Material.

Angefangen von der beschwingten Verkündigung von Christi Geburt („Tell it on the mountain“) bis hin zu den afrikanischen Stücken (etwa „Sa sa sa sa“), die, unterstützt durch Tamburin und Trommeln, in beeindruckenden Tempi daher kamen. Auch die getragenen Spirituals („All Night, all Day“, „Lead me, guide me“) setzte der Chor wirkungsvoll in mehrstimmigen Arrangements in Szene. Zu den Höhepunkten der eineinhalbstündigen Darbietungen in der proppevollen Pfarrkirche zählte sicherlich der Auftritt von Julia Melzer, die mit ausdrucksstarkem Soulgesang („Just couldn’t be contended“) im Wechsel mit dem Ensemble schwarzen Vorbildern nacheiferte.

Dem immer wieder zitierten Bild der identitätsstiftenden Schafherde entsprach auch das optische Erscheinungsbild der Vokalisten: Sie trugen Sweatshirts mit Schafs-Emblemen. Mit der Hymne „Give Thanks“ und langen Ovationen endete das Gospel-Gastspiel in Albachten .

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