Albachten
Temba Krüger: „Es läuft wunderbar“

Sonntag, 18.01.2009, 17:01 Uhr

Münster-Nienbege - „Lassen Sie sich mitnehmen in die Kleinstadt, die so weit weg ist und doch so nah scheint“, hatte Temba Krüger vorab versprochen - und sollte Wort behalten: So war den zahlreichen Lachern, die die einzelnen Episoden des Theaterstücks begleiteten, nämlich eindeutig zu entnehmen, dass sich nicht wenige Besucher in den dargestellten Alltagszenen wieder fanden.

Knapp 20 Laienschauspieler, mindestens genauso viele Chormitglieder sowie viele weitere helfende Hände, waren am Freitagabend daran beteiligt, die Premiere von „Unsere kleine Stadt“ auf die Bühne zu bringen. Dabei war der Ort der Aufführung mindestens genauso außergewöhnlich wie die Zusammensetzung der Gruppe: Gespielt wurde in der Nienberger Kirche St. Sebastian . Wie optimal das Stück diese Möglichkeiten ausnutzte, wurde sehr bald deutlich: So wurde nicht nur der Platz rund um den Altar als Bühne genutzt, sondern auch die Chor-Empore bei der Orgel wie selbstverständlich in das Stück inte­griert.

„Extrem aufgeregt“, zeigte sich Projektleiterin Temba Krüger nicht nur vor der Aufführung, sondern auch noch in den kurzen Pausen zwischen den drei Akten. Dabei wäre das gar nicht nötig gewesen, denn was die Laienspieler in der neunmonatigen Vorbereitungszeit einstudiert hatten, war mehr als bühnenreif. Das musste auch Temba Krüger feststellen: „Es läuft wirklich ganz wunderbar.“

Im April des vergangenen Jahres hatte die Studentin der Sozialen Arbeit der Katholischen Fachhochschule Münster an dem „generationsübergreifenden Theaterprojekt mit Laien in einem theaterunüblichen Raum“ begonnen. Die Anspruchslatte war durch so viele ungewöhnliche Merkmale nicht gerade niedrig gelegt - aber nach neun Monaten harter Arbeit erfüllte sich sogar noch der letzte Wunsch: „Das Stück sollte auch zum Nachdenken anregen.“

Und das tat es allemal: In drei Akten wurde das Leben von mehreren Familien und Bewohnern der kleinen amerikanischen Stadt Grovers Corners Anfang des 20. Jahrhunderts dargestellt - und zwar über einen längeren Zeitraum hinweg. Welch grandioser Spagat dabei gelang, war offensichtlich: Trotz der großen Zeitspanne, die zwischen der heutigen Zeit und der des Stücks liegt, das 1938 von Thornton Wilder geschrieben wurde, fand ein jeder Besucher sich und seine Freunde in den unterschiedlichen Charakteren wieder. Der letzten Aufführung am Sonntag (25. Januar) um 18 Uhr dürfte Temba Krüger also allemal etwas ruhiger entgegensehen.

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