Albachten
Schildbürgerstreich am Rottkamp?

Donnerstag, 23.04.2009, 23:04 Uhr

Münster-Albachten - Die Installation des Hubpollers nebst Kontaktschleife im Übergang des Rottkamps zum Wierling ist noch nicht abgeschlossen, da gibt es bereits den ersten Bürgerprotest: In einen Schreiben, das er gestern Oberbürgermeister Dr. Berthold Tillmann schickte, macht der Albachtener Dietrich Koch seinem Unmut über die oftmals ignorierte Sperrung des Rottkamps für den Durchgangs- und Schleichverkehr Luft. Diese soll jetzt - wie berichtet - mit einem Poller definitiv durchgesetzt werden. Nur Linienbusse sollen vom Rottkamp noch in den Wierling fahren können. Aus der Sicht Kochs eine „Schildbürgerei“.

In seinem Brief gibt sich der Anwohner aus dem Osthofviertel verärgert über die Situation am Rottkamp. Die Straße sei für den Autoverkehr auf einer Länge von zirka 20 Metern in beiden Richtungen gesperrt. „Zu beiden Seiten dieser Sperre wohnen Hunderte von Menschen, die dadurch in ihren täglichen Bewegungsmustern lange Umwege mit bis zu fünf voneinander unabhängigen Ampeln in Kauf nehmen müssen“, schreibt der pensionierte Oberstleutnant dem Oberbürgermeister. Der Umweltschutz spiele in diesem Zusammenhang offenbar gar keine Rolle.

Nach Ansicht von Dietrich Koch müssen „Ordnungsmaßnahmen für die Bürger nachvollziehbar sein“. Gerade das werde im Fall des Rottkamps offenbar nicht berücksichtigt. Wenn von der Stadt jetzt ein signalgesteuerter, versenkbarer Hubpoller in die Fahrbahn eingebaut werde, so komme bei ihm die Vermutung auf, „dass die wahren Gründe für so einen massiven und teuren Eingriff nicht öffentlich gemacht werden sollen“.

Nicht gelten lassen will Koch die Begründung, dass die Straßensperrung dazu beitragen soll, das Awo-Seniorenzentrum, den Kinderspielplatz und den Claudius-Kindergarten vom Verkehr und damit von möglichen Gefährdungen zu verschonen: „Diese Begründung ist unglaubhaft, sie träfe für viele Gefahrenpunkte in der Stadt zu, ohne dass dort Straßen gesperrt werden.“

Alle drei Einrichtungen befänden sich auch nach der Sperrung durch den Poller an stark frequentierten Straßen. „Insbesondere der Eingang zum Kindergarten befindet sich gar nicht am Rottkamp, sondern an den häufig befahrenen Straßen Wierling und In der Weede.“ Dort gebe es nicht mal einen gesicherten Gehweg vor dem Eingang. „Die Parksituation beim Bringen und Abholen der Kinder ist unfallträchtig.“

Der Oberstleutnant a. D. bittet Oberbürgermeister Tillmann, seinen „nachgeordneten Bereich sich dieser Sache annehmen zu lassen“. Wie Kochs Schreiben zu entnehmen ist, bereitete ihm die Sperrung des Rottkamps in der Vergangenheit keine Probleme: „Die Leute fuhren bisher einfach die verbotenen 20 Straßenmeter durch und waren danach wieder im Recht.“

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