Albachten
„Absoluter Quatsch!“

Dienstag, 09.06.2009, 18:06 Uhr

Münster-Albachten - „Diese Idee ist absoluter Quatsch ! Alle hier wollen, dass die Haltestellen erhalten bleiben!“ Anwohner Gerhard Dragunski (65) hat keinerlei Verständnis dafür, dass die vor gar nicht allzu langer Zeit eingerichteten beiden Bushaltestellen am Rottkamp unmittelbar gegenüber des Seniorenwohnkomplexes der Arbeiterwohlfahrt in Frage gestellt werden. Im Rahmen einer Bürgeranregung hatte sich Dietrich Koch - der Albachtener aus dem Osthofviertel fordert, die Pkw-Durchfahrsperre im Bereich Wierling / Rottkamp zu beseitigen - dafür stark gemacht, die Haltestellen aufzugeben. „Dazu darf es auf keinen Fall kommen“, unterstreicht Dragunski. Andernfalls träfe dies die Senioren hart.

Dietrich Koch, der einerseits den Rottkamp für den Individualverkehr offen halten will, hält andererseits den steten Busverkehr auf der Straße - wie berichtet - für eine Belastung der Anlieger. Außerdem sei die Strecke für die Busfahrer beschwerlich. Koch regt deshalb an, dass die Bewohner des Seniorenkomplexes die Haltestellen an der Dülmener Straße nutzen sollen. Diese seien zu Fuß in etwa genauso weit entfernt vom Seniorenheim, sodass der starke Busverkehr auf dem Rottkamp eingestellt werden könne, argumentiert Koch.

Gerhard Dragunski, der nach eigenem Bekunden sämtliche Bewohner der Seniorenwohnungen am Rottkamp hinter sich weiß, will eine Stilllegung der Bushaltestellen am Rottkamp auf keinen Fall hinnehmen. Denn diese seien aufgrund der erhöhten Bordsteine für Behinderte, alte Menschen und Rollstuhlfahrer erheblich besser zugänglich als die Haltestellen an der Dülmener Straße, sagt der Schwerbehinderte. Am Rottkamp sei es ruhiger und damit sicherer als an der stark befahrenen Dülmener Straße („Viele Senioren haben Angst vor dem dortigen Straßenverkehr“). Außerdem sei der Weg zur Dülmener Straße weiter als zum Rottkamp.

Ganz besonders bemängelt Dragunski, dass die Bushaltestellen an der Dülmener Straße häufig zugeparkt und viel zu klein seien. Deshalb hielten die Busse oft nicht in der Busbucht, sondern mitten auf der Straße. Das beschere ihm als Gehandicaptem beim Ein- und Aussteigen arge Probleme. Ärgerlich sei zudem, dass die Bordsteine zu niedrig - an der Haltestelle in Fahrtrichtung Münster-Stadt sogar fast ebenerdig - seien. Die behindertengerechten Bushaltestellen am Rottkamp, für deren Einrichtung er sich miteingesetzt habe, dürften auf keinen Fall verschwinden, sagt Dragunski.

Dem schließt sich Hildegard Hornung mit Nachdruck an: „Die Haltestellen müssen auf jeden Fall beibehalten werden!“, unterstreicht die Leiterin des Awo-Seniorenheims. Wenn behauptet werde, dass der Fußweg zu den Haltestellen an der Dülmener Straße kaum weiter sei, so sei dies falsch. Der Weg sei, insbesondere für die Bewohner der behindertengerechten Seniorenappartements, fast doppelt so lang. Darüber hinaus sei es für ältere Menschen einfacher und bequemer, den Busverkehr am Rottkamp zu nutzen. Dort fänden sich überdachte Wartehäuschen mit Bänken zum Hinsetzen. Zudem gehe es viel ruhiger zu als an der Dülmener Straße.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/341780?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F131%2F597260%2F597270%2F
Nachrichten-Ticker