Albachten
„Rottkamp ist kein Autofahrergebiet“

Mittwoch, 24.06.2009, 18:06 Uhr

Münster-Albachten - Der Hubpoller soll bleiben: Mehrere Anwohner des Rottkamps sprechen sich gegen Bestrebungen aus, ihre Straße als öffentliche Durchfahrt zum Wierling freizugeben, die neu installierte Durchfahrsperre außer Betrieb zu nehmen und den Busverkehr auf dieser Strecke einzustellen. Mit einem entsprechenden Antrag hatte sich der Albachtener Dietrich Koch - wie berichtet - an die Bezirksvertretung Münster-West gewandt. Dem wollen etliche Rottkamp-Anwohner um Klaus Bradtke nicht zustimmen. Dies legen sie in einem Schreiben ans Stadtbezirksparlament dar.

Aus Sicht der Anlieger stellt sich die Frage, ob der Bus- oder der Individualverkehr die größere Gefährdung darstellen: „Den Busfahrern ist zumindest anzurechnen, dass sie nur sechs mal pro Stunde zwischen sechs Uhr morgens und 20 Uhr abends vorbeifahren, sie das Führen eines Fahrzeugs gelernt haben und dies auch ständig überwacht wird. Beim Individualverkehr sind wir uns da nicht ganz so sicher.“ Da offenbar auch er dieser Ansicht sei, fordere selbst Hubpoller-Gegner Koch Zebrastreifen, Bürgersteige und weitere verkehrssichernde Maßnahmen. Gleichwohl handele es sich beim Bereich Rottkamp / Wierling „um ein Wohngebiet und kein Autofahrergebiet “, heißt es im Anliegerschreiben weiter.

Die Rottkamp-Anwohner halten nichts davon, den individuellen Verkehr „vorbei an Kindergarten, städtischer Parkanlage, dem Kinderspielplatz und schließlich dem Seniorenwohnheim“ rollen zu lassen. Die Durchfahrt Rottkamp / Wierling sei von der Stadt aus gutem Grund und gesteigertem öffentlichen Interesse nur für den Öffentlichen Personennahverkehr geschaffen worden. Da Verbotsschilder allein nicht ausreichten, sei der umstrittene Hubpoller, der Privatfahrzeugen die Durchfahrt unmöglich mache, „die passende Lösung für den Öffentlichen Personennahverkehr und die Sicherheit der Kinder, Senioren, Fußgänger und Radfahrer“.

Unterstützung erhalten die Rottkamp-Anlieger von den Christdemokraten in der Bezirksvertretung Münster- West: Seine Fraktion habe sich auf ihrer jüngsten Sitzung mit den Anregungen Dietrich Kochs beschäftigt. Im Ergebnis lasse sich sagen, dass die CDU nicht mit Koch, sondern mit den Rottkamp-Anliegern auf einer Linie liege, sagt Fraktions-Chef Wolfhard Ediger. Er werde sich detailliert zum Thema äußern, so bald eine Stellungnahme der Stadtverwaltung vorliege. Das Tiefbauamt habe ohnehin angekündigt, dass der Hubpoller im Bereich Rottkamp / Wierling zu aktivieren.

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