Albachten
Protestbrief an DB Netz AG

Donnerstag, 16.06.2011, 16:06 Uhr

Münster-Albachten - „Die Problematik mit der Ausdünnung des Halbstundentakts in Albachten ist leider immer noch nicht gelöst“, ärgert sich Bürgermeister Holger Wigger . Aus diesem Grund hat sich die Albachtener SPD mit einem Protestbrief an die DB Netz AG gewandt, die einen Großteil des bundesdeutschen Eisenbahnschienennetzes betreibt. Die Sozialdemokraten wollen die ab September drohende Einschränkung der Haltezeiten am örtlichen Bahnhof nicht hinnehmen. Doch selbst eine Beschwerde an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Rüdiger Grube (die WN berichteten), hat die Albachtener bislang nicht weitergebracht.

Seit Dezember 2010 macht der Regional-Express 2 (RE 2) alle 30 Minuten am Albachtener Schienenhaltepunkt Station. Viele Bürger nutzen das Angebot, doch ab 1. September sollen die Haltezeiten des RE 2 in Richtung Essen / Düsseldorf um 9.17, 14.17 und 19.17 Uhr gestrichen werden. In Richtung Münster soll der Express zudem um 8.42, 13.42 und 18.42 Uhr nicht mehr in Albachten halten. Zu diesen Zeiten soll nämlich der private Hamburg-Köln-Express (HKX) über die Albachtener Gleise rollen.

„Wir sind nicht bereit hinzunehmen, dass der schienengebundene Nahverkehr bei der Trassenvergabe nicht ausreichend berücksichtigt worden ist“, unterstreicht Bezirksvertreter Manfred Rösmann in einer Pressemitteilung. Im Schreiben an die DB Netz AG bemängeln die Albachtener Sozialdemokraten, dass dem HKX auf der Zugtrasse Vorrang eingeräumt werde, da dessen privater Betreiber dafür ein höheres Regelentgelt zahle.

„Wir sind der Auffassung, dass Sie mit dieser Entscheidung der Gewinnerzielung Ihrer Gesellschaft Vorrang vor den Allgemeininteressen eingeräumt haben“, schreiben Wigger und Rösmann der DB Netz AG. Es gehe unter anderem um die Sicherstellung der Mobilität der Bürger, die Anbindung sozial und wirtschaftlich wichtiger Ziele (zum Beispiel Arbeitsplätze), Interessen von Familien und Senioren, Ökologie und Umweltschutz.

„Wir glauben, dass der vertaktete Nahverkehr zu den Aufgaben der grundgesetzlich verankerten Daseinsvorsorge gehört“, so die Sozialdemokraten weiter. Deshalb müsse eine Lösung zugunsten des schienengebundenen öffentlichen Personennahverkehrs gefunden werden, fordern sie von der DB Netz AG. Der von der Ausdünnung bedrohte Halbstundentakt der Bahn in Albachten werde von der Bevölkerung stark genutzt: „Die Auslastung kann sogar noch weiter steigen.“

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