Tag des offenen Hofes
Bauern öffnen Hof und Stall

Münster-West -

Landwirtschaftlicher Kreisverband sucht das Gespräch mit dem Verbraucher

Montag, 26.05.2014, 00:05 Uhr

Wogende Getreidefelder, Pferdekoppeln, Wallhecken und weiße Wattewölkchen über dem satten münsterländischen Grün – bei bestem Wetter öffneten am Sonntag sechs Höfe in Albachten und Roxel ihre Tore für interessierte Besucher.

Ein Melkroboter wie auf dem Hof der Familie Richter in Roxel zeugt vom Fortschritt in der Landwirtschaft. Rund um die Uhr können die Milchkühe dort an zwei Stationen Milch abgeben – alles vollautomatisch. Der Roboter dockt an den Euter an, reinigt die Kontakte, die Melkstelle, melkt, misst auch gleich die Reinheit und Keimfreiheit der Milch und sendet bei Bedarf eine Krankmeldung an den PC des Landwirts. Soviel zum Melkschemel. Die Zeiten wandeln sich.

„Noch sind es unter fünf Prozent der Landwirte, die sich hier solch einen Melkroboter leisten. Aber es werden mehr, denn das Melkpensum – die Kühe gehen bis zu drei-, viermal am Tag in den Melkroboter – ist bei großen Herden eine zu hohe Arbeitsbelastung“, erläuterte Milchviehwirt Georg Schulze Dieckhoff aus Kinderhaus, der zwar selbst noch konventionell melkt, und beim Tag der offenen Höfe mit Informationen parat stand.

Dass gleich sechs Höfe in Münsters Westen ihre Tore öffneten, hängt mit dem großen Erfolg der Aktion zusammen, die in der Region Teil der Strategie des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Münster ist, die moderne Arbeitsweise der Landwirte der Öffentlichkeit zu präsentieren, transparenter zu machen und langfristig den Stellenwert bei Natur-, Tier- und Umweltschutz zu unterstreichen. „Das Gespräch mit dem Verbraucher über die moderne Landwirtschaft liegt uns Bauern am Herzen“, sagte die Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbands, Susanne Schulze Bockeloh. Man hoffe auf über 10 000 Besucher bei den offenen Höfen.

Gemeinsam mit dem Sternekoch mit Vorliebe für regionale Produkte, Björn Freitag, Oberbürgermeister Markus Lewe, Bauernpräsident Johannes Röring und dem Direktor der Landwirtschaftskammer, Dr. Martin Berges, eröffnete Schulze Bockeloh den Tag des offenen Hofes auf dem Hof der Familie Holtmann in Albachten, der für seine 2011 begonnene Wagyu-Rinderzucht bekannt ist.

Weiterhin nahmen Hof und Hengststation Holkenbrink, der Hof und die Biogasanlage von Familie Egger in Albachten und die Familie Lütke Brintrup mit ihrer Schweinezucht, die Eheleute Huesmann mit Mutterkühen der Rasse Blonde d’Aquitaine und Zuchtbulle Gandalf sowie der Hof Richter teil.

Alle hatten ihre Höfe für den Ansturm bei Traumwetter präpariert, Wiesen zum Parken freigegeben, die Tenne zum Bauernhofcafé umgewandelt. Es gab Hüpfburgen für die Kleinen, Melksimulatoren, einen von dem Beelener Theo Steiling selbst gebastelten Mähdreschsimulator für Kinder, Kuh-Maskottchen Lotte war dabei und die rollende Waldschule der Hegeringe. Es gab Bauernmärkte und vieles mehr. Auch das Wetter spielte prächtig mit.

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