Albachtener Gärtnermeister züchtet Apfel- und Birnbäume als Spalierobst
Holstiege hat den Bogen raus

Münster-Albachten -

Der Gärtnermeister Jürgen Holstiege züchtet am Möselerhook Apfel- und Birnbäume als Spalierobst.

Donnerstag, 28.08.2014, 22:08 Uhr

Apfel- und Birnenpflanzen als Spalierobst züchtet der Albachtener Gärtnermeister Jürgen Holstiege am Möselerhook. Für diese platzsparende Möglichkeit des Obstanbaus sieht er einen wachsenden Markt.
Apfel- und Birnenpflanzen als Spalierobst züchtet der Albachtener Gärtnermeister Jürgen Holstiege am Möselerhook. Für diese platzsparende Möglichkeit des Obstanbaus sieht er einen wachsenden Markt. Foto: jans

Frisch gepflückt schmecken Äpfel natürlich am besten. Dummerweise hat aber nicht jeder Hobbygärtner Platz für einen Apfelbaum. Der Albachtener Gärtnermeister Jürgen Holstiege kennt das Problem – und dessen Lösung: Spalierobst . Er züchtet auf einem Hektar seines Landes am Möselerhook Apfel- und Birnbäume, die auf jeder Terrasse gedeihen. „In dieser Größenordnung macht das in Deutschland keiner“, sagt Holstiege.

Zu seinen Kunden zählen Baumschulen in der Bundesrepublik, in Holland und in Belgien, erzählt er weiter. Über diesen Zwischenhandel sei neulich eine seiner Pflanzen sogar mal bis nach Moskau gelangt. Holstiege lernte Spalierobst vor 15 Jahren bei seinem Arbeitgeber, einer Roxeler Baumschule, kennen. Die bezog die Pflanzen damals aus Frankreich. Dort gedeiht dieses Obst beispielsweise in Schlossgärten.

Der Albachtener war sofort fasziniert. Mit zunächst zehn Pflanzen wagte er sein Zucht-Experiment. Es dauerte drei Jahre, dann hatte er mit seinem Spalierobst den Bogen raus, oder besser gesagt: die Bögen. Äpfel und Birnen wachsen bei ihm nämlich an Bambusbögen in Form eines „Us“ oder eines „Doppel-Us“. Diese Kon­struktionen geben den Pflanzen den nötigen Halt.

Drei Jahre dauert es auch, bis die ersten Früchte dieses Spalierobstes reifen. Alles beginnt mit der Veredlung einer Wildapfel- oder -birnenpflanze im Januar oder Februar. Boskop, Golden Delicious oder Goldparmäne sind einige der Apfelsorten, die so herangezogen werden. Bei den Birnen sind es Williams Christ, Gute Luise oder auch Gellerts Butterbirne. Auch zwei Apfelsorten gleichzeitig hat Holstiege schon mal auf eine Pflanze gesetzt.

In den nächsten beiden Jahren ist dann viel Schneiden und Binden nötig, um die Pflanzen gedeihen zu lassen. Holstiege wählt mit geübtem Blick die richtigen Triebe für seine „Us“ aus und knipst die anderen mit der Schere ab. Er bindet die Ästchen mit einem speziellen Plastikband an ihre Spaliere. Das Band verrottet mit der Zeit. Es unterstützt daher das Wachstum der Zweige in die gewollte Richtung, ohne es zu behindern.

Früchte lässt Holstiege nur ausnahmsweise gedeihen – um zu zeigen, wie sie aussehen. „Es geht mir nur um die Pflanzen“, stellt der Gärtnermeister klar. Sind die Apfel- oder Birnbäume dann in den Augen des Fachmanns bald verkaufsreif, greift dieser im Herbst zum Spaten und setzt die Pflanzen auf einen anderen Teil seines Ackers um. Im nächsten Frühjahr werden sie dort von den Kunden abgeholt.

In den vergangenen Jahren sei die Nachfrage nach Spalierobst beständig gewachsen, sagt Holstiege. „Es ist ein Markt“, betont er. Und dieser Markt sei durchaus ausbaufähig. Gut, dass sich der Albachtener die Leidenschaft für Spalierobst bewahrt hat. Er mag die fingerfertige Arbeit an seinen „Us“ und „Doppel-Us“. „Wenn ich einen Ast abschneide, weiß ich genau, wie sich die Pflanze verhält“, erzählt er sichtlich begeistert. Jeden Abend und an den Wochenenden steht er auf dem Lehmboden seiner Spalierobst-Zucht. „Das mach´ ich gerne!“ erklärt Holstiege.

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