Albachtener und Mecklenbecker kritisieren Windkraftpläne der Stadt Münster
„Das ist Volksverdummung!“

Münster-West -

Die Pläne der Stadt Münster, im Bereich des Autobahnkreuzes Münster-Süd mögliche Flächen für Windräder auszuweisen, stoßen in Münsters Westen auf massive Kritik: In Mecklenbeck hat sich bereits die Anlieger-Initiative „Gegenwind Mecklenbeck“ formiert.

Freitag, 19.06.2015, 23:06 Uhr

Die Bürger sparten nicht mit Kritik: Beim Termin an der Osthofstraße stellten städtische Mitarbeiter anhand von Visualisierungen zwei mögliche Bereiche für Windkraftanlagen vor.
Die Bürger sparten nicht mit Kritik: Beim Termin an der Osthofstraße stellten städtische Mitarbeiter anhand von Visualisierungen zwei mögliche Bereiche für Windkraftanlagen vor. Foto: tu

Skepsis an den avisierten Bereichen unweit der Osthofstraße, scharfer Protest gegen zwei potenzielle Windräder am Autobahnkreuz : Auf heftigen Gegenwind stießen Mattias Bartmann, Gerd Franke und Tobias Krause-Kämereit vom städtischen Planungsamt bei zwei Info-Terminen zu geplanten Windkraftanlagen in Albachten .

An der Sendener Stiege 72 illustrierte das städtische Trio vor etwa 60 Bürgern, darunter Anlieger vom Getterbach in Mecklenbeck , mittels Fotomontage das in 1060 Metern Entfernung geplante Vorhaben. Es handele sich um den ersten Schritt für die erforderliche Änderung des Flächennutzungsplans mit dem Ziel eines Ratsbeschlusses bis Mitte 2016. Baubeginn könne „irgendwann 2017“ sein, so der Tenor. Es geht um eine Fläche nordwestlich des Autobahnkreuzes, südlich der Bahnlinie.

„Das ist Volksverdummung!“, kritisierte ein Bürger die ausschließlich an Ortsausgängen erstellten Fotosimulationen. „Weshalb machen Sie die nicht dort, wo die Windräder geplant sind – nämlich am Getterbach unweit des Wohngebiets!“ Vor allem die Planung inmitten eines Landschaftsschutzgebietes verärgert die Anwohner. Zumal laut Stadt eine Ausnahme möglich sei, da das Landschaftsschutzgebiet durch die nahe Autobahn bereits beeinträchtigt werde – was von den Anliegern offensichtlich als Zynismus gewertet wird.

„Der Lärm kommt also künftig von allen Seiten“, resümierte ein älterer Zuhörer. Schon jetzt sei die Lärmbelästigung im Schatten der Autobahn jenseits des Erträglichen. Von einem „Eigentor der Stadt“ mit Blick auf das vor den Toren Albachtens geplante Wohngebiet war die Rede. Der Mindestabstand von 500 Metern, konterten die Referenten, werde gewährleistet.

„Wir befürchten erhebliche Auswirkungen auf die Gesundheit und den Artenschutz“, brachte Anno Lederer den Protest der Anwohner-Initiative „Gegenwind Mecklenbeck“ auf den Punkt. „Wir werden eine gemeinsame Stellungnahme gegen das Vorhaben im Landschaftsschutzgebiet auf den Weg bringen“, kündigte Sprecher Marc A. Endres nach Ende der offiziellen Präsentation an. Auch würden einige Getterbach-Anlieger juristische Schritte einleiten.

Massive Kritik übt die Initiative an der Informationspolitik der Stadt – von einer „Farce“ war die Rede. „„So geht man nicht mit Bürgern um“, so Endres. „Klug wäre es gewesen, sie rechtzeitig mitzunehmen!“

Auch während der gut halbstündigen Präsentation an der Osthofstraße unweit der Autobahnbrücke hagelte es Kritik. Vor etwa 60 Bürgern stellte das städtische Trio zwei potenzielle Standorte für Windkraftanlagen südöstlich und südwestlich der Osthofstraße vor. Es seien lediglich Beispielsflächen, versicherte Gerd Franke: „Wenn der Flächeneigentümer nicht will, wird keine Anlage entstehen!“

Kritisch kommentierten einige Teilnehmer die Relationen der visualisierten Windräder, auch wurden Zweifel an einem Konzept laut. „Wer gewährleistet, dass die Energie auch gebraucht wird, zumal es schon jetzt Überkapazitäten gibt!“, äußerte ein Bürger. Die Referenten verwiesen aufs Fristende der Einwendungen (26. Juni), fürs nächste Offenlegungsverfahren könnten aber erneut Bedenken vorgebracht werden.

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