Rinderauktion „European Wagyu Gala“ zieht internationales Publikum nach Albachten
27 500 Euro für eine tragende Kuh

Münster-Albachten -

34 Exemplare einer edlen Rinderrasse kamen bei der ersten Wagyu-Versteigerung auf europäischem Boden in Albachten unter den Hammer. Bei stolzen 14 500 Euro lag der Durchschnittspreis für eines der exotischen Tiere.

Sonntag, 13.09.2015, 23:09 Uhr

34 Wagyu-Rinder wurden am Wochenende auf dem Hof Holtmann bei der ersten Auktion dieser Art in Europa versteigert. Bevor die Tiere unter den Hammer kamen, wurden sie von einer Kuhfriseurin besonders herausgeputzt.
34 Wagyu-Rinder wurden am Wochenende auf dem Hof Holtmann bei der ersten Auktion dieser Art in Europa versteigert. Bevor die Tiere unter den Hammer kamen, wurden sie von einer Kuhfriseurin besonders herausgeputzt. Foto: mfe

Das marmorierte Fleisch von Wagyu-Rindern soll einzigartig gut schmecken, bis zu 250 Euro ist ein Kilogramm Filet wert. Selbst für Hackfleisch von diesen Tieren werden rund 20 Euro pro Kilogramm bezahlt. Klar, dass dann auch die Tiere selbst nicht für einen Schnäppchenpreis zu haben sind. Auf dem Hof Holtmann in Albachten fand am Wochenende die erste Wagyu-Auktion in Europa statt. Interessierte aus vielen Ländern waren angereist, um sich bei dieser „European Wagyu Gala“ eines der kostbaren Tiere zu sichern.

„Wir versteigern ausschließlich Zuchttiere mit ganz besonderen Abstammungen“, erklärte Reinhard Holtmann. Sieben Bullen und 27 weibliche Tiere waren zu haben. Die aus Japan stammende Rasse gilt als teuerstes Hausrind der Welt. Auktionator Andreas Aebi aus der Schweiz, der Kunden in fünf Sprachen zum Mitbieten animierte, holte für jedes Tier den besten Preis heraus. In der Halle auf dem Hof herrschte Gänsehautstimmung.

Zum Auftakt wurden eine Kuh mit einem weiblichem Kalb angeboten. Nach den Worten des Auktionators mit einem Stammbaum, der es in sich hat: „Eine Tochter des berühmten Misako.“ 21 000 Euro war das Duo einem Bieter wert. Reinhard Holtmann strahlte bei diesem Auftakt über das ganze Gesicht, und es sollte so weitergehen.

Angeboten wurden zudem Embryonenpakte, ebenfalls von Zuchttieren, die Experten mit der Zunge schnalzen lassen. Ein Dreierpaket war für 2300 Euro pro Embryo zu haben. „Die Pakete nehmen die Käufer im Stickstoffbehälter mit, die Embryonen werden dann in ,normale Kühe’ als Leihmutter eingesetzt“, erklärte Holtmann. Die Embryonen waren sieben Tage alt. „Mit etwas Glück hat der Käufer dann in neun Monaten ein bis zwei lebende Kälber“, erklärte Holtmann, denn nicht immer könne gewährleistet werden, dass aus jedem Embryo auch ein Kalb entsteht. Ein bisschen müsse Mutter Natur ja auch hinzugeben.

Teuerstes Tier der Auktion war eine zweijährige tragende Wagyu-Kuh, die einem Liebhaber aus Litauen 27 500 Euro wert war. Andreas Aebi hatte alles gegeben, zwei Interessenten gegeneinander aufzustacheln und damit den Preis in die Höhe zu treiben. „Es sind ja nur Euros – und der schwächelt auch“, sagte er einem ausländischen Bieter. Der teuerste Bulle kostete 10 000 Euro.

Bevor ein Tier in den Auktionsring kam, gab eine spezielle Kuhfriseurin dem Rindvieh den letzten Schliff. Mit Bürste, Schere und Föhn wurden die Vierbeiner für ihren Auftritt in der Arena zurechtgemacht.

Vor der Auktion versteigerte Moderator Harry Wijn­voord zugunsten der Keniahilfe einen kleinen, gut zwei Monate alten Wagyu-Bullen. Den hatten die Veranstalter gestiftet. Für 3500 Euro wurde das niedliche Tier, das zuvor schon viele Kinderherzen erobert hatte, seinem neuen Besitzer zugeschlagen. Drei Jahre muss dieser Olaf noch ein schönes Leben gönnen, bis er dann wahrscheinlich auch als exquisiter Gourmetbraten auf einem Teller landen wird.

Reinhard Holtmann war mit der Auktion „mehr als zufrieden“. Der Durchschnittspreis pro Tier lag bei 14 500 Euro. Dem Publikum wurde zudem ein buntes Rundumprogramm geboten, mit einer Ausstellung mit landwirtschaftlichem Zubehör, einer Grillvorführung mit dem Mannschaftskoch des FC Schalke 04, Björn Freitag, und natürlich verschiedenen Kostproben von Wagyu-Rindfleisch. Schon jetzt steht für Holtmann fest, dass die Wagyu-Auktion im kommenden Jahr im September eine Neuauflage erfährt.

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