Ludgerusschule Albachten
Wird die „Förderinsel“ gestrichen?

Münster-Albachten -

Der Förderverein der Albachtener Grundschule macht sich Sorgen: Die Stelle der Heilpädagogin soll gestrichen werden. Damit ginge den Schülern ein geschätztes Förderangebot verloren . . .

Montag, 28.11.2016, 20:11 Uhr

„Rettet die Förderinsel!“ Klärende und helfende
„Rettet die Förderinsel!“ Klärende und helfende Foto: fre

Wenn die Sommerferien sich dem Ende zuneigen, können es viele Kinder kaum erwarten, endlich zur Schule zu gehen. Doch nicht für jedes i-Männchen ist der Start ins Schülerdasein eine unbeschwerte Zeit.

Egal ob im Unterricht, in der Pause, oder Daheim, wenn Kinder und Eltern nach der Einschulung Probleme haben, ist Sangita Mefus sofort zur Stelle. Die Diplom-Heilpädagogin ist seit zwei Jahren an der Ludgerusschule im Einsatz und leistet in akuten Krisensituationen wichtigen Beistand. Bis jetzt – denn wenn es nach einer aktuellen Beschlussvorlage der Stadt Münster geht, wird die sogenannte „Förderinsel“ in Albachten schon bald gestrichen.

Seit dem Schuljahr 2011 /12 werden pädagogische Fachkräfte mit insgesamt zehn Vollzeitäquivalenten an 19 Grundschulstandorten stadtweit eingesetzt, um Schulkindern, die im offenen Ganztag nicht angemessen gefördert werden können, über den Unterricht und die Betreuung hinaus individuelle Unterstützung zu bieten.

An der Ludgerusschule hat Mefus in den vergangenen zwei Jahren erfolgreich eine „Förderinsel“ aufgebaut, in der derzeit zehn Kinder und ihre Familien betreut werden. Doch im Zuge der Neueinrichtung der schulischen Sozialarbeit sollen die Stellen umverteilt werden, sodass die Albachtener Grundschule trotz stetig steigender Schülerzahlen in Zukunft nicht mehr berücksichtigt wird.

„Für mich ist das eine Riesenenttäuschung“, macht Mefus deutlich. „Meine Tätigkeit wird nicht mehr wertgeschätzt, und die Qualität der Betreuung für die Schüler leidet maximal.“ Es handele sich um eine langfristige Arbeit, die den Aufbau von intensiven Beziehungen erfordere. „Ich habe Eltern und Kindern vermittelt, dass ich immer da bin. Jetzt muss ich sie im Regen stehen lassen.“

Nicht nur bei der Heilpädagogin sorgt die unklare Zukunft für Kopfzerbrechen. „Es geht um Themen, die im offenen Ganztag keinen Platz finden. Fällt die Stelle weg, bleiben die Probleme ungelöst“, klagt Kerstin von der Hardt, Vorsitzende des Fördervereins der Ludgerusschule. „Für viele Kinder würde das nicht nur den Abbruch einer wichtigen Beziehung, sondern auch viel Stress und Sorgen bedeuten“, unterstreicht Nicole Böddeker , Sozialpädagogin der Schule.

Allen Beteiligten bleibt nun nichts übrig, als zu hoffen, dass Sangita Mefus bleiben darf. Eine endgültige Entscheidung über die Förderstelle in Albachten soll in der Ratssitzung am 14. Dezember gefällt werden.

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