Sammelns als Leidenschaft
Briefmarken, die keine sind

Münster-Albachten -

Theodor Müther ist ein echter Sammler. Im Moment hat er vor allem einen Blick auf Werbemarken gesammelt – davon hat er schon über 4000.

Freitag, 31.03.2017, 12:03 Uhr

„Briefmarken, die keine sind“ steht auf den Sammelalben von Theodor Müther. Er sammelt die Werbeaufdrucke auf Briefumschlägen – mittlerweile hat er schon etwa 4000 Stück. Langweilig wird ihm sein Hobby aber trotzdem noch nicht.
„Briefmarken, die keine sind“ steht auf den Sammelalben von Theodor Müther. Er sammelt die Werbeaufdrucke auf Briefumschlägen – mittlerweile hat er schon etwa 4000 Stück. Langweilig wird ihm sein Hobby aber trotzdem noch nicht. Foto: Siegmund Natschke

Er hat schon Mineralien gesammelt, Elefanten-Figuren, und seine Leidenschaft sind die Briefmarken : Theodor Müther aus Albachten ist ein echter Sammler. In letzter Zeit bewahrt er aber auch Werbepost sorgsam auf, zumindest die bunten Aufdrucke rechts oben auf dem Umschlag. Diese Werbemarken werfen andere achtlos weg, für Theodor Müther sind sie kleine Kostbarkeiten. Inzwischen hat er etwa 4000 davon.

„Postwertzeichen, die keine sind“, nennt der Sammler diese Zeichen. Und obwohl passionierte Philatelisten – so bezeichnet man Menschen, die sich mit Briefmarken und postalischen Belegen beschäftigen – erstmal nicht daran denken, diese Werbeaufdrucke aufzubewahren, waren sie ihm doch aufgefallen: Durch ihren Reichtum an Motiven, der farbenfrohen Gestaltung und dem jeweiligen Bezug zum Versender.

„Ich bin Grafiker“, sagt Müther und die Aufmachung dieser Marken gefalle ihm. Bäume, Blumen, Gebäude und bedeutende Persönlichkeiten sind auf den bunten Aufdrucken zu sehen. Kein Wirtschaftszweig scheint mehr ohne sie auszukommen. Während Versicherungen ein seriöses, schlichtes Design wählen, etwa mit dem Eurozeichen oder dem eigenen Logo, wählen wohltätige Organisationen Motive, die Emotionen wecken, etwa lachende Kindergesichter.

Blumen der verschiedensten Arten und Farben scheinen immer zu gehen. Unternehmen aus dem Gesundheitswesen präsentieren dem Betrachter fröhliche Menschen, Verlage und Briefmarkenhändler entscheiden sich oft für geschichtliche Themen. Ganz oft ist die jüngere Historie von Bedeutung, so auch das Brandenburger Tor . Einzelne Städte zeigen oft ihre Sehenswürdigkeiten oder Dinge, die einfach jeder kennt. So verwundert es nicht, dass Bremen eben die Bremer Stadtmusikanten zeigt. All diese Dinge hat Theodor Müther beobachtet und festgestellt.

Eine eigene Welt erschließt sich, wenn Theodor Müther in seinem Sammelordner blättert. Er beschäftigt sich genau mit den einzelnen Motiven und ihrer Bedeutung: „Nur etwas ins Vordruckalbum stecken, das ist für mich kein Sammeln.“ Er ist immer auf der Suche, auch nach unvollständig aufgedruckten Zacken oder fehlenden Buchstaben. Solche Funde sind eine besondere Rarität: „Jeder Sammler ist auch Jäger“.

Es hat sich rumgesprochen, dass Müther Werbemarken sammelt. Immer öfter hört er: „Du, ich hab´ das was für Dich.“ Die Sammlung wächst wie von ganz allein. „Man bleibt beschäftigt“, sagt der 81-Jährige, der sich auch weiter über bunte Werbepost freut. „Ich könnte 200 Jahre alt werden, ohne dass mir mit meinen vielen Hobbys langweilig wird“, sagt er, und schlägt eine weitere Seite in seinem besonderen Sammelalbum um.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4738010?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F131%2F4847883%2F4847884%2F
Nachrichten-Ticker