Geplantes Wohngebiet Steinbrede
Wohngebiet stößt auf Kritik

Münster-Albachten -

Anwohner der Albachtener Steinbrede um Bruno Mertes wollen die geplante Ausweisung eines Wohngebiets in ihrer Nachbarschaft nicht hinnehmen. Mertes hat der Stadt deshalb einen Protestbrief geschrieben.

Donnerstag, 27.04.2017, 20:04 Uhr

Auf diesem Areal an der Steinbrede, das laut Bruno Mertes von einem wertvollen Biotop (l.) gesäumt wird, soll das geplante Wohngebiet entstehen.
Auf diesem Areal an der Steinbrede, das laut Bruno Mertes von einem wertvollen Biotop (l.) gesäumt wird, soll das geplante Wohngebiet entstehen. Foto: sch

Bruno Mertes hat dem Bauordnungsamt der Stadt Münster einen Protestbrief geschrieben: Der Albachtener ist Anwohner der Steinbrede und spricht sich als solcher gegen die städtischen Pläne aus, auf einem rund 4,5 Hektar großem Areal, das zwischen der Bahnlinie und der Steinbrede liegt, ein neues Wohnbaugebiet auf den Weg zu bringen. Dagegen habe er „massive Bedenken“.

Aus Mertes‘ Sicht ist die im Zusammenhang mit dem Neubaugebiet aktuell in der Diskussion stehende Änderung des betreffenden Bebauungsplans „völlig unnötig“ und „auch unsinnig“. Unmittelbar an das ins Visier genommene Projektgelände grenze entlang der Bahnstrecke ein wertvolles Biotop an, das er als Naturfreund regelmäßig durchstreife. Dort habe er nach der Ernte Feldhamster beobachtet. Die immer seltener vorkommenden Kiebitze brüteten im Biotop und zögen dort ihre Jungen auf. Gleiches gelte schon seit einigen Jahren für die im Binnenland nur noch sehr selten vorkommenden Austernfischer. Darüber hinaus sei das Biotop „ein ständiger Einstand für Rehwild“. Er sei gerne bereit, seine Beobachtungen von einem Ornithologen bestätigen zu lassen.

Um das Wohnen im geplanten Baugebiet an der Steinbrede einigermaßen erträglich zu machen, müsse entlang der Bahnlinie eine Lärmschutzwand beziehungsweise ein Lärmschutzwall erstellt werden. Gerade das, so der Albachtener, hätte verheerende Folgen: „Durch solch eine Maßnahme würde zwangsläufig das gesamte Biotop vernichtet, und somit auch der Lebensraum der Wildtiere.“ Das alles müsse nicht geschehen, wenn die Stadt es dabei belasse, das Projektgelände auch weiterhin als Gewerbeterrain zu nutzen, statt es zum Wohngebiet machen zu wollen.

Besonders verärgert ist Mertes, der auch für weitere Anwohner spricht, darüber, dass die Stadt die geplante Ausweisung des Neubaugebiets damit rechtfertige, dass das Gelände an der Steinbrede als Gewerbegebiet nicht zu vermarkten sei: „Das Gegenteil ist die Wahrheit. Wir können jederzeit mehrere Gewerbebetriebe benennen, die sich für ein Grundstück in diesem Gebiet interessieren und teils auf Anfrage eine ablehnende Antwort erhielten.“

Anwohner seien verärgert darüber, dass das Vorhaben gegen jeden Widerstand durchgeboxt werden solle. Pikant sei, dass auch die Grünen, „die eigentlich den Naturschutz und nicht die Vernichtung der Natur auf ihre Fahnen geschrieben haben“, hinter den Projekt stünden. Falls erforderlich, werde es eine Unterschriftenaktion gegen die städtischen Pläne an der Steinbrede geben. Auch eine Interessenvereinigung werde dann gegründet, um die breite Öffentlichkeit über die fatalen Pläne der Stadt informieren.

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