Albachten-Ost
Noch viele Fragen offen

Münster-Albachten -

Interessierte Albachtener konnten sich eingehend informieren: Stadt und Architekten stellen im „Haus der Begegnung“ den Siegerentwurf fürs geplante Neubaugebiet vor.

Donnerstag, 04.05.2017, 20:05 Uhr

Standen Albachtener Bürgern Rede und Antwort zu den Plänen fürs Neubaugebiet Albachten-Ost (v.l.): Andreas Kurz vom Stadtplanungsamt, Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine, Architektin Judith Kosch (Büro „3pass“, Köln) und Architekt Björn Severin (Büro „rheinflügel“, Düsseldorf).
Standen Albachtener Bürgern Rede und Antwort zu den Plänen fürs Neubaugebiet Albachten-Ost (v.l.): Andreas Kurz vom Stadtplanungsamt, Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine, Architektin Judith Kosch (Büro „3pass“, Köln) und Architekt Björn Severin (Büro „rheinflügel“, Düsseldorf). Foto: ann

Auf großes Interesse stieß die Vorstellung des Siegerentwurfs des städtebaulichen Wettbewerbs für das geplante Neubaugebiet Albachten-Ost. Nicht von der Bühne herab wurde den Albachtenern die Erweiterung ihres Stadtteils präsentiert, sondern gewissermaßen auf Augenhöhe und zum Mitreden.

Im vorderen Saalanteil waren an großen Stellwänden die Entwürfe der zweit- und drittplatzierten Architekturbüros sowie die der beiden mit einer Anerkennung bedachten Unternehmen ausgestellt, immerhin hatte es 95 Bewerbungen gegeben. Bezirksbürgermeister Stephan Brinktrine, Mitglied der siebenköpfigen Jury, betonte, dass man es sich mit der Entscheidung nicht leicht gemacht habe.

Andreas Kurz vom Planungsamt der Stadt Münster erläuterte die Vorgaben für die 15 Hektar große Fläche – wie die Erschließung (von der Weseler Straße), die Wohndichte (500 Einheiten) und den Emissionsabstand zu einem Mastviehbetrieb sowie die Einbeziehung eines zweiten Bauabschnitts.

Judith Kosch vom Kölner Architurbüro „3pass“ und Björn Severin vom Düsseldorfer Büro „rheinflügel“, erläuterten ihren Entwurf. Wichtig sei die Verzahnung mit der vorhandenen Bebauungsstruktur, die Durchmischung von Wohnformen wie Einzel- und Doppelhäuser, Reihen- und Mehrfamilienhäuser ohne explizit „gute“ oder „schlechte“ Wohnlagen, gegliederte, überschaubare Einheiten mit kurzen Straßen und einer „hofartigen“ Besiedlung, um engere Nachbarschaften, vielleicht auch Mehrgenerationenhäuser, entstehen zu lassen sowie öffentliche Ruhezonen und Gemeinschaftsflächen für Feste.

„Das Blech gehört nach unten“, sagte Severin und plädierte für Tiefgaragen. Ansprechende Visionen, aber die Albachtener hatten noch viele Fragen. „Sind überwiegend Flachdächer geplant?“ Die Architekten bestätigten das: „Photovoltaik funktioniert so am besten. Aber da auch begrünte Dächer vorgesehen sind, kann das eine auch optisch gute Lösung sein.“

„Werden wir Hochhäuser in unmittelbarer Nähe zum Altbestand bekommen?“. Die Architekten beruhigten: „Die Geschosshöhe ist variabel, und es werden behutsame Kompromisse angestrebt, so dass die angrenzenden Gebäude nicht höher werden als die bestehenden Reihenhäuser.“

„Wo bleibt das Schmutzwasser, wo das Regenwasser? Wir haben Angst, dass wir absaufen“, sorgte sich ein Mann. Die Angst sei unbegründet, versicherten die anwesenden Fachleute. Es werde ein ganz neues Ableitungssystem installiert, dies sei eine „hochkomplexe Ingenieuraufgabe“, und es werde eine spezielle Infoveranstaltung dazu geben.

„Bei den zu erwartenden vielen Autos im Neubaugebiet wird die Sendener Stiege noch frequentierter als jetzt schon“, befürchtete ein Anlieger und erhielt zustimmenden Beifall. „Und wie sieht es mit Fernwärme aus?“ Das sei noch nicht entschieden, war die Antwort. „Wie sieht der Lärmschutz zu den Sportanlagen aus?“ Noch ist alles Planung und grobes Konzept. Es werde noch viel technischer Sachverstand und kompetente, detaillierte Ortskenntnis erforderlich sein, bis der erste Grundstein gelegt werden könne, hieß es.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4810238?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F131%2F
Nachrichten-Ticker