Evangelische Kirchengemeinde Roxel, Albachten, Bösensell
Gebäude-Abriss soll Fortbestand sichern

Münster-West -

Um die Finanzen der evangelischen Kirchengemeinde ist es nicht allzu rosig bestellt. Bei einer Gemeindeversammlung wurde bereits über den Abriss der kirchlichen Gebäude diskutiert.

Donnerstag, 06.07.2017, 19:07 Uhr

Das Interesse an der Gemeindeversammlung zur Zukunft der evangelischen Kirchengemeinde war groß. Etliche Gemeindemitglieder wollten sich informieren.
Das Interesse an der Gemeindeversammlung zur Zukunft der evangelischen Kirchengemeinde war groß. Etliche Gemeindemitglieder wollten sich informieren. Foto: sun

Die Finanzen und Gebäude der evangelischen Kirchengemeinde Roxel, Albachten, Bösensell standen am Dienstag in der Gemeindeversammlung im Mittelpunkt. Kein neues Thema für Pfarrer Stephan Draheim , fürs Presbyterium und die Kirchengemeinde. Sie beschäftigen sich bereits seit 2015 mit der schwierigen Finanzsituation.

Laut Haushaltsplan ist es Fakt, dass es um die Gemeinde in nächster Zukunft nicht mehr gut bestellt sein dürfte. Die Zuweisungen des Kirchenkreises in Höhe von 233 004 Euro decken die ab 2019 mit 272 474 Euro bezifferten Aufwendungen nicht.

„Wir rechnen mit einem jährlichen Minus von 39 470 Euro“, berichtete Finanzkirchenmeister Veit Müller. Ausgleichen könne die Kirchengemeinde das Defizit noch über die Rücklage. Doch von diesen rund 160 000 Euro sind knapp 120 000 Euro zweckgebundene Mittel. Für einen ausgeglichenen Haushalt könne man an der Einnahmenseite nicht viel schrauben.

Es gebe keine Einnahmen aus Vermietung oder Verpachtung. Und die Zuweisungen des Kirchenkreises gehen laut Prognosen aufgrund sinkender Steuerzahler eher nach unten als nach oben. So bliebe nur noch das vermeintliche Drehen an der Stellschraube „Ausgaben“.

Die Berechnungen zeigten jedoch, dass Einsparungen bei den Personalkosten (173 646 Euro) oder Sachkosten (47 923 Euro) den Erhalt der Gemeindestandorte Roxel und Albachten nur mittelfristig sichern könnten. Zudem müsse die Gemeinde jährlich insgesamt 50 902 Euro gesetzlich vorgeschriebene Rücklage zur Substanzerhaltung und Neuanschaffung aufbringen.

Doch was ist zu tun, um die Standorte Roxel und Albachten der Kirchengemeinde für die nächsten Generationen zu sichern? Nach gut einjähriger Prüfung unterschiedlichster Möglichkeiten ergaben die Beratungen von Kompetenzteams, Presbyterium und Kirchenkreis, dass ein Abriss aller Gebäude und eine Überplanung des gesamten Kirchengrunds den Fortbestand der evangelischen Kirchengemeinde für zukünftige Generationen sichern könne.

„Wir haben einen Investor, der uns eine Neubebauung mit flexiblen Kirchen und Gemeinderäumen ermöglicht“, berichtet der Vorsitzende des Presbyteriums, Volker Neveling, vom derzeitigen Beratungsstand. Dazu werde dem Investor auf Erbpachtbasis der unbebaute Teil des Grundstücks überlassen, um dort teilweise sozialen Wohnungsbau zu realisieren.

Bei der anschließend durch Dr. Peter Schreiner moderierten Diskussionsrunde, drehten sich die sachlichen Fragen hauptsächlich um die Finanzen und das weitere Vorgehen. Fazit der Gemeindeversammlung: Es soll eine Sondierung weiterer Investoren und dann erneut eine Gemeindeversammlung folgen.

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/4988248?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F131%2F
Nachrichten-Ticker