Feuerwehrgerätehaus Albachten
„Keine leichte Entscheidung“

Münster-Albachten -

Kann der alte Albachtener Friedhof für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses genutzt werden? Darüber macht sich die CDU in der Bezirksvertretung Münster-West Gedanken.

Montag, 27.11.2017, 20:11 Uhr

Das Feuerwehrgerätehaus an der Dülmener Straße ist in die Jahre gekommen. Bei der Suche nach einem möglichen Standort für einen Neubau soll nach den Vorstellungen der CDU auch der alte Albachtener Friedhof in Betracht gezogen werden.
Das Feuerwehrgerätehaus an der Dülmener Straße ist in die Jahre gekommen. Bei der Suche nach einem möglichen Standort für einen Neubau soll nach den Vorstellungen der CDU auch der alte Albachtener Friedhof in Betracht gezogen werden. Foto: sn

„Das wird keine leichte Entscheidung für Albachten“, meint Peter Wolfgarten , Vorsitzender der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung West. Es geht um ein neues Feuerwehrhaus und dessen Standort. Die Christdemokraten stellten in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung einen Antrag, in dem die Verwaltung gebeten wird zu prüfen, ob die Fläche des alten Friedhofs dafür geeignet sei. Wolfgarten stellte aber auch klar: „Letztlich ist der Standort nicht alternativlos.“

Wenn es um die Geschichte des Stadtteils geht, dann ist man bei Dr. Ulrich Töns an der richtigen Adresse. 1986 hätte es die letzte Beerdigung auf dem alten Friedhof gegeben, berichtete er auf Anfrage unserer Zeitung. Die vorgesehenen 30 Jahre Ruhezeit sei bei den Gräbern somit abgelaufen. Gleichwohl finde eine Pflege des Friedhofs durch die St.-Liudger-Pfarre statt. Diese solle bis zum Jahr 2020/21 fortgeführt werden. Sie koste etwa 4000 Euro im Jahr.

Töns ist zugleich Mitglied des St.-Ludgerus-Gemeindeausschusses. Die Kirche könne sich vorstellen, nach dem Jahr 2020/21 das Grundstück einer anderen Nutzung zu übergeben. „Aber nicht an einen privaten Investor“, so Töns, sondern nur wenn es um ein öffentliches Interesse gehe. Pfarrer Dr. Christian Schmitt hat derweil eine „offene Diskussionsbereitschaft“ in dieser Frage signalisiert.

Die mögliche Nutzung der Fläche durch ein Feuerwehrhaus wäre so ein „öffentliches Interesse“. Es würde sich übrigens nicht nur um ein „Feuerwehrgerätehaus“ handeln, wie Gottfried Wingler-Scholz, der Chef der münsterischen Berufsfeuerwehr, auf Anfrage betont. Es ginge auch um Sozial- und Diensträume: „Es werden nicht nur Geräte abgestellt.“ Angesichts des im Notfall erforderlichen schnellen Ausrückens könne ein zentraler Standort wie etwa die Fläche des alten Friedhofs an der Dülmener Straße von Vorteil sein. Aber, so fügt er hinzu: „Viele Ampeln oder eine Tempo-30-Zone wären nicht sinnvoll.“ Für ihn steht allerdings fest: „Das alte Feuerwehrhaus ist in die Jahre gekommen.“ Es entspreche nicht mehr den geltenden unfallrechtlichen Vorschriften.

Und dennoch ist die Standortfrage auch ein Thema, das besonders berührt. Viele Angehörige von Verstorbenen, deren Gräber sich nach wie vor auf dem alten Friedhof befinden, waren in der Sitzung der Bezirksvertretung zugegen. Auch Wolfgarten meinte: „Damit muss man sensibel umgehen. Es müssen ja nicht sofort die Bagger rollen.“ Die CDU möchte etwa wissen, wo genau „pietätsbehaftete“ Stellen sind, also wo einmal Gräber waren, und wann eine Nutzungsänderung möglich wird.

Ein weiterer sensibler Punkt: Es gebe auf dem alten Friedhof auch Kriegsgräber von Toten des Zweiten Weltkriegs, so Töns, und Gräber von ehemaligen Albachtener Pfarrern. Eine Umbettung auf andere Friedhöfe sei jedoch möglich. In der Bezirksvertretung betonte Wolfgarten: „Die Fragen nach dem „Ob“ und dem „Wie“ wollen wir erst nach der Antwort auf unseren Prüfantrag erörtern.“ Der wurde von den Bezirksvertretern einstimmig beschlossen.

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