Albachten: Kampf für den Erhalt des alten Friedhofs
Info-Post an alle 2500 Haushalte

Münster-Albachten -

Der Friedhof an der Dülmener Straße muss erhalten bleiben: Das fordert die „Bürgergemeinschaft Alter Friedhof Albachten“. In Kürze sollen dafür Unterschriften gesammelt werden.

Montag, 05.03.2018, 21:03 Uhr

Mit Flyern und Infotafeln wollen die Mitglieder der Bürgergemeinschaft – hier (v.l): Wilhelm Lenfers, Roswitha Hovestadt, Werne Rolf, Lothar Wantia und Norbert Rolf – um Unterstützung fürs Anliegen „Erhalt des alten Albachtener Friefhofs“ bitten.
Mit Flyern und Infotafeln wollen die Mitglieder der Bürgergemeinschaft – hier (v.l): Wilhelm Lenfers, Roswitha Hovestadt, Werne Rolf, Lothar Wantia und Norbert Rolf – um Unterstützung fürs Anliegen „Erhalt des alten Albachtener Friefhofs“ bitten. Foto: sch

Die „Bürgergemeinschaft Alter Friedhof Albachten“ macht Druck. Der Initiativkreis setzt sich – wie berichtet – für den Erhalt des kirchlichen Friedhofareals an der Dülmener Straße ein und will sein Anliegen jetzt mit einer Unterschriften- und Informationsaktion verstärkt in die öffentliche Diskussion bringen. Motto: „Lasst unsere Toten in Frieden ruhen!“

Obwohl man sich mit dem Pfarreirat St. Liudger und dem Gemeindeausschuss St. Ludgerus in Kontakt gesetzt sowie zu einem Ortstermin auf dem Friedhof eingeladen habe, sei das wichtige Thema „Erhalt des alten Friedhofs“ von den kirchlichen Gremien bislang so gut wie gar nicht behandelt worden. „Wir wünschen uns eine breitere und vor allen Dingen offene Diskussion“, unterstreicht Wilhelm Lenfers. „Das vermissen wir bis jetzt!“ Aus Sicht der Bürgergemeinschaft sei es wünschenswert, dass sich der Pfarreirat im Rahmen einer Sondersitzung mit dem Thema befasse.

Es gehe darum, dass altes Kulturgut nicht bedenkenlos vernichtet werde, betont Norbert Rolf. Der im Jahre 1877 eingeweihte Friedhof mit seinen historischen Grabmälern sei eine der letzten erhaltenen Freiflächen innerhalb des alten Dorfbereiches – ein besonderer Ort in Albachten. Unter den 68 noch bestehenden Grabstellen befänden sich unter anderem auch Kriegsgräber, Priestergräber und Kindergräber. Es gelte, das Areal vor einer möglichen Überplanung und Bebauung zu schützen.

Nach Angaben der Bürgerinitiative plädieren rund 80 Prozent der Albachtener, die noch ein Grab von Angehörigen auf dem stillgelegten kirchlichen Friedhofsgelände pflegen, für den Erhalt des Bestattungsareals. Die Initiative spricht sich dafür aus, den Friedhof als Gedenkstätte, Grünfläche und Parkanlage zu gestalten. Zudem sollen Bänke aufgestellt und Rasenbereiche angelegt werden, um ihn zu einem Rückzugs- und Begegnungsort für die Albachtener Bürgerschaft zu machen. Darüber hinaus kann sich die Initiative vorstellen, dass der Friedhof zu einem späteren Zeitpunkt auch wieder für Beerdigungen genutzt wird.

Ihren Zielen will die Bürgergemeinschaft mit einer Unterschriftenaktion Nachdruck verleihen. In den kommenden Tagen würden alle rund 2500 Albachtener Haushalte einen Info-Flyer mit Unterschriftenabschnitt per Post zugestellt bekommen, sagt Norbert Rolf. Auch per E-Mail sei die Unterstützung des Anliegens möglich. Die konzertierte Aktion koste natürlich Geld. „Aber das ist uns dieses wichtige Anliegen wert.“

Darüber hinaus ist geplant, mit einem Infostand in Albachten, insbesondere nach den Gottesdiensten, präsent zu sein und Unterschriften zu sammeln. Möglicherweise bis in den Mai hinein, sodass auch beim münsterischen Katholikentag um Unterstützung für den Erhalt des alten Albachtener Friedhofs gebeten werden könne.

Bereits zugestellt wurde der Info-Flyer den Mitgliedern von Ausschüssen der Pfarrei St. Liudger sowie Vertretern des Bistums, zu denen auch Bischof Felix Genn und Weihbischof Stefan Zekorn zählen sollen.

Bislang habe es von Seiten der Pfarrei St. Liudger und ihrer Gremien noch keinerlei Stellungnahme zum Friedhofsgelände an der Dülmener Straße gegeben. „Wir hoffen, dass die Kirche sich zum Votum entschließt, dass die Fläche nicht bebaut wird“, unterstreicht Wilhelm Lenfers.

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