Neues Gerätehaus auf altem Albachtener Friedhof?
Hängepartie für die Feuerwehr

Münster-Albachten -

Die Frage, ob das neue Albachtener Feuerwehrgerätehaus auf dem alten Friedhof an der Dülmener Straße gebaut werden kann, stand auf der Tagesordnung der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung Münster-West. Eine Antwort gab es jedoch (noch) nicht.

Freitag, 09.03.2018, 19:03 Uhr

„Blauröcke“ in der Bezirksvertretung: Etliche Mitglieder der Albachtener Feuerwehr waren zur Sitzung der BV West gekommen. Doch eine Entscheidung im Hinblick auf den neuen Standort ihres Gerätehauses wurde noch nicht getroffen.
„Blauröcke“ in der Bezirksvertretung: Etliche Mitglieder der Albachtener Feuerwehr waren zur Sitzung der BV West gekommen. Doch eine Entscheidung im Hinblick auf den neuen Standort ihres Gerätehauses wurde noch nicht getroffen. Foto: sch

„Bleibt der alte Friedhof an der Dülmener Straße erhalten oder soll er zum Standort eines neuen Feuerwehrgerätehauses werden?“ Diese Frage beschäftigt derzeit viele Albachtener. Vor diesem Hintergrund verwunderte es nicht, dass die Sitzung der Bezirksvertretung Münster-West am Donnerstagabend ausgesprochen gut besucht war: Da das Thema „Platz für eine zukunftsfähige Feuerwehr in Albachten“ auf der Tagesordnung stand, wollten sich etliche Bürger informieren. Neue Erkenntnisse gab es nicht. Vielmehr zeichnet sich eine Hängepartie ab.

Sowohl die uniformierten Mitglieder des Albachtener Feuerwehrlöschzugs als auch etliche Vertreter der Bürgergemeinschaft, die sich für den Erhalt des Friedhofs einsetzt, waren bei der Sitzung des Stadtbezirksparlaments mit von der Partie. Doch das stark grippedezimierte Gremium traf keinerlei Entscheidung, nahm lediglich eine schriftliche Stellungnahme der Verwaltung zur Kenntnis. Binnen weniger Minuten war der Tagesordnungspunkt vom Tisch.

Bezirksvertreter Nils Schappler hob im Namen der Christdemokraten hervor, dass es sich bei der Diskussion ums Gerätehaus und den alten Friedhof um ein „sensibles Thema“ handele. Es lasse die Wogen in Albachten hoch schlagen. Die CDU wolle noch keine Wertung vornehmen. Es müsse weiter geprüft werden.

Stephan Brinktrine wiederum bezeichnete die Stellungnahme der Verwaltung als „Sowohl-als-auch-Papier“, das sich zwar mit dem Thema befasse, jedoch keine verbindliche Richtung vorgebe. „Hier wird der Ball von der Verwaltung elegant der Politik zugespielt“, kommentierte der Bezirksbürgermeister.

In ihrer Stellungnahme befassen sich die Experten der Stadtverwaltung mit den Nutzungsoptionen fürs geplante neue Gerätehaus und für den Friedhof. Diese werden den Politikern zur Entscheidungsfindung dargelegt. Zentrales Fazit dabei: „Die verwaltungsinterne Abstimmung kommt zu der Ergebnis, dass das Friedhofsgrundstück grundsätzlich sowohl für ein neues Feuerwehrgerätehaus als auch für eine Wiederinbetriebnahme des Friedhofs in Betracht kommt.“

Gemäß Stellungnahme der Verwaltung wäre die Friedhofsfläche (2700 Quadratmeter) groß genug für den Neubau eines modernen und bedarfsgerechten Gerätehauses. Aufgrund der Lage in der unmittelbaren Nachbarschaft des jetzigen Gerätehauses handele es sich um einen zentralen Standort innerhalb Albachtens, was diverse Vorteile mit sich bringe. So blieben die Wege der Löschzug-Mitglieder zur Feuerwache praktisch unverändert, und die Fahrten zu den Einsatzstellen könnten auch weiterhin über Albachtens Haupterschließungsstraßen erfolgen.

Als nicht ganz so zentral gelegen, aber ebenfalls tauglich, sei ein in der Diskussion stehender möglicher Gerätehaus-Standort im geplanten Baugebiet Albachten-Ost, urteilen die Fachleute der Stadtverwaltung. Mit seinem direkten Anschluss an die Weseler Straße erfülle auch er die einsatztaktischen Vorgaben.

Der Friedhof wiederum könne endgültig aufgegeben werden, da die Ruhefristen auf dem Areal bereits im Jahre 2016 abgelaufen seien, legt die Verwaltung dar. Geklärt werden müsse jedoch, was mit den „dauerhaft zu erhaltenden“ Kriegsgräbern passieren solle. Wolle man den alten Friedhof zum Standort des neuen Albachtener Feuerwehrgerätehauses machen, dann sei dafür eine Änderung des Bebauungsplans notwendig.

Nach Ansicht der Verwaltung strahlt der Friedhof, auf dem seit 1986 nicht mehr bestattet wird, „immer noch eine besondere Würde aus“. Deshalb erscheine eine Bebauung trotz des Endes der festgelegten 30-jährigen Ruhefrist „nicht vereinbar“, zumal Angehörige der auf dem Terrain beigesetzten Verstorbenen nach wie vor in Albachten wohnten: „Die Pietätsfrist sollte eine Generation über das Ende der Liegezeit hinaus dauern, bevor eine Umnutzung der Fläche in Betracht gezogen wird.“ Darüber hinaus könne das Gelände aber auch als Friedhofspark sowie künftig wieder für Bestattungen genutzt werden.

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