Schienenhaltepunkt Albachten
SPD fordert zwei Aufzüge

Münster-Albachten -

Der Albachtener Bahnhof soll barrierefrei werden. Aus diesem Grund macht sich die örtliche SPD dafür stark, Alternativen für die Gleisunterquerung im steilen Tunnel zu finden.

Donnerstag, 21.06.2018, 19:00 Uhr

Fordern zwei Aufzüge, damit der Albachtener Bahnhof barrierefrei wir: Bezirksvertreter Raimund Köster, Ute Hagemann, stellvertretende SPD-Ortsvorsitzende, Ludger Steinmann, planungspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, Manfred Rösmann, Mitglied des städtischen Ausschusses für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen.
Fordern zwei Aufzüge, damit der Albachtener Bahnhof barrierefrei wir: Bezirksvertreter Raimund Köster, Ute Hagemann, stellvertretende SPD-Ortsvorsitzende, Ludger Steinmann, planungspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, Manfred Rösmann, Mitglied des städtischen Ausschusses für Umweltschutz, Klimaschutz und Bauwesen. Foto: sn

„Wenn man hier mit dem Kinderwagen runtergeht, dann fällt das Kind heraus“, sagt Manfred Rösmann von der SPD Albachten. Er hat selbst einen Kinderwagen dabei, um dieses gefährliche Szenario in der Gleisunterführung des Albachtener Bahnhofs zu demonstrieren. In der Tat: Es ist kaum vorstellbar, dass bei einer Neigung von 50 Grad das Kind nicht fällt. Muskelkraft ist notwendig, um das Vehikel gerade in der Luft zu halten und solche Unfälle damit zu vermeiden.

Dies ist nur ein Beispiel dafür, dass der Tunnel nicht mehr heutigen Ansprüchen genügt. „Es hat massive Beschwerden gegeben“, sagt der SPD-Bezirksvertreter Raimund Köster . Und wie zum Beweis kommt gerade eine Anwohnerin der Steinbrede vorbei: „Auch mein Vater wohnt auf der anderen Seite“, sagt sie vorwurfsvoll: „Er kann hier nicht mehr rüber.“ Die steilen Treppen verhindern das. Und mit dem Kinderwagen sei es ebenso schwierig, besonders wenn man mehrere Kinder dabei habe: „Zunächst geht man mit dem einen Kind runter und hoch und lässt das andere warten.“ Dann dieselbe Prozedur noch einmal. Ein unhaltbarer Zustand.

1968 ist die Gleisunterführung gebaut worden, als die L 529 zur Osthofstraße verlegt wurde. Damals war der Tunnel anscheinend auf dem neuesten baulichen Stand. „Die Baumaßnahme von damals entspricht nicht mehr den heutigen Anforderungen“, meint aber Ludger Steinmann , planungspolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion. Man habe verschiedene Ebenen in den Tunnel gebaut, dies habe aber zugleich sehr steile Treppen-Teilabschnitte zur Folge gehabt. Das beeinträchtigte nicht nur Menschen mit Kinderwagen. Rollstuhlfahrer könnten etwa den Tunnel gar nicht passieren, so Steinmann. Und auch Fahrradfahrer hätten es schwer.

Auch hier demonstriert Rösmann wieder den Fall des Falles: Die Treppenstufen am Rande der kleinen Radfahrspur seien viel zu eng, so der SPD-Politiker. „Da haut das Rad ab“, meint Ute Hagemann, Vize-Vorsitzende der SPD Albachten. Die einzige Möglichkeit machte kurze Zeit vorher ein beherzter Leezenfahrer vor: Er nahm das Rad einfach über die Schulter.

Die Sozialdemokraten sind schon länger an dem Problem dran: Bereits im Januar 2017 forderten sie in der Bezirksvertretung West einen „barrierefreien Zugang“ zu dem Tunnel. Nun sagte Manfred Rösmann: „Wir wollen es konkret.“ Das heißt: „Wir wollen, dass hier zwei Aufzüge gebaut werden.“ Rampen seien an dieser Stelle wohl nicht möglich.

Zügigen Handlungsbedarf sieht die SPD auch, weil an der Sunnenheide bereits ab dem übernächsten Jahr 142 neue Wohnungen gebaut werden. „Das sind 450 Menschen, die dort hinziehen“, so Rösmann. Hinzu komme noch eine dauerhafte Flüchtlingsunterkunft an dieser Stelle. Diese umfassenden Baumaßnahmen hätten auch Auswirkungen auf den Verkehr: Die schräg abfallende Steinbrede werde zum „Nadelöhr“, meint Rösmann Die Kinder wiederum könne man nicht einfach über die viel befahrene Osthofstraße schicken. Eine Umgestaltung der Gleisunterführung am Bahnhof Albachten sei notwendig, um die zentralen Infrastruktur-Einrichtungen im Albachtener Ortskern problemlos zu erreichen.

Und noch etwas: Nach wie vor setzt sich die SPD Albachten für einen barrierefreien Einstieg an den Gleisen ein. Dies sei derzeit eine wahre „Kletteraktion“, so Köster.

Viel ist also zu tun. Es betrifft viele Menschen. Und viele regt der jetzige Zustand auf. „Ich überlege mir, ob ich hier wohnen bleibe“, meint die Anliegerin von der Steinbrede: „Das ist hier nicht attraktiv“, sagt sie und deutet auf die Unterführung. Auch sie werde einmal alt: „Dann kann ich diese Treppen auch nicht mehr steigen.“

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