Rundgang durch Albachten
Viele Hindernisse im Ortskern

Münster-Albachten -

Die städtische Behindertenkommission war in Albachten auf Achse, um nach Problembereichen im öffentlichen Raum zu suchen, die möglichst bald beseitigt werden sollen. Die Kommission wurde schnell fündig.

Freitag, 06.07.2018, 17:26 Uhr

Kleine und große Probleme stellte die Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderung beim Rundgang durch Albachten fest. Sie sollen möglichst bald abgestellt werden. 
Kleine und große Probleme stellte die Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderung beim Rundgang durch Albachten fest. Sie sollen möglichst bald abgestellt werden.  Foto: cro

Auf den ersten Blick scheint die Kreuzung an der Ludgerus-Kirche problemlos für alle Passanten zu sein, doch nicht für Andreas Wollschlaeger: Er hat besondere Anforderungen an die Ampelanlage – und an die Bordsteinkanten. Denn Wollschlaeger sitzt im Rollstuhl, und schon ein paar Zentimeter Kante stellen ihn vor große Probleme.

Um verschiedene Stellen in Albachten einmal genauer unter die Lupe zu nehmen, trafen sich die Mitglieder der Kommission zur Inklusion von Menschen mit Behinderung dort zu einem Rundgang. Und sie fanden im Ortskern so manchen neuralgischen Punkt. Gleich mehrere Rollstuhlfahrer zeigten dann auch sehr eindrücklich, vor welche Probleme sie gerade an Straßen gestellt werden.

„Schon die große Kreuzung an der Kirche stellt Menschen mit Einschränkungen vor ein großes Problem”, so Dr. Gerhard Bonn, Vize-Vorsitzender der kommunalen Seniorenvertretung. Die Ampelschaltung sei zwar lang genug für Menschen mit Sehschwäche, aber nur eine von vier Seiten verfüge über einen Vibrationstaster. „Das reicht nicht aus, zumal das Geräusch, das die Ampeln von sich geben, zur Orientierung, einfach zu leise ist.” Davon konnten sich auch die Teilnehmer, darunter auch Claudia Sechelmann vom Tiefbauamt, selber überzeugen. „Wir schauen uns gerade mit denen, die uns auf die Probleme aufmerksam machen können, die Dinge vor Ort gerne an, um sie abzustellen”, so Sechelmann.

Auch die Bushaltestelle an der Kirche ist in den Augen von Behinderten alles andere als brauchbar: „Sie ist nicht barrierefrei: Es fehlen die taktilen Steine, die zur Orientierung von Menschen mit Sehschwäche dienen, die sich auf einen Stock und ihren Tastsinn verlassen müssen”, so Bonn. Auch die Kante zum Buseinstieg sei nicht passend. „Wir wollen, dass gerade diese Haltestelle priorisiert behandelt wird, auch wenn sie zumindest schon einmal im Maßnahmenkatalog für 2018 steht.”

Nach einer Begutachtung der beiden Behinderten-Parkplätze an der Ludgeruskirche, die zu schmal angelegt wurden, ging es weiter zum Friedhof, wo es gar keinen Parkplatz für Menschen mit Behinderung gibt. Und auch die Hohe Geist stellt so machen Rollstuhlfahrer vor große Probleme: An der Ecke zur Concordenstraße ragt eine Baumwurzel in den Gehweg und macht ein passieren unmöglich.

Wollschlaeger und seine Mitstreiter bleiben mit den Rollis auch immer wieder an Kanten hängen, die eigentlich niedriger sein müssten. Am „Haus der Begegnung“ fehlt ein Behindertenparkplatz, doch auch das soll bald geändert werden. „Nichtbehinderten fehlt natürlich der Blick für die kleinen Feinheiten, das ist völlig normal”, so Wollschlaeger. Daher sei ein solcher Rundgang wichtig, um etwas ändern.

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