Albachtener Bahnhof zur Mobilstation umgebaut
Umsteigen leicht gemacht

Münster-Albachten -

Der Albachtener Bahnhof ist zu einer modernen Mobilstation umgebaut worden. Stadt Münster, Stadtwerke und der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe haben dabei kooperiert.

Dienstag, 31.07.2018, 21:02 Uhr

Am Albachtener Bahnhof wurde eine Mobilstation mit „Leezenbox“ geschaffen (v.l.): Michael Geuckler, Robin Denstorff, Tiefbauamts-Chef Michael Grimm und Hennig Müller-Tengelmann freuen sich darüber.
Am Albachtener Bahnhof wurde eine Mobilstation mit „Leezenbox“ geschaffen (v.l.): Michael Geuckler, Robin Denstorff, Tiefbauamts-Chef Michael Grimm und Hennig Müller-Tengelmann freuen sich darüber. Foto: Thomas Schubert

Es sei „ein guter Tag für den Öffentlichen Personennahverkehr in Münster“, hob Stadtbaurat Robin Denstorff am Mittwochvormittag am Albachtener Bahnhof hervor. Dort wurden im Beisein zahlreicher Gäste die neue „Leezenbox“ und die umgebaute Buswende offiziell eröffnet. „Wir haben eine moderne Mobilstation geschaffen“, so Denstorff. Bahn, Rad und Bus würden intelligent miteinander verknüpft.

Nachdem die Bezirksvertretung Münster-West im Oktober 2016 die Umbaumaßnahme am Schienenhaltepunkt Albachten „abgesegnet“ hatte, wurde das Projekt Ende September 2017 in Angriff genommen und vor wenigen Wochen komplett über die Bühne gebracht. Am Bahnhof gibt es nun eine großzügige Wendeanlage, an der die Busse der Linien 15 und N 84 in unmittelbarer Nähe des Bahnsteigs halten können und damit den schnellen Bus/Bahn-Umstieg ermöglichen. Passend dazu wurde eine elektronische Fahrgast-Informationsanlage installiert. Sie zeigt die Abfahrtszeiten von Bus und Bahn in Echtzeit an.

Umbau kostete 380.000 Euro

Im Zentrum der Buswendeanlage gibt es eine „Leezenbox“. In dem überdachten, abschließbaren und videoüberwachten Unterstand können 60 Fahrräder sicher und trocken abgestellt werden. Die kostenlosen Stellplätze sind von den Stadtwerken per E-Mail zu bekommen. Es fallen lediglich 50 Euro Pfand für die Zugangskarte an, die bei der Rückgabe des Stellplatzes zurückgezahlt werden. Darüber hinaus gibt es am Bahnhof noch freie Abstellbügel für 22 Fahrräder. Ebenfalls im Zentrum der Wendeanlage wurden elf Pkw-Stellplätze angesiedelt. Bei einem davon handelt es sich um einen Parkplatz für Behinderte.

Der Realisierung der Umbaumaßnahme, für die die Stadt Münster, die Stadtwerke und der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) verantwortlich zeichnen, schlägt laut Robin Denstorff mit Kosten in Höhe von 380.000 Euro zu Buche. Darin enthalten sind 200.000 Euro Fördermittel. Derzeit, so der Stadtbaurat weiter, laufe eine Studie, die sich mit der Barrierefreiheit des Albachtener Bahnhofs befasse.

Es sei wichtig, die Mobilstation möglichst bald komplett barrierefrei zu machen, stellte Dr. Gerhard Bonn im Namen der kommunalen Seniorenvertretung deutlich heraus. Auf jeden Fall müssten deshalb auch an der viel zu steilen Gleisunterführung Veränderungen vorgenommen werden.

„Multimodaler Verkehr“

Michael Geuckler von der NWL-Geschäftsleitung brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass die Angebote am Albachtener Bahnhof demnächst noch besser genutzt werden. Im Schnitt stiegen dort etwa 800 Fahrgäste am Tag in den Zug. „Das ist ganz ordentlich, könnte aber noch mehr werden“, betone Geuckler. In nur sieben Minuten könnten Albachtener Münsters City erreichen.

Dr. Henning Müller-Tengelmann, kaufmännischer Geschäftsführer der Stadtwerke, brachte den Begriff „Multimodaler Verkehr“ ins Spiel, der an der Mobilstation in Albachten ermöglicht werde. Fahrgäste könnten dort nach eigenem Gusto entscheiden, ob und wann sie mit Bus, Bahn, Rad oder Auto unterwegs sein oder diese Verkehrsmittel auch miteinander kombinieren wollten.

Das Konzept der Mobilstation mit „Leezenbox“ habe sich bewährt. Es werde angenommen, wie die Beispiele Roxel und Hiltrup zeigten. Nach Albachten soll im September in Amelsbüren die vierte Station innerhalb Münsters eröffnet werde. Ziel sei es, mit attraktiven ÖPNV-Angeboten dem Verkehrsinfarkt vorzubeugen.

Kommentar: Noch viel zu tun

Kein Zweifel, wer in Albachten den umweltfreundlicheren öffentlichen Personennahverkehr nutzen will, hat es nach dem Umbau des Bahnhofs zur Mobilstation bequemer denn je. Der Umstieg vom Auto und vom Rad auf Bus und Bahn wird leicht gemacht – ein gutes Angebot, das genutzt werden will, auch wenn sich so mancher Albachtener sicherlich darüber freuen dürfte, wenn die Züge noch öfter als bislang am Bahnhof Station machen würden. Nichtsdestotrotz gibt es am Schienenhaltepunkt im münsterischen Ortsteil noch allerhand zu tun: Barrierefrei heißt das Stichwort, das sich Verkehrsexperten, Stadtverwaltung, Bürger und Politiker auf die Fahnen geschrieben haben. Damit auch Menschen mit Behinderung in die Züge einsteigen können, müssen die Bahnsteighöhen verändert werden. Darüber hinaus sind unter anderem auch visuelle und taktile Wegeleitsysteme vonnöten. Und ganz besonders wichtig wird es sein, die viel zu steile Gleisunterführung so umzubauen, dass sie von allen problemlos genutzt werden kann. Nur so kann aus dem Albachtener Bahnhof eine Mobilstation für jedermann werden.

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