Diskussion um den alten Albachtener Friedhof
752 Unterschriften übergeben

Münster-Albachten -

Kann auf dem alten Friedhof an der Dülmener Straße ein Feuerwehrgerätehaus errichtet werden? Diese Frage ist in Albachten nach wie vor ungeklärt.

Donnerstag, 20.12.2018, 19:00 Uhr aktualisiert: 26.12.2018, 18:32 Uhr
Blick auf den alten Albachtener Friedhof: Schon seit einiger Zeit gibt es unterschiedliche Ansichten dazu, was mit dem stillgelegten Bestattungsareal passieren soll. Muss es erhalten bleiben oder kann es zum Standort eines Feuerwehrgerätehauses werden?
Blick auf den alten Albachtener Friedhof: Schon seit einiger Zeit gibt es unterschiedliche Ansichten dazu, was mit dem stillgelegten Bestattungsareal passieren soll. Muss es erhalten bleiben oder kann es zum Standort eines Feuerwehrgerätehauses werden? Foto: sch

Geht es nach den Vorstellungen der Albachtener Feuerwehr , dann ist der alte Friedhof an der Dülmener Straße der richtige Ort für eine zukunftsfähige Feuerwehr. Denn auf dem rund 2700 Quadratmeter großen zentralen kirchlichen Areal könnte das moderne neue Gerätehaus, das sich der Löschzug schon seit Jahren wünscht, Platz finden. Doch dagegen macht bekanntlich die Bürgergemeinschaft „Alter Friedhof Albachten“ Front. Sie hat den Verantwortlichen der Pfarrei St. Liudger jetzt 752 Unterschriften gegen eine mögliche Bebauung übergeben.

Dr. Timo Weissenberg , leitender Pfarrer von St. Liudger, und die Albachtener Pastoralreferentin Anne Bußmann nahmen die Unterschriften von Vertretern der Bürgergemeinschaft entgegen. Dabei wurden sie gebeten, die weitere Vorgehensweise im Hinblick auf die zukünftige Nutzung des Friedhofs „sorgfältig zu prüfen“, zumal sich die Initiative rigoros gegen jegliche Bebauung ausspricht.

Laut Pfarrer Weissenberg wurde bereits vor zwei Jahren – damals war die Ruhepflicht für die letzte Grabstätte abgelaufen – im Kirchenvorstand vereinbart, den Friedhof für einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren weiter zu pflegen. Erst im Anschluss daran, also im Zeitraum 2020 / 2021, soll es nähere Überlegungen dazu geben, was aus dem stillgelegten Friedhof werden kann. Deshalb sei in dieser Hinsicht auch noch gar nichts geschehen, erläuterte Weissenberg unserer Zeitung. Die Verantwortlichen der Pfarrei scheuten keineswegs davor zurück, sich des Themas anzunehmen, sähen dazu aktuell aber noch keine Veranlassung: „Seitens der Stadt Münster liegt keine konkrete Anfrage vor.“

Träten Stadtverwaltung und Feuerwehr an die Pfarrei heran, so sei man durchaus willens, sich deren Vorstellungen anzuhören. „Wir sind zu Gesprächen bereit.“ Mit Blick auf die Zukunft des alten Friedhofs müsse nach einer Lösung gesucht werden, die die richtige für die Albachtener Gemeinde und das Gemeinwohl sei. Um diese zu finden, sei es im Falle des Falles für die Entscheidungsträger der Pfarrei unabdingbar, den offenen Dialog mit der Albachtener Bürgerschaft zu suchen. Gebe es einen Vorschlag, der eine große Mehrheit auf sich vereine, dann sei die Pfarrei dafür offen. Sicher sei aber auch, dass St. Liudger möglichst keine langfristigen Kosten für die Pflege des Friedhofs auf sich nehmen wolle.

Im Gespräch mit unserer Zeitung hob Benedikt Holtmann hervor, dass man mit der Bürgergemeinschaft „Albachtener Friedhof“ Gespräche führe und auch von der Unterschriften-Aktion wisse. Diese sehe er ganz gelassen, betont der Löschzugführer der Albachtener Feuerwehr. Bei der Sammlung der Unterschriften, von denen etliche vermutlich gar nicht aus Albachten stammten, sei offenbar nicht mit offenen Karten gespielt worden.

Einigen, mit denen man gesprochen habe, sei wahrscheinlich gar nicht klar gewesen, dass sie sich mit ihrer Unterschrift gegen den notwendigen Neubau eines Feuerwehrgerätehauses an zentraler Stelle und damit gegen das Gemeinwohl ausgesprochen hätten, glaubt Holtmann. Auf jeden Fall müssten die Unterschriften noch geprüft werden: „Es wäre schön, wenn auch wir sie mal sehen könnten.“ Darüber hinaus sei der Löschzug bereit, bei einem Gerätehausbau auf dem Friedhof Kompromisse einzugehen.

Von der Stadt habe es seit zwei Jahren keine vernünftige Auskunft zum von der Albachtener Wehr favorisierten Bauprojekt auf dem Friedhofsareal gegeben, bedauert der Löschzugführer. Vermutlich seien die zuständigen Ämter überlastet: „Wir fühlen uns im Stich gelassen.“

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