Vom Fohlen zum Prämienhengst
Ein echtes „Gute-Laune-Pferd“

Münster-albachten -

Vater und Sohn Holkenbrink hatten auf der Elite-Auktion 2016 ein Fohlen des Züchters Hermann Rosenbaum entdeckt, das sie 2018 zur Westfalen-Körung vorstellten. Es war ein Familienprojekt.

Sonntag, 30.12.2018, 20:00 Uhr aktualisiert: 04.01.2019, 16:28 Uhr
Wilhelm (r.) und Simon Holkenbrink (2.v.r.) haben den Prämienhengst „Franz Joseph Junior“ als Fohlen gemeinsam gekauft und zur Körung vorgestellt. Mit im Bild der Züchter Hermann Rosenbaum.
Wilhelm (r.) und Simon Holkenbrink (2.v.r.) haben den Prämienhengst „Franz Joseph Junior“ als Fohlen gemeinsam gekauft und zur Körung vorgestellt. Mit im Bild der Züchter Hermann Rosenbaum. Foto: Hengststation Holkenbrink/Guido Recki

„Wenn der Vater mit dem Sohne . . .“ ist der Titel eines Spielfilms von 1955, in dem der verstorbene Schauspieler Heinz Rühmann die Hauptrolle spielte. Der Titel passt auch zu der Geschichte, in der Wilhelm Holkenbrink mit seinem Sohn Simon vor zwei Jahren zur Fohlenauktion nach Münster-Handorf fuhr und deshalb jetzt einen für die Zucht zugelassenen prämiierten Hengst im Stall stehen hat. Die beiden Albachtener haben damals zum ersten Mal gemeinsam ein Fohlen ersteigert, den kleinen braunen Hengst „Franz Joseph junior“.

Wilhelm Holkenbrink besitzt in Albachten eine Hengststation. Sohn Simon reitet und züchtet zwar nicht, hat aber bisher gelegentlich mit Pferden gehandelt. Nun also sollte der Fohlenkauf ein Familienprojekt sein. Ausgewählt hatten sie den Vierbeiner aus der Zucht von Hermann Rosenbaum aus Laer bereits bei der Fohlenschau in Albachten. Doch damals war er nicht zu haben, denn der Züchter wollte das Tier nur über die Auktion verkaufen.

„Wichtig ist es, sich bei einer Auktion ein festes Limit zu setzen“, gab Wilhelm Holkenbrink seinem Sohn mit auf den Weg – vergeblich. Denn das Pferd wollten andere auch haben, und das Limit war schnell erreicht. „Dann hat Simon einfach weitergeboten“, sagt Wilhelm Holkenbrink mit einem Schmunzeln. „Nur zwei Schritte noch, um eine Interessentin aus der Schweiz zu überbieten“, erklärt Simon Holkenbrink. So zog das Fohlen mit dem Namen „Franz Joseph junior“ nach Albachten. Das Pferd ist übrigens mit Holkenbrinks Hengsten gleich doppelt verwandt: Der Vater ist der von Ingrid Klimke gerittene „Franziskus“, und der Vater der Mutter ist der von Sophie Holkenbrink im Turniersport präsentierte „Rock Forever NRW“.

„Er war von Anfang an ein außergewöhnliches Pferd“, schwärmt Simon Holkenbrink. „Ein Gute-Laune-Pferd, das wir im Winter an trüben Wochenenden aus dem Laufstall geholt haben, um ihn uns freilaufend in der Reithalle anzuschauen und uns an ihm zu erfreuen.“ Im Sommer auf der Wiese sei „Franz Joseph junior“ immer selbstbewusst der Chef in der Herde gewesen, der sich stets in Szene setzen konnte, berichtet Simon Holkenbrink weiter.

Im Herbst stellten Vater und Sohn ihren „Franz Joseph junior“ zur Körung vor, um die Zulassung als Zuchthengst zu erhalten. Das hat geklappt – mit Auszeichnung sogar. Der Franziskus-Sohn ist Prämienhengst. „Klar gab es Angebote, der Hengst hat auf der Körung nicht nur uns beeindruckt“, verrät Wilhelm Holkenbrink. Es gab Angebote von prominenten Reitern und Zuchtbetrieben, die durchaus attraktiv waren, doch verkaufen wollten sie das Pferd nicht. „Keiner aus der Familie wollte das“, berichtet Simon Holkenbrink. „Selbst mein kleiner Bruder Linus, der schon als Kind mit Eiern gehandelt hat und am liebsten alles zu Geld machen will, war der Ansicht, dass dieses Pferd bleiben muss.“

Also blieb er, das Pferd haben sich Vater und Sohn damit sozusagen selbst zu Weihnachten geschenkt. „Ich hoffe, dass der Hengst auch den Züchtern gefällt“, sagt Holkenbrink. Und ein wenig träumt er davon, dass „Franz Joseph junior“ auch ein Nachwuchspferd für Tochter Sophie im großen Sport werden kann.

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In die Hengststation Albachten sind mit „Bentaya“ und „Continent“ zwei weitere Prämienhengste eingezogen. Sie alle werden mit den weiteren Zuchtpferden bei der Hengstschau am 10. März (Sonntag) ab 11 Uhr auf der Reitanlage am Oberort 20 zu sehen sein.

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