Herz-OP rettet die kleine Agata
Wiedersehensfreude in Albachten

Münster-Albachten -

Dank der Initiative ihrer in Albachten beheimateten Oma und der Spendenbereitschaft etlicher Münsteraner konnte ein kleines polnisches Mädchen vor zwei Jahren an der münsterischen Uniklinik am Herzen operiert werden. Das war damals dringend notwendig. Jetzt kamen Mutter und Tochter nach Münster zurück.

Montag, 18.02.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 18.02.2019, 21:35 Uhr
Große Wiedersehensfreude in Albachten: Mama Honorata und Christian Schlichter von den Maltesern mit Agata. Dem polnischen Mädchen geht es dank der Operation in Münster erheblich besser.
Große Wiedersehensfreude in Albachten: Mama Honorata und Christian Schlichter von den Maltesern mit Agata. Dem polnischen Mädchen geht es dank der Operation in Münster erheblich besser. Foto: Malteser Hilfsdienst

„Agata, daj buziaka! – Gib mir ein Küsschen“. Das kleine polnische Mädchen lacht und verteilt fröhlich Kusshände um sich herum. Oma Ala, Mama Honorata Golla und die Malteser in Münster sind überglücklich. Wer hätte gedacht, dass es der kleinen Agata aus Polen so gut gehen würde? Noch vor zwei Jahren sah das ganz anders aus.

Agata kam mit einem seltenen Herzfehler zur Welt, der aufgrund ihres niedrigen Gewichts in Polen nicht operiert werden konnte. Als Folge des Sauerstoffmangels der ersten Lebensmonate waren Agatas Beine taub. Doch in Münster fand das kleine Mädchen Hilfe.

Malteser übernahmen Spendensammlung

Über ihre in Albachten lebende Oma Ala wurde das Unmögliche möglich. Agata konnte von einem Spezialisten am Uniklinikum Münster operiert werden. Aber wie sollten ihre Eltern das Geld für die rettende Herz-OP aufbringen? Angerührt vom Schicksal des Mädchens erklärten sich die Malteser sofort dazu bereit, die Spendensammlung zu übernehmen. In ihrer wöchentlichen Sprechstunde finden Menschen ohne Krankenversicherung ehrenamtliche Ärzte, die die Erstuntersuchung und Notfallversorgung bei plötzlicher Erkrankung, Verletzung und Schwangerschaft vornehmen.

Spendenaktion unserer Zeitung

Mit Hilfe unserer Zeitung begann eine beispiellose Spendenaktion. Und tatsächlich: Dank der Spendenbereitschaft münsterischer Bürgerinnen und Bürger kam innerhalb weniger Wochen die benötigte Summe zusammen. Über 400 Spenderinnen und Spender gaben zusammen rund 50.000 Euro für die teuren Spezialbehandlungen. Den fehlenden Rest steuerten die Malteser aus ihren Spenden bei. Agata konnte operiert werden. Die OP überstand das kleine Mädchen gut und konnte wieder zurück nach Hause. 

Große Wiedersehensfreude

Das alles ist nun fast zwei Jahre her. Für eine der regelmäßigen Nachuntersuchungen am UKM sind Honorata Golla und Agata nun wieder nach Münster gekommen. Alles ist gut gelaufen, und die Ärzte sind zufrieden mit der Zweieinhalbjährigen. Am Nachmittag hatte Oma Ala zu Kaffee und Kuchen nach Albachten eingeladen. Auch Christian Schlichter und Jennifer Clayton von den Maltesern kamen laut einer Mitteilung der münsterischen Malteser-Diözesangeschäftsstelle hinzu. Die Wiedersehensfreude war groß: „Es ist schön zu sehen, dass es Agata so gut geht“, waren sich alle einig. An fünf Tagen in der Woche gehe sie mit Agata zur Krankengymnastik, erzählte Mama Honorata. „Für ihre Beine. Und sie hat schon große Fortschritte gemacht.“ Bei der herzlichen Verabschiedung strampelte Agata mit den Beinchen und verteilte wieder eifrig Kusshände an alle. „Auf Wiedersehen – Do widzenia, Agata!“

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